FX und Kaveri

AMD-Prozessoren für Desktop-PCs in der Übersicht

AMD bietet Dutzende von Prozessoren an, aufgeteilt in zwei Baureihen auf Basis von drei verschiedenen Core-Architekturen. Unsere Übersicht bringt Ordnung in das CPU-Wirrwarr.

Prozessoren für Desktop-PCs

© AMD

Die Jaguar-Cores der kleinen AMD-Prozessoren haben Steamroller sogar eine eigene FPU pro Core voraus. Ihre Taktfrequenz ist aber deutlich niedriger, als die der großen Prozessoren der FX- oder A-Serie.

Bei Prozessoren von AMD ist es nicht leicht, die Überblick zu behalten. Unsere Übersicht hilft beim Vergleich und der Wahl des richtigen AMD-Prozessors.

AMD FX: Günstige Multicore-CPUs

Die AMD-FX-Prozessoren der 8000er- und 9000er-Serie können mit acht Cores aufwarten. Bei den 9000er-CPUs hat AMD zudem noch acht MByte zusätzlichen Level-3-Cache eingebaut. Darunter rangieren die Modelle der 6000er- und 4000er-Serie mit sechs bzw. vier Cores. Allerdings müssen sich jeweils zwei Kerne eine Fließkommaeinheit teilen.

Konkurrenzfähig sind die AMD-Prozessoren nur bei Anwendungen, die für die Nutzung möglichst vieler Cores programmiert sind, bei der Leistung der einzelnen Kerne liegen die AMD-Prozessoren weit hinter den aktuellen Intel-Prozessoren der Haswell- oder Ivy- Bridge-Generation. Über eine integrierte Grafikeinheit verfügen die FX-Prozessoren nicht. Das Spitzenmodell FX-9590 kann mit fünf GHz im Turbo-Boost in einigen Benchmarks sogar einem Intel Core i7-4770K das Wasser reichen. Die Intel-Prozessor ist mit etwa 290 Euro sogar noch etwas teurer als der AMD FX, der für etwa 260 Euro über die Ladentheke geht. Allerdings ist der noch in 32-Nanometer-Technik hergestellte FX-9590 mit einer maximalen Leistungsaufnahme von etwa 220 Watt ein ungeheurer Stromfresser, ein Haswell-Core-i7 kommt mit einem Drittel aus. Da der AMD-Prozessor zudem ohne Wasserkühlung kaum zu kühlen ist, kommt er wohl nur für ausgesprochene AMD-Enthusiasten infrage.

Prozessoren für Desktop-PCs

© Hersteller

Hier ist AMD schneller als Intel: AMD setzt bei den APUs der A-Serie darauf, dass Programme immer öfters die GPU per OpenCL nutzen.

Anders sieht es dagegen mit den günstigeren FX-Modellen aus. Das FX-Einstiegsmodell FX-4300 mit vier Cores kostet nicht einmal 70 Euro und liegt damit im Preisbereich der Pentium-Prozessoren mit zwei Kernen. Auch die FX-Prozessoren der 6000er-Serie mit sechs Kernen sind vergleichsweise günstig, mit 90 bis 110 Euro liegen sie auf Core-i3-Niveau. Damit sind diese CPUs in Kombination mit einer Mittelklassegrafikkarte eine gute Basis für einen günstigen Gaming-PC.

Die Kaveri-APUs von AMD

AMD bezeichnet seine Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit nicht mehr als CPU,sondern als Accelerated Processing Unit (APU). Die Grafikeinheit wird hier auch als Coprozessor für Aufgaben, die eine parallele Verarbeitung erfordern, etwa Video-Encoding, Spracherkennung oder das schnelle Rendern von Videos in Schnittprogrammen, eingesetzt.

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Das können die Intel-Prozessoren mittlerweile auch. AMD ist aber bei seiner jüngsten APU noch einen Schritt weiter gegangen: Kaveri ist der erste Prozessor mit einer heterogenen System-Architektur (HSA), bei der die CPU-Kerne und die GPU gleichberechtigt auf den Speicher zugreifen können und sich dabei einen gemeinsamen Adressraum teilen. Daher spricht AMD bei Kaveri auch großzügig von Compute-Cores und zählt die CPU- und GPU-Kerne einfach zusammen. Bei den A10-Modellen der 7800er-Serie kommt AMD dabei auf 12, vier CPU- und acht GPU-Cores. Beim A10-7700K und dem A8-7600 besteht die GPU nur aus sechs Cores, das neue Einstiegsmodell A6-7400K muss schließlich mit zwei CPU und vier GPU-Cores auskommen. Für die Desktop-APUs der 7000er-Serie hat AMD den neuen FM2+-Sockel eingeführt.

Bei der Prozessorleistung haben die AMD-Prozessoren gegenüber Intel das Nachsehen. Dafür bekommt man sie teilweise deutlich günstiger.

Mit passender Software haben Kaveri-Prozessoren das Zeug, in der Performance an Intels Haswell vorbeizuziehen. Allerdings ist die Liste der Programme mit HSA-Unterstützung immer noch recht kurz, und bei konventioneller Software ist Kaveri deutlich unterlegen. Die integrierte Radeon-GPU ist dagegen bei den Spitzenmodellen etwa doppelt so schnell wie die HD-4600-GPU in den Intel-Prozessoren.

Damit sind die AMD-Prozessoren eine gute Basis für kleine und günstige Gaming-PCs, da man sich eine Grafikkarte sparen kann. Für anspruchsvolle DX11-Spiele in hoher Auflösung ist sie zu langsam.

Athlon und Sempron wiederbelebt

Auch AMD nutzt bewährte Namen für neue Prozessoren: Die Sockel-AM1-Einsteiger-CPUs heißen Athlon und Sempron. Mit ihren Namensgebern haben sie aber technisch wenig gemeinsam, die neuen Modelle sind APUs auf Kabini-Basis, kombinieren also zwei oder vier Jaguar-CPU-Cores mit einer Radeon-Grafikeinheit.

Mit Preisen zwischen 28 Euro für den Sempron 2650 und 50 Euro für den Athlon 5330 spielen sie in derselben Liga wie die Celerons und Pentiums von Intel. Die vergleichsweise niedrige Taktfrequenz der AMD-Prozessoren kostet Leistung. Diese dürfte auch bei den Vierkernern unter der eines aktuellen Dual-Core-Celerons oder Pentiums liegen. Die Radeon-R3-Grafik ist deutlich schwächer als bei den Kaveri-Modellen. Dafür liegt die Leistungsaufnahme bei maximal 25 Watt.

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