PopSpeed fürs Land

Aktueller Stand bei den Providern

Ebenfalls beachtlich: Derzeit erreicht das System Pingzeiten von 30 Millisekunden. Nach Drücken der Return-Taste baut sich eine komplexe Website nicht erst auf, sie ist mit einem Schlag da. Denn bei LTE wurde nicht nur auf die Geschwindigkeit, sondern auch auf die Komplexitätsreduktion der Systeme geachtet: Statt wie früher über diverse Protokolle verschachtelt zu sein, wird jetzt IP quasi vom Internet bis zum Kunden durchgeschossen.

Zudem gilt LTE als deutlich leichter beherrschbar als UMTS. Der Geschwindigkeitsvorteil von LTE mit deutlich höherer Spektraleffizienz bewirkt dabei sinkende Preise für die zu übertragenden Bits - was dem Kunden zugutekommt.

E-Plus

Breitband-Internetzugänge

© Archiv

Versorgungskarte des Senders Baldern: Auf UMTS-Frequenzen wären mehrere Stationen notwendig.

Die Düsseldorfer haben im Nordosten einen Piloten am Laufen.E-Plus, bislang nicht gerade ein Pionier in Sachen schnelles mobiles Internet, ist beim Test der digitalen Dividende ganz vorne mit dabei. Getestet wird in Grabowhöfe in Mecklenburg-Vorpommern, einem klassischen DSL-freien Gebiet mit immerhin 1000 Einwohnern. Auch hier kommt Ericsson-Equipment mit HSPA und drei Sektorantennen auf den ehemaligen Fernsehfrequenzen um 800 MHz zum Einsatz.Rund 50 Testkunden, teilweise bis zu 19 Kilometer von der Station entfernt, nutzen das Testsystem. Gut 60 Prozent der Kunden wohnen dabei mehr als elf Kilometer von der Station entfernt. Auch hier sind die Erfahrungen positiv: Der Großteil der Verbindungen klappt noch mit rund 3 Mbit/s, einige Verbindungen schaffen auch zwischen 3 und 6 Mbit/s.Ein durchschnittlicher Testkunde überträgt derzeit 2 Gigabyte im Monat, rund 70 Gigabyte überträgt die Station pro Monat insgesamt per Richtfunk nach Rostock und von dort nach Düsseldorf, wo es ins Internet geht. Das höchste Datenaufkommen fällt mittags und abends an.

O2

Die Strategen von O2 fordern Frequenzbeschränkungen für die ehemaligen D-Netz-Betreiber.

Zwar haben die Münchner noch keinen Versuch am Start, wollen aber bei der Versteigerung der Frequenzen ganz vorne mitmischen. Hier versucht der Betreiber politisch zu agieren und fordert eine Begrenzung der Frequenzen für T-Mobile und Vodafone im Bereich unter 1 GHz.

Grund: Durch die D-Netz-Frequenzen um 900 MHz bei GSM hätten die beiden Anbieter schon genug reichweitenstarkes Spektrum, während O2 und E-Plus bei GSM hauptsächlich mit reichweitenschwächeren 1800-MHz-Frequenzen operieren müssten. Die D-Netz-Betreiber verfügen derzeit jeweils über 12,4 MHz gepaartes Spektrum im 900-MHz-Bereich und würden mit jeweils theoretisch ersteigerbaren 10 MHz bei der digitalen Dividende auf 22,4 MHz Spektrum unter 1 GHz kommen.

Zwar haben auch die E-Netz-Betreiber im Nachhinein noch GSM-Spektrum unter 1 GHz erhalten, aber "nur" jeweils 5 MHz. O2 fordert nun bei der digitalen Dividende entweder die Beschränkung für die D-Netz-Betreiber auf jeweils nur einen Frequenzblock oder die Rückgabe von 2,4 MHz Frequenzspektrum bei GSM. Dafür könnten die D-Netz-Betreiber jeweils zwei Frequenzblöcke digitale Dividende ersteigern. Ein Block (Frequenzpaar) umfasst hier 5 MHz, sechs Blöcke sind insgesamt zu versteigern.

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