Prozessor: AMD Kaveri

AMDs neuer Kaveri-Prozessor vorgestellt

AMD meldet sich zurück. Der neue Kaveri-Chip bringt Technologien wie die 3D-API Mantle und HSA für eine bessere Nutzung der GPU in Programmen.

AMD Kaveri

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AMD Kaveri

Mit Kaveri bringt AMD nun endlich die schon lang erwartete neue Generation seiner APUs auf den Markt. Der von AMD geprägte Begriff APU steht für Accelerated Processing Unit und bezeichnet einen Prozessor, der die integrierte Grafikeinheit nicht nur für 3D-Spiele und -Applikationen nutzt, sondern auch als schnellen Coprozessor für Aufgaben, die eine parallele Verarbeitung erfordern, etwa Video-Encoding, Spracherkennung oder das schnelle Rendern von Videos in Schnittprogrammen.

Kaveri ist der erste Prozessor mit einer heterogenen System-Architektur (HSA), bei der die CPU-Kerne und die GPU gleichberechtigt auf den Speicher zugreifen können und sich dabei einen gemeinsamen Adressraum teilen. Daher spricht AMD bei Kaveri auch großzügig von 12 Compute-Cores, vier davon stellt die CPU und acht die Grafikeinheit, die bei Kaveri nun zur Graphics-Core-Next-Familie (GCN) gehören und damit die Technik der aktuellen Radeon-Chips übernehmen. Theoretisch hat Kaveri damit das Zeug, bei passender Software in der Performance an Intels Haswell vorbeizuziehen, allerdings ist die Liste der Programme mit HSA-Unterstützung noch recht kurz, und es bleibt abzuwarten, wie viele Programmierer auf den Zug aufspringen.

Geht es um herkömmliche CPU-intensive Software, hat AMD auch mit Kaveri wenig Chancen gegen Intel. Denn die neuen Steamroller-CPU-Cores verarbeiten zwar etwa 10 Prozent mehr Instruktionen pro Taktzyklus, die CPU selbst arbeitet aber mit einer niedrigeren Taktfrequenz als ihr Vorgänger Richland. Der Grund dafür ist der neue 28-Nanometer Produktionsprozess bei Global Foundries, bei dem auf das teure Silicon-on-Insulator-Verfahren verzichtet wird, das für hohe Taktraten nötig wäre. Einen Level-3-Cache gibt es weiterhin nicht.

Schnellere Grafik mit Mantle

Im Vergleich zu seinem Vorgänger Richland hat die in Kaveri integrierte Grafikeinheitmit nun bis zu 512 statt 384 Shadern noch einmal ordentlich an 3D-Leistung zugelegt. Hier liegt auch der Vorteil gegenüber Intels Haswell, die in den Desktop-Modellen verwendete HD-4600-GPU liefert bei gängigen Benchmarks etwa die halbe Leistung des AMD-Topmodells A10-7850K. Noch schneller soll Kaveri mit Mantle werden, einer von AMD entwickelten 3D-API, die in Konkurrenz zu Direct3D und OpenGL treten soll.

Mantle ist im Gegensatz zu diesen eine Low-Level-API, die auf AMDs GCM-Architektur angepasst ist. Für die Entwickler von Spiele-Engines bedeutet das, dass sie ohne viel Overhead auf die Funktionseinheiten der GPU zugreifen können, AMD verspricht eine im Vergleich zu Direct3D bis zu dreifache Performance. Aber für Mantle gilt ebenso wie für HSA, dass diese Technik auch durch die Softwarehersteller genutzt werden muss. Denn Spiele müssen für Mantle programmiert oder portiert werden, was Zeit und Geld kostet. Bisher ist Battlefield 4 das einzige Spiel, das neben Direct3D auch Mantle unterstützt.

Neue Basis für Kaveri

AMDs Kaveri erscheint zunächst in drei Varianten für Desktop-PCs: als A10-7850K und als A10-7750K mit 95 Watt TDP sowie etwas später als sparsamer A8-7600 mit 45 Watt TDP. Für die Prozessoren sind neue Mainboards mit Sockel FM2+ notwendig. Einen Test des A8-7600 finden Sie in der kommenden Ausgabe des PC Magazin.

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