Aldis neuer Schnäppchen-Rechner

Aldi-PC Medion akoya E4320 D

Ab Montag, dem 29. September 2008, bietet Aldi von Nord bis Süd wieder palettenweise Hightech-Highlights an. Einer der großen Kundenmagnete ist der neue Medion-PC akoya E4320 D (auch unter der Bezeichnung MD 8396 zu finden). Laut Aldi-Prospekt eignet sich der PC trotz des niedrigen Preises von 499 Euro ideal für Multimedia-Anwendungen. magnus.de macht für Sie den Komponenten-Check.

Medion akoya E4320 D

© Archiv

Das Vorgängermodell vom 29. September 2008 für 499 Euro: der Medion-PC akoya E4320 D.

Ein edles Outfit bringt der neue Aldi-Rechenknecht trotz des Niedrig-Preises schon mal mit. Und erfahrungsgemäß ist sowohl die Verarbeitung als auch die Lautstärke der verbauten Gehäuse-Lüfter stets in einem akzeptablen Bereich. In der Liste der verbauten Komponenten finden sich natürlich ebenfalls wieder die klangvollen Herstellernamen der üblichen Verdächtigen. Hier die Komponenten im Einzelnen:

Prozessor: Intel Core 2 Duo E7300

Die im Medion akoya E4320 D verbaute CPU Core 2 Duo E7300 von Intel ist eine typische Mainstream-Komponente und für die im PC angestrebten Zwecke wie Office, Internet und Multimedia vollkommen ausreichend. Intels E7300 stammt aus der modernen Penryn-Familie und glänzt mit stromsparender 45-nm-Microarchitektur - dies erlaubt eine leise CPU-Kühlung sowie eine gemilderte Stromrechnung. Der E7300-Prozessor arbeitet mit zwei Prozessorkernen mit je 2,66 GHz Taktfrequenz und kommuniziert mit dem Rest des Systems mit ordentlichen 1.066 MHz Bustakt. Als Level-2-Cache stehen dem E7300 insgesamt 3 MB zur Verfügung. Sein Ladenpreis liegt bei immerhin rund 110 Euro.

Intel Core 2 Duo

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Der im Aldi-PC eingesetzte Intel-Prozessor Core 2 Duo E7300 arbeitet mit zwei CPU-Kernen und 2,66 GHz Taktfrequenz.

Arbeitsspeicher: 3 GB DDR2-SDRAM

Arbeitsspeicher ist momentan so billig, dass PC-Hersteller schon mal reinstopfen was das System aushält, um im Prospekt fette Zahlen zu propagieren. Aldi macht da keine Ausnahme und spendiert dem Schnäppchen-Angebot stolze 3 GB RAM. Technisch gesehen imponiert der verbaute Speicher wenig. Topaktuell wäre derzeit schneller DDR3-Speicher und selbst aus der DDR2-Ära bilden 800 MHz den soliden Durchschnitt - die im Aldi-PC eingesetzten DDR2-Riegel arbeiten mit nur 667 MHz. Andererseits überschätzen vermeintliche Experten die Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers gerne. Die aktuellste Speichertechnik hätte in diesem Aldi-System kaum mehr als fünf Prozent Leistung rausgeholt.

Laufwerke: 640-GB-Festplatte und Multi-DVD-Brenner

Großzügig, aber etwas exotisch wirkt die Größenangabe der Festplatte. Üblich sind derzeit 500 und 750 GB, 640er-Platten muss man schon mit der Lupe in den Händlerlisten suchen. Abgesehen davon gibt es nichts zu meckern. Die Eckdaten mit 7.200 Umdrehungen pro Minute, 16 MB Cache und SATA-300-Interface lassen auf einen Massenspeichers des Herstellers Samsung oder Western Digital schließen - beides keine schlechten Hersteller in ihrem Segment.

Ähnliches gilt für den Multiformat-Brenner, der neben DVD-R und DVD+R (sowohl als Single- als auch Dual-Layer) natürlich auch normale CDs brennt. Erträumt hätte man sich von einem Multimedia-PC jedoch ein optisches Laufwerk mit Blu-ray-/HD-DVD-Unterstützung, zumal die verbaute Grafikkarte entsprechende HD-Bildausgänge unterstützt (HDMI und DVI mit HDCP-Entschlüsselung). Doch dann hätte Aldi für den PC wenigstens 549 Euro verlangen müssen, vermutlich überschreitet dieser Betrag eine empfindliche Preisgrenze.

