Telefonkosten-Check

So finden Sie die richtige Allnet-Flat

Festnetzvertrag, Handyvertrag, Internetanschluss: Noch immer setzen die meisten Deutschen auf dieses klassische Trio. Eine interessante Alternative ist die All-Net-Flat inklusive Handy - wenn man die versteckten Kostenfallen kennt. Dann lässt sich mit diesen Flats aber bares Geld sparen.

So finden Sie die richtige Allnet-Flat

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So finden Sie die richtige Allnet-Flat

Trotz Smartphone-Boom und insgesamt circa 114 Millionen Mobilfunkanschlüssen stehen den etwa 40,3 Millionen Privathaushalten in Deutschland noch immer sage und schreibe 38 Millionen Festnetzanschlüsse gegenüber. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die klare Mehrheit im Lande zwar im Schnitt mehr als ein Handy besitzt, auf den Festnetzanschluss aber dennoch nicht verzichten möchte. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen bestehen viele Festnetzanschlüsse aus einer Kombination von Telefon- und DSL-Leitung, zum anderen sind die meisten vom Festnetz geführten Telefongespräche im Gegensatz zum typischen Mobilfunktelefonat kostenlos. Eine wirklich interessante Alternative zum klassischen Trio bestehend aus Handyvertrag, Festnetz und Internet könnte die sogenannte All-Net-Flat sein, die inzwischen alle Mobilfunkanbieter in der einen oder anderen Form im Programm haben.

Alles aus einer Hand

Eine typische All-Net-Flat besteht aus einem monatlichen Grundpreis, einer Handyflatrate in alle Netze, einer SMS-Flatrate sowie einer mobilen Internetflatrate mit Drosselung nach Nutzung des monatlich vereinbarten Inklusiv-volumens. Der Vorteil des Paketes liegt auf der Hand: Da Inlandstelefonate enthalten sind, kann man auf einen klassischen Handyvertrag sowie den bislang meist obligatorischen zusätzlichen Festnetzanschluss zumindest theoretisch komplett verzichten.

In der Praxis ergeben sich jedoch einige Nachteile. Zwar sind bei echten Flatrates die abgehenden Telefonate ins Festnetz und zu jedem Mobiltelefon - meist unabhängig vom Anbieter - kostenfrei, doch gilt das natürlich nicht in die andere Richtung. Ist jemand beispielsweise Kunde bei Kabel Deutschland und besitzt einen entsprechenden Festnetzanschluss, kostet ihn der Anruf an ein anderes Festnetztelefon 2,9 Cent pro Minute. Ruft er jedoch ein Mobiltelefon an, dann werden daraus üppige 19,9 Cent pro Minute. An Langzeitgespräche ist bei diesen Preisen natürlich kaum zu denken. So ist es also durchaus möglich und denkbar, dass man von vielen Menschen weniger oft oder zumindest weniger lang angerufen wird, wenn man lediglich unter einer Mobilfunknummer erreichbar ist.

All-Net-Flats mit Festnetznummer

Eine mögliche Lösung für das eben beschriebene Dilemma sind Verträge, die eine Festnetznummer beinhalten. Faktisch ist man damit nicht nur unter seiner Mobilfunknummer, sondern auch unter einer klassischen Festnetznummer samt Ortsvorwahl erreichbar. Diese anzurufen ist für die meisten Anrufer - je nach deren Vertrag - entweder kostenlos oder zumindest deutlich preiswerter. Als einziger Anbieter hat allerdings nur Base eine Gratisoption auf eine Festnetznummer im Angebot, die deutschlandweit zum Festnetzpreis erreichbar ist. Das kann auf Wunsch auch die bisherige Festnetznummer sein. Mit anderen Worten: Egal, wo Sie und Ihr Smartphone sich gerade in Deutschland befinden - Sie sind für alle Anrufer stets zum Ortstarif über Ihre Festnetznummer erreichbar.

