World-Wide-TV

Alternative PC und HbbTV

Auswege

Wirklich Spaß macht das Surfen im Internet - YouTube eingeschlossen - bei keinem der Fernseher. Hier erleben wir ein ähnliches Phänomen wie bei den Streaming-Clients: Die Rechenleistung wirkt einfach unterdimensioniert. Gleichzeitig könnte man argumentieren, dass diese Funktionen keinen Ersatz für den PC darstellen sollen, dennoch wird mit dem Word Wide Web geworben - und da haben wir inzwischen gewisse Vorstellungen, die über eingeschränkten Zugriff oder maßgeschneiderte Seiten hinausgehen.

Da erscheint es sinnvoller, sich anstelle des Aufpreises für die mangelhafte Internetfähigkeit einen Nettop mit Atom-Prozessor entweder zum Fernseher zu stellen oder ein besonders flaches Exemplar direkt hinten an der Gehäusewand des Fernsehers zu befestigen. So ist der HD-fähige Acer Revo R3600 bereits für rund 250 Euro im Online-Handel verfügbar und kann per HDMI direkt mit dem Fernseher verbunden werden.

Die Steuerung kann bequem per Funktastatur erfolgen, ggf. auch über einen Infrarot-Empfänger mit entsprechend installierter Software, und lange Wartezeiten sowie Einschränkungen in Bezug auf Internet- oder Streaming-Technologien gehören der Vergangenheit an.

Wer Internet Explorer 8 oder Firefox verwendet, kann beliebige Websites inklusive Grafiken, Animationen und Video mit der Tastaturkombination Strg-+ vergrößern (und mit Strg-- wieder verkleinern). Einschränkend ist allerdings anzumerken, dass Adobes Flash-Player derzeit nicht die Hardware-Beschleunigung des Nvidia-Grafikprozessors nutzt - im Gegensatz zu vielen anderen Playern. Ein Update ist allerdings angekündigt. Bei einem "klassischen" Netbook mit Intel-Chipsatz funktioniert die Vollbild-Darstellung von SD-YouTube-Videos gerade noch mit 1360x768 Bildpunkten.

Videotext-Nachfolger

Sieht man von der bisher im Wohnzimmer eher ungeliebten PC-Technik ab, spricht nichts dagegen, den betagten Videotext durch einen Nachfolger zu ersetzen, der mithilfe von Webtechnik Zusatzinformationen zu Sendungen sowie News liefert, Videos und Video-on-Demand-Dienste erlaubt und etwas mehr Interaktivität und Rückkanal-Funktionen z.B. für Bestellungen bietet. Ansätze in diese Richtung gab es bereits viele.

Eine der vielversprechendsten war MHP, die Multimedia Home Platform, die im Oktober 2002 eingeführt wurde, aber der ein Erfolg in Deutschland verwehrt blieb. Auch proprietäre Systeme wie OpenTV und Blucom konnten sich letztlich nicht durchsetzen, sie verwirrten den Endkunden bei der Kaufentscheidung eher als ihm zu nützen.

Mit HbbTV (www.hbbtv.org), Abkürzung für "Hybrid Broadcast Broadband TV", soll es jetzt endlich eine neue gemeinsame Basis geben, die Fernsehen und Internet miteinander verbindet. Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern, der RTL- und ProSiebenSat1-Gruppe sowie ausländischen Schwergewichten wie Canal+ und TF1 sind auch Firmen wie LG, Sony, Philips und Humax mit an Bord, ebenso wie alte Bekannte wie OpenTV und Opera, sodass die Chancen für eine hohe Verbreitung nicht schlecht stehen.

HbbTV greift auf existierende Standards wie "CE-HTML" (ANSI/CEA-2014.A) zurück, das unter anderem XHTML 1.0, DOM 2, CSS TV Profile 1.0 und ECMAScript-262 (JavaScript) enthält, benutzt die Browser-Spezifikation des Open-IPTV-Forums, das u.a. für die Einbindung des TV-Signals in Applikationen und für die PVR-Steuerung sorgt und beinhaltet natürlich das "DVB Blue Book A137", das u.a. das Starten und Stoppen von Applikationen im Kontext von TV-/Radioprogrammen regelt.

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Fernseher mit Multimedia-Funktionen
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Zur IFA 2009 wurden bereits Prototypen mit HbbTV gezeigt, wobei RTL seine Implementierung als HD-Text bezeichnet hat. So ist zu erwarten, dass bereits zur nächsten IFA Geräte verfügbar sind. Ob sich allerdings die derzeit erhältlichen Geräte noch auf den am 27. August 2009 eingeführten neuen Standard umrüsten lassen, ist fraglich und hängt vielleicht auch von der Produktpolitik des Herstellers ab - warum alte Geräte aufrüsten, wenn man neue verkaufen kann?

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