Grafikkarte: Nvidia GeForce 9500 GS

Wie so oft bei Großhandels-PCs entdeckt man leicht Komponenten, die so in der Form nie als Einzelkomponente auf den Markt kommen. Dies ist auch bei der GeForce 9500 GS der Fall. An sich stammt die hier aufgeführte GS-Variante von der GeForce 9500 GT ab. Der größte Unterschied zwischen GS und GT liegt am Grafikspeicher. Während der GT-Variante auf schnellen GDDR3-Speicher setzt, muss die GS-Version mit verhältnismäßig langsamem GDDR2-Speicher auskommen. Beiden gleich sind aber mit 512 MB die Größe des Grafikspeichers sowie die Anbindung an den Grafikprozessor mit 128 Bit. Getaktet werden beide Grafikprozessoren mit 500 MHz, wobei von der GT-Version auch noch schnellere Varianten am Markt zu finden sind.

Aldi schreibt im Prospekt vollmundig von "Kristallklarer DirectX-10-Grafik", was so natürlich Werbe-Wischiwaschi ist. Für ein kristallklares Bild zeichnet ein guter Bildschirm verantwortlich sowie die Signalqualität der Grafikkarte, und nicht DirectX 10. Trotzdem ist DirectX 10 erstrebenswert, weil neue Spiele darauf aufsetzen. Wenngleich, spieletauglich ist die GeForce 9500 GS nur bedingt. Ältere Spiele (ca. 2 Jahre) sollten problemlos laufen, neuere 3D-Spektakel wie Crysis erreichen die Leistungsgrenze aber schnell, erst recht wenn der heimische Bildschirm mehr als 19-Zoll-Diagonale aufweist. Für einen PC dieser Preisklasse ist die verbaute GeForce 9500 GS aber durchaus akzeptabel.

Nvidia GeForce 9500 GT/GS

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Aus Spielersicht ist die Nvidia GeForce 9500 GS eher mittelprächtig, für einen 500-Euro-PC zaubert sie aber schon ganz respektabel in 3D.

Anschlüsse: 7.1-Sound, HDMI, eSATA und Vieles mehr

Was Anschlüsse angeht, lässt Aldi kaum Wünsche offen. Frontseitig stehen Firewire, eSATA, Kopfhörer- und Mikrofon-Anschluss sowie zwei USB-Ports und ein Multicard-Reader bereit. Auf der Rückseite lassen sich neben den bereits erwähnten Grafikkarten-Ausgängen (HDMI, DVI-I) noch ein optischer und ein koaxialer Audioausgang für den 7.1-Sound ausfindig machen sowie die üblichen Standard-Anschlüsse: 10/100-Mbit-LAN, 6 x USB 2.0, Firewire, Audio In/Out, TV-Out, PS/2 und sogar noch ein serieller Anschluss. Um zwei der dargebrachten Anschlussports gleich sinnvoll füllen zu können, legt Aldi noch eine PS/2-Tastatur sowie eine USB-Maus bei.

Software: Windows Vista, Works und Co.

Das, was Stangen-PCs zu echten Schnäppchen mutieren lässt, ist selten die Hardware sondern zumeist die üppige Software - sofern man sie gebrauchen kann! Doch allein das Microsoft-Betriebssystem Windows Vista in der Home-Premium-Ausführung kostet im Laden knapp 80 Euro. Ansonsten spendiert Aldi noch Microsoft Works 9.0, die Brennsoftware Nero 8, die Bildbearbeitungs-Software Ulead PhotoImpact 12 SE sowie WISO Mein Geld 2008. Wer mag, kann sich auch noch 60 Tage lang an der Trial-Version von Microsoft Office versuchen, falls MS Works für die eigenen Zwecke zu klein wird.

Fazit: Schnäppchen ja, Multimedia nein!

Würde man die Preise aller Komponenten des Medion akoya E4320 D (oder auch MD 8396 genannt) zusammenrechnen, könnte man mit viel Geschick unter den veranschlagten 499 Euro bleiben. Was fehlt ist dann das üppige Software-Paket sowie der 3-jährige Garantie-Service. Gerade PC-Einsteiger sind daher mit dem Aldi-Angebot bestens bedient. Office, Internet, Bearbeitung der Urlaubsbilder und sogar gelegentliches Zocken lassen sich mit dem akoya E4320 D locker bewerkstelligen. Wer sich jedoch auf das Wort "Multimedia" in der Aldi-Anzeige bezieht, muss enttäuscht sein. Blu-ray und HD-DVD spielt das verbaute Laufwerk nicht ab, eine TV-Karte sowie eine Fernbedienung fehlen völlig und trotz des an sich üppigen Software-Angebots wird eine autarke Software zur DVD-Wiedergabe nicht mit aufgeführt. Schon klar, dass all diese Zugaben für 499 Euro nicht machbar gewesen wären. Nur neigt Aldi in letzter Zeit gerne dazu, Multimedia drauf zuschreiben, wo eben nur Office drinsteckt. Zugreifen kann aber getrost, wer lediglich einen günstigen Office- und Allround-PC sucht.

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