Mobilcom Debitel All-Flat-Modelle

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Mobilcom-Debitel bietet verschiedene All-Flat-Modelle für alle vier deutschen Mobilfunknetze.

Etwas anders sieht das Festnetznummernangebot bei All-Net-Flats im O2-Netz (Homezone, gratis) sowie bei der Telekom und bei Vodafone (T-Mobile@home oder Vodafone ZuhauseOption; Kosten: jeweils rund fünf Euro monatlich) aus. Hier ist die Festnetznummer immer nur dann erreichbar, wenn sich das Mobiltelefon tatsächlich zu Hause oder dort in der Nähe befindet. Bei Vertragsabschluss muss der Kunde diesen Heimbereich festlegen. Ist der Mobilfunker unterwegs, nimmt eine Mailbox den Anruf an und informiert den Angerufenen per SMS. Anschließend kann er den Anrufer kostenlos von seinem Mobiltelefon zurückrufen.

Eine unbegrenzte Flexibilität bietet hier unterm Strich also tatsächlich nur die Festnetznummernoption von Base. Die Bezeichnung All-Net-Flat suggeriert im Allgemeinen sehr wirksam, dass hier alles inklusive sei - und dazu zählt natürlich auch der mobile Zugang ins Internet.

Internetflat mit Volumengrenze

Leider erweist sich das Inklusivvolumen, das mit optimaler UMTS- oder gar LTE-Geschwindigkeit auf das Smartphone rast, als zu klein für den intensiven Surfgenuss. Bei den meisten All-Net-Flats sind 500 Mbyte Surfvolumen inklusive. Das ist für den normalen E-Mail-Verkehr und den Aufruf einer begrenzten Anzahl von Webseiten zwar ausreichend, doch Video- oder Audiostreams sind tabu. Trotz Volumenbegrenzung handelt es sich unterm Strich dennoch um eine Flatrate. Ist das Inklusivvolumen nämlich aufgebraucht, kann kostenlos weitergesurft werden. Allerdings werden Surfer dann kräftig ausgebremst. So dürfte sich mancher ins Internet-Steinzeitalter zurückversetzt fühlen. Denn sobald die Drosselung greift, wird die Downloadgeschwindigkeit auf das lahme GPRS-Niveau herabgesetzt, also ungefähr 0,15 Mbit/s. Wer sein Inklusivvolumen erweitern möchte, kann das in der Regel gegen Zuzahlung tun. So kostet eine Verdoppelung des Inklusivvolumens von 500 Mbyte auf 1000 MByte bei Klarmobil beispielsweise 4,95 Euro pro Monat, bei Base können für 15 Euro monatlich sogar 5 GByte abgesurft werden. Da wird die Mobilflat also möglicherweise tatsächlich für manchen Nutzer zur wirklichen Alternative zum DSL-Anschluss.

Das Laufzeitenproblem

Wie die Übersichtstabelle zeigt, beträgt die Laufzeit einer typischen All-Net-Flat 24 Monate. Angesichts der stetigen Veränderungen und sinkender Preise im Tarifdschungel sind das recht lange Vertragslaufzeiten. Schließlich ist durchaus denkbar, dass wenige Monate nach Vertragsabschluss weitaus niedrigere Tarife angeboten werden oder höhere Inklusivvolumen zum günstigeren Preis im Paket enthalten sind. Von diesen Vorteilen profitieren Sie dann nicht. Vielmehr zahlen Sie möglicherweise für längere Zeit einen unangemessen hohen Preis.

Allnet-Option 400

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Speziell an Kunden, die bevorzugt ins Ausland telefonieren, richtet sich die Allnet-Option 400 von blauworld.

Sie sollten sich daher genau überlegen, ob Sie sich wirklich für 24 Monate vertraglich binden möchten, oder ob ein monatlich kündbarer Vertrag beispielsweise bei Fonic, Maxxim oder Yourfone auf lange Sicht nicht die bessere Wahl ist.

Welches Netz darf es sein?

