No need for speed

Amft ganz unverkrampft

Interview mit Siegfried Anft: Amft ganz unverkrampft

Im Interview sprach T + A Chef Siegfried Amft sehr offen über sein Verhältnis zum iPod, die hohen Ansprüche seiner Kunden und sein Gespür für Schnee.

Video-HomeVision: Neuerdings thront der Apple iPod auch auf einem Dock von T + A. Sind Sie ein Fan?

Siegfried Amft: Nicht unbedingt ein Fan. Aber wir haben den iPod auch nicht verteufelt. Im audiophilen Bereich kann die Wiedergabequalität nicht überzeugen, aber der iPod ist neben Internetradio ein wichtiger und zeitgemäßer Teil der Quellen. Die wenigen Webradio-Streams mit hoher 192-kHz-Übertragungsrate bringen es auf eine sehr ordentliche Klangqualität, die wir den Leuten auch zugänglich machen sollten. Außerdem hat der iPod dafür gesorgt, dass Musik für viele ein Thema ist. Und das ist gut für uns, denn Zweikanal hat uns die letzte Zeit zu deutlichen Umsatzschüben verholfen.

VHV: Und wie läuft das Geschäft mit Surround?

S. Amft: Surround und DVD humpeln im Moment. Die Kunden sind durch die Blu-ray-Disc verunsichert, aber wir bringen entsprechende Abspielgeräte erst, wenn bestimmte grundsätzliche Probleme gelöst sind, was mit der 3. Generation der Laufwerke geschehen sein dürfte. Die Wiedergabequalität von DVDs und CDs kann uns bisher ebenso wenig überzeugen wie die Zugriffsgeschwindigkeit, denn von unseren Geräten wird eine bessere Performance erwartet. Es gibt außerdem noch nicht viel Software auf dem Markt.

VHV: Welche Innovationen darf die Szene als nächstes von T + A erwarten?

S. Amft: Ich glaube, nichts revolutionär Neues, die CD und die Vinylplatte werden wir behalten, weil die Leute nicht so dumm sind, ihre Sammlungen einfach wegzuwerfen. Entsprechend widmen wir uns vor allem der Detailpflege. Hauptpunkte sind die Steuerfunktionen und hochauflösenden Übertragungsmöglichkeiten von HDMI 1.3 sowie die zugehörigen Benutzeroberflächen, die kundenfreundlich und betriebssicher sein sollen.

Und natürlich sehen wir auch, dass Leute, die mit ihrem Heimnetzwerk streamen wollen, gewisse Zusatzfunktionen benötigen wie zum Beispiel die separate Übertragung von Coverart. Das erfordert irrsinnig viel Software-Programmierung. Außerdem arbeitet unser zehn Mann starkes Entwicklungsteam an einem neuen Fernbedienungskonzept.

VHV: Wie hält es T + A mit der Globalisierung?

S. Amft: Wir fertigen immer noch von Hand in Herford. Bauteile und Lautsprechergehäuse werden allerdings zugekauft. Uns gehören aber alle Werkzeuge. Wir kaufen etwa Metallteile aus Deutschland, China, Japan und Thailand. Und Taiwan zählt zu den besten Lieferanten für Aluminiumdruckgussteile.

VHV: Und wie hält es T + A mit der Tradition?

S. Amft: Wir reparieren - leider - sogar Geräte aus den 80ern. Eigentlich kommt auch ein Audiogerät irgendwann ans Lebensende. Aber wehe nach 10 Jahren ist einmal etwas dran...

VHV: Was begeistert den Chef einer solchen Firma außer HiFi?

S. Amft: Fliegen, Skilaufen und Tennis. Ach ja, Skilaufen. Ich freue mich riesig auf Pulverschnee. Es gibt nichts Schöneres.

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