Brummton-Killer

Analoge Bandaufzeichnungen

Technische Probleme mit Tonbandgeräten und Kassettenrekordern

Defekte Gummi-Teile: Bei fast allen Geräten sind die Antriebsriemen gealtert und ausgeleiert. Ein jauliger Ton oder gar ein Stillstand des Bandtransports sind Indizien. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie das kostengünstig selbst reparieren. Austausch-Riemen gibt es im Internet. Manche Händler können auch Gummirollen neu beziehen. Das verbessert die Gleichlaufeigenschaften erheblich.

Ausgelaufene Kondensatoren in der Elektronik: Eine Signalverschlechterung in Dynamik und Präsenz, oft verbunden mit gelegentlichen Rauscheinbrüchen deuten auf ausgelaufene Elektrolyt-kondensatoren oder ausgetrockene Folienkondensatoren hin. Diese Bauteile befinden sich nicht nur im Audioteil, sondern auch in der Siebung des Netzteils und in der Motorsteuerung. Die Reparatur erfordert eine Fachwerkstatt.

Kratzende Regler: Mittels Reinigungs- oder Vaselinespray aus dem Elektronikbedarf kann ein defekter Lautstärke-potentiometer wieder kurzfristig instandgesetzt werden - sofern es für die Wiedergabe überhaupt notwendig ist.

Entmagnetisierung umgehen

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© Hersteller/Archiv

Mit der Spektralanzeige in Adobe Audition lassen sich Störbereiche optisch markieren und entfernen.

Haben Sie keine Lust auf Entmagnetisierung und Azimuth-Probleme? Dann sehen Sie sich nach einem DCC-Rekorder um. Ursprünglich als digitaler Nachfolger der Compact-Cassette von Philips auf den Markt gebracht, konnte sich das System leider nicht durchsetzen. Die Geräte waren abwärtskompatibel und konnten analoge Bänder abspielen, inklusive Dolby B und C. Die Azimuth-Einstellung des Kopfes wurde automatisch entsprechend der vorhandenen Aufzeichnung nachgeregelt.

Das eisenfreie Material des Kopfes kann keine Restmagnetisierung speichern. Eine Entmagnetisierung ist deshalb unnötig und ausdrücklich zur Vermeidung von Geräteschäden verboten. Die Geräte haben je nach Typ allerdings Wandlerchips mit unterschiedlicher Qualität eingebaut. Oft klingt das Signal des analogen Ausgangs besser als das des digitalen. Machen Sie einen Hörvergleich.

Analoge Soundoptimierung

Band- und Tonkopfprobleme: Wenig Höhen bei der Wiedergabe oder ungleiche Lautstärke der Stereokanäle können ein Indiz für einen der folgenden Fehler sein:a) Falsche Bandlage: Das Band wird nicht exakt deckungsgleich zu den Kopfspuren geführt. Resultat: Unterschiedliche Pegel der Stereospuren.

Falsche Kopflage: Wird das Tonband durch dejustierte Führungsrollen zu hoch oder zu tief am Kopf vorbeigeführt, liegt es nicht mehr plan: Es wölbt sich zum jeweiligen Rand. Durch die Quetschung werden beide Stereokanäle mit unterschiedlichem Pegel wiedergegeben. Auch die Bandkante kann beschädigt werden.

Falscher Azimuth: Haben Aufnahme- und Wiedergabekopf eine unterschiedliche Schräglage, so entsteht ein Zeitversatz, dessen Höhe von der Schrägstellung abhängig ist. Je größer die Schräglage, umso stärker löschen sich die mittleren und hohen Frequenzen durch die verschobenen Audiophasen aus. Das lässt sich nicht digital korrigieren.

Mittels eines Schraubenziehers kann der Azimuth zwar am Tonkopf justiert werden, das Gerät ist dann aber hoffnungslos mechanisch verstellt. Eine Neujustage mit Hilfe von Messbändern und Oszilloskop erfordert leider zwingend eine - teure -Fachwerkstatt.

Gleichlaufschwankungen: Viele Kassettenrekorder der ersten Jahre hatten Gleichlaufschwankungen, welche die von der Hifi-Norm festgelegten 0,2% weit überschritten. Sie hören das im jauligem Ton, vor allem bei Klavierpassagen und bei langen, gehaltenen Tönen. Das ist aber leider bereits auf dem Band mit aufgezeichnet.

Neuerdings lassen sich Gleichlaufschwankungen mit der Software Celemony Capstan beheben. Der Preis von 3780 Euro macht das Programm aber nur bei professionellem Einsatz interessant.

Magnetisierung: Durch das Abspielen der Tonbänder überträgt sich langsam deren Magnetwirkung auf Tonköpfe und Bandführungsteile. Die Magnetisierung löscht Bänder beim Abspielen nun dezent an und verschlechtert irreversibel deren Tonqualität. Neuaufnahmen klingen verzerrt. Deshalb sollten alle mit dem Band in Berührung kommenden Teile regelmäßig nach etwa 20 Spielstunden entmagnetisiert werden. Dazu benötigen Sie eine Entmagnetisierungsdrossel.

Tipp: Die Gefahr einer Beschädigung ist bei unsachgemäßer Handhabung besonders groß. Sollte der Drossel keine Bedienungsanleitung beiliegen, lassen Sie sich die Benutzung vom Verkäufer genau erklären.

Interview: Pit Floss

PCM: Herr Floss, wann haben Sie das letzte Mal mit einer Bandmaschine zu tun gehabt?

Pit Floss: Erst vor wenigen Wochen Ein Münchner Studio hat sich erst wieder eine analoge Bandmaschine gekauft, weil viele Künstler die Aufnahme auf Band wegen des besseren Klanges bevorzugen.

PCM: Was ist für den guten Sound beim Digitalisieren entscheidend?

Pit Floss: Ganz wichtig sind Erfahrung, Know-how und ein geschultes Gehör. Dann gibt es klangliche Unterschiede bei der Software. Rechnet das Programm intern mit Fließkommaberechnung, bringt das beim Einsatz von Plug-ins den besseren Klang als Festkommaoperationen. Entscheidend ist auch der Analog-Digital-Wandler. Die verbauten Chips sind zwar immer ähnlich, die klanglichen Unterschiede hängen mit den Schaltungen vor dem Bauteil zusammen und sind hörbar. Ich benutze ein hochwertiges Studiogerät, das mal 4800 Euro gekostet hat.

PCM: Ein Tipp zur Tonkopfreinigung?

Pit Floss: Ich verwende ein industrielles Entfettungsmittel names Kaltron, das extrem schnell verdunstet. Es geht auch mit Isopropylalkohol. Dieses greift jedoch die Plastikteile an und wandert in den Kopfspalt. Durch die langsame Verdunstung muss man etwa 10 Minuten warten, bis die Maschine wieder eingesetzt werden kann.

Sonst wandert es aus dem Kopfspalt aus und beschädigt die Bänder. Kaltron oder Isopropylalkohol dürfen auf keinen Fall mit Gummirollen in Berührung kommen, denn dadurch wird Gummi steinhart. Für die Gummiteile nehme ich einfach etwas stark verdünntes Spülmittel.

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