Die in der Regel preiswertesten All-Net-Flats werden für das O2- sowie das E-Plus-Netz angeboten. Die Flats für das Telekom- und das Vodafone-Netz liegen preislich zumeist deutlich darüber. Bevor Sie sich für eine All-Net-Flat und somit für einen Netzanbieter entscheiden, sollten Sie zunächst einmal überprüfen, wie gut oder schlecht der Netzempfang an dem Ort ist, an dem Sie sich die überwiegende Zeit aufhalten. Verlassen Sie sich dabei besser nicht auf die Webseiten der Netzanbieter, denn auf die dortigen Angaben ist nicht immer Verlass. Am besten testen Sie den Empfang mit dem Telefon eines Bekannten aus und machen die Praxisprobe. Denn was hilft Ihnen das beste Netz Deutschlands, wenn gerade Ihre Wohnung in einem Funkloch des Anbieters liegt?

Die Kostenfallen

Wer ausschließlich im Inland und dazu sehr häufig telefoniert, für den ist eine All-Net-Flat im Vergleich zu einem Standard-Handy-Tarif zumeist eine gute und auch preiswertere Wahl. Unliebsame Überraschungen bei der Handyrechnung gibt es nicht. Der monatliche Fixpreis wird nie überschritten, egal, wie oft und wie lange man telefoniert. Dagegen ändert sich das Bild, wenn man oft ins Ausland telefoniert. Denn preiswerte Call-by-Call-Vorwahlen lassen sich nicht verwenden. Auch wer oft im Ausland unterwegs ist und dort sein Telefon nutzt, zahlt bei All-Net-Flats selten Tiefstpreise.

Simyo All-Net-Flats + SMS

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Bei Simyo lassen sich zu der Allnet-Flat auch günstige Pakete fürs EU-Ausland hinzubuchen.

Die Tarife für Gespräche ins und im Ausland sind je nach Anbieter und Vertrag sehr unterschiedlich, daher lohnt sich ein Blick in die jeweiligen Preislisten vor Abschluss eines Vertrages unbedingt. Zumeist stehen gleich mehrere Roaming-Tarife zur Auswahl, die sich beispielsweise durch den Minutenpreis und gegebenenfalls durch einmalige Zuzahlungen pro Gespräch bei dann niedrigeren Minutenkosten unterscheiden. Die mobile Internetnutzung im Ausland ist zumeist sehr teuer und lohnt wirklich nur zum Abrufen der Mails. Allerdings schützt die mittlerweile verbindliche "Nutzungskontrolle Data Roaming" davor, dass die Surfkosten einen monatlichen Betrag von 50 Euro plus Steuern nicht überschreiten. Speziell an Nutzer, die oft im Ausland unterwegs sind oder oft ins Ausland telefonieren, richten sich die All-Net-Flats von Blauworld und OrtelMobile. Ortels Premium Paket für monatlich 19,90 Euro ist zwar keine wirklich Telefonflat, bietet aber immerhin bis zu 500 Gespächsminuten innerhalb Deutschlands sowie 16 weitere Länder, 500 MByte Surfvolumen sowie eine E-Plus-Flat.

Blauworld bietet die sogenannte Allnet-Option 400 zum bis zum 31.8. begrenzten Aktionspreis von 9,90 Euro monatlich. Enthalten sind hier 400 Freiminuten in alle deutschen Netze und 19 weitere Länder. Die Türkei ist in beiden Flats übrigens nicht enthalten, doch liegt der Minutenpreis bei Blauworld bei vergleichsweise günstigen fünf Cent. Abschließend noch ein paar Worte zur Rufnummernmitnahme, der sogenannten "Portierung". Wer seine alte Rufnummer zu einem neuen Anbieter mitnehmen möchte, der zahlt in der Regel 25 Euro Gebühr, seltener wird auch die Höchstgrenze von 30,72 Euro verlangt. Diese Kosten - zumindest von bis zu 25 Euro - zahlen die neuen Anbieter dem neuen Kunden in Form einer entsprechenden Bonuszahlung zumeist zurück.

Download: Tabelle

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