Die große Shopping-Lüge

Alles über Shopping-Clubs im Netz

Shopping-Clubs boomen! Schon jetzt zählen die Internet-Outlets mehrere Millionen Mitglieder in Deutschland, die es auf massive Rabatte für Mode, Sportartikel und Möbel abgesehen haben. Spaß an der Schnäppchenjagd hat aber nur, wer die Stolperfallen kennt.

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Alles über Shopping-Clubs im Netz

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Alles über Shopping-Clubs im Netz

Neu ist sie nicht, die Idee vom Shopping-Club, aber in Deutschland erleben sie derzeit einen immensen Zulauf. Eine rasant steigende Zahl von Anwendern registriert sich bei Brands4Friends, Zalandoo Lounge, Buy Vip, Vente-Privee und Co., um von satten Rabatten zu profitieren.

Bis zu 75 Prozent Nachlass gewähren die Online-Händler auf ausgesuchte Markenartikel, darunter teure Designerbekleidung, Sportartikel, Accessoires, Kleinelektronik, Schmuck und sogar Möbel. Tausende Artikel der Vorsaison und Restposten wandern so täglich über die virtuelle Ladentheke: Der gute alte Schlussverkauf dauert im Netz 365 Tage lang.

Schnäppchenjagd eröffnet

Was an welchen Tagen verkauft wird, erfahren die Mitglieder in Newslettern. Dort werden Marken genannt und der Starttermin der Verkaufsaktion. Der Ausverkauf startet dann sekundengenau zu der festgelegten Uhrzeit und dauert nur wenige Tage pro Marke. Erfahrene Schnäppchenjäger stellen sich den Wecker, um live dabei zu sein. Denn die Gesamtzahl der auf "70% reduzierten Jack Wolfskin-Jacken" ist sehr gering: 5 Exemplare in "XL", 2 in "M" und 4 in "S". Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Nachschub gibt es nicht.

Das führt zu Enttäuschungen. Echte Knaller sind in den gängigen Größen bereits wenige Minuten nach dem Start vergriffen. Und das ist durchaus im Sinne der Betreiber. Denn Kunden, die heute leer ausgehen, werden morgen schneller auf den Warenkorb-Button klicken und auf einen detaillierten Produktüberblick sowie auf einen Preisvergleich im Web verzichten.

Denn nur mit dieser Strategie hat der Käufer tatsächlich größtmögliche Auswahl, wenn die Aktion beginnt. Oder aber der Kunde nimmt das, was übrig bleibt. Der scheinbar geringe Preis rechtfertigt den Kauf der Reste, selbst wenn die Produkte nie auf der Wunschliste standen.

Brands4Friends, online, shop

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Exklusive Mode mit 40% Rabatt: Bogner-Jacken bei Brands4Friends.

Ladenhüter statt Fashion-Trends

Dass Kunden keinen Preisvergleich im Web durchführen, ist Bestandteil des Shopping-Club-Prinzips. Nur so wird gewährleistet, dass sich die Clubmitglieder um verbilligte Pullover, T-Shirts oder Schuhe reißen, die im Laden unbeachtet Staub ansetzen würden. Was viele Käufer nicht beachten: Die Rabatte orientieren sich immer an der Preisempfehlung des Herstellers.

Ist der Artikel aber aus den aktuellen Katalogen verschwunden, haben die Preisempfehlungen keine Gültigkeit mehr. Dass Schnäppchenjäger die online erstandenen Trophäen nur wenige Tage später zu einem vergleichbaren Preis in der Innenstadt finden, ist keine Seltenheit. Die Erfahrungsberichte auf Seiten wie myshoppingclubs sprechen Bände von geprellten Käufern, mangelhaftem Service und Ärger mit Retouren.

Wundertütenprinzip

In der Regel melden Sie sich bei den Shops an, ohne zu wissen, welche Produkte tatsächlich aktuell verkauft werden und welche für die nächsten Wochen eingeplant sind. Sie erfahren nur, welche Marken-Aktionen gerade gestartet sind. Gute Alternativen bilden hier Limango Outlet und 4 Clever.

Auch ohne Registrierung können Sie im aktuellen Sortiment stöbern und sich ein Bild von der Produktauswahl und den Preisen machen. Die Lieferung erfolgt bei den Clubs schneller, da die Waren im Lager vorhanden sind. Dafür fallen die Rabatte möglicherweise geringer aus als bei den Aktionen konkurrierender Clubs.

Weniger ist mehr - das gilt auch für die Anmeldungen bei Online-Shopping-Clubs. Eine Anmeldung bei maximal drei verschiedenen Online-Kaufhäusern sollte ausreichen. Allerdings bedeutet eine erfolgreiche Anmeldung noch lange keinen sofortigen Zutritt. Bei Westwing beispielsweise landen Neukunden zunächst auf einer Warteliste.

Umgehen lässt sie sich nur, wenn mindestens drei andere Personen angeworben werden. Ungeachtet dessen wächst die Zahl der E-Mail-Werbesendungen mit jedem Club-Beitritt. Das gilt nicht nur für die obligatorischen Newsletter der Clubs, sondern auch für Reklame von Fremdanbietern. Meist werden private Daten nämlich einfach weitergegeben. Deswegen sollte jeder die Datenschutzerklärungen genau prüfen.

Unzureichender Datenschutz

Zu den erfolgreichsten Shopping-Clubs gehört Brands4Friends , das von der eBay-Unternehmensgruppe betrieben wird. Hier sind die Datenschutzeinstellungen vorbildlich - bis auf die Tatsache, dass Brands4Friends sich das Recht einräumt, personenbezogene Daten an eBay oder PayPal weiterzugeben.

Weitaus aggressiver geht einer der größten Clubs vor: Zalando Lounge sieht in den Datenschutzerklärungen nicht nur das Recht vor, persönliche Angaben zu Markt und Meinungsforschung zu nutzen, sondern übermittelt sie auch zu einer Bonitätsprüfung an eine Fremdfirma. Pech für alle diejenigen, die in der "falschen Straße" wohnen. Denn Adressangaben können ausreichen, um die Kreditwürdigkeit abzusprechen. Auch andere Shops behalten sich eine Fremdauskunft zur Zahlungsfähigkeit vor.

Mit "Verschleierungstaktik" handelt das noch junge Portal MeinFashionClub das Thema Vertragsbedingungen ab. Dort können die AGB bislang nur in Französisch abgerufen werden. Datenschutzbestimmungen suchen Sie vergeblich.Wenn die Ware nicht kommt

Problematisch sind meist auch die Lieferzeiten. Alle Shopping-Clubs behalten sich Lieferfristen von mindestens zwei bis vier Wochen vor. In Erfahrungsberichten ist nicht selten sogar von mehrmonatigen Wartezeiten die Rede. Steht außerdem ein Umtausch an, weil das Produkt nicht gefällt, nicht passt oder falsch geliefert wurde, kann es mehrere Monate dauern, bis die Ware eintrifft. Bei My Sportbrands gibt es Kunden, die die bestellte Waren nie erhalten haben.

Der Kunde kann dann froh sein, wenn er sein Geld ohne Hilfe eines Anwalts zurückerstattet bekommt. Über massive Schwächen beim Lieferservice berichten vor allem Kunden von Private Outlet. Der Anbieter steht im Ruf, viel zu spät oder gar nicht zu liefern. Tipp: Bezahlen Sie nach Möglichkeit per PayPal, nicht per Überweisung. So haben Sie bei Problemen die besten Chancen, Ihr Geld zurückzubekommen.

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