Es muss nicht immer Kaviar sein

Aktuelle Midrange-PCs im Test

Mit Komplettsystemen verhält es sich wie mit den Einzelkomponenten, aus denen sie zusammengesetzt sind: Das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet die gehobene Mittelklasse. Wir haben Rechner bis 799 Euro in unser Labor gebeten und hervorragende Systeme bekommen.

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Aktuelle Midrange-PCs im Test

Klar: Geschenkt möchte ihn natürlich jeder haben, den Rechner mit Core-2- Quad-CPU, GeForce 8800 Ultra Grafikkarte und der brandneuen Terabyte-Platte – am besten im RAID, versteht sich. Verkaufen lassen sich solche Systeme hingegen kaum – kommen doch schon alleine die drei genannten Komponenten auf einen Endkundenpreis von rund 2000 Euro.

Selbst Rechner für 999 Euro, einer psychologisch wichtigen Preisgrenze, werden den Anbietern nicht gerade aus der Hand gerissen. Folgerichtig tummeln sich in den diversen Prospekten großer Elektrohäuser und PC-Hersteller Angebote im Bereich von 599, 699 und 799 Euro.

Preiswerte Systeme und Billigst-Rechner haben wir in den vergangenen Ausgaben getestet. Mit dem Ergebnis, dass diese PCs zwar für alltägliche Anwendungen durchaus brauchbar sind, aber auch nicht viel mehr bieten. Für diesen Test haben wir uns daher solche Systeme herausgesucht, die ein möglichst gutes Verhältnis von Leistung und Zukunftssicherheit zum Preis bieten.

Einerseits orientierten wir uns dabei an den derzeitigen Angeboten, andererseits stellten wir ein virtuelles System aus attraktiven Komponenten zusammen und schätzten dafür einen realistischen Verkaufspreis. Mit beiden Methoden kamen wir zu dem Ergebnis, dass die ökonomisch sinnvollsten Systeme zwischen 750 und 800 Euro kosten müssten.

Was wir für richtig und wichtig hielten und was uns von den Herstellern erreichte, stimmte in einigen Fällen überein, in anderen wieder nicht. Dazu muss gesagt werden, dass wir den Herstellern keine Vorgaben bezüglich der Ausstattung gegeben haben. Uns ging es nicht darum, mehrere Klone zu testen, um dann den Sieger anhand der Gehäusefarbe zu küren, sondern darum, wasman in dieser Preisklasse an Lösungen geboten bekommt und folglich erwarten darf.

Einmal DX 10 bitte

Eine der größten Neuerungen der letzten Monate stellen im Hardware-Bereich sicher DirectX- 10-kompatible Grafikkarten dar. Zwar wird für die neue Vista-Oberfläche, wie noch einmal betont werden sollte, kein Direct X 10 benötigt, allerdings werden schon dieses Jahr etliche Spiele auf den Markt kommen, die von den neuen Möglichkeiten, die DX 10 bietet, profitieren werden. Wer dann eine Grafikkarte besitzt, die nur DX 9 unterstützt, wird sich – vorausgesetzt er legt überhaupt Wert auf Spiele – wahrscheinlich ärgern, egal wie leistungsfähig die Karte auch ist.

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Was das Innenleben angeht, zeigten sich teilweise deutliche Unterschiede. Während der Rechner von tronics24 (unten) zum Nachrüsten geradezu einlädt, wirkt der Siemens-PC ziemlich verstopft. Und das, obwohl beide Gehäuse fast gleich groß sind.

Bis vor kurzem war im Bereich der Mittelklasse- PCs an DX 10 gar nicht zu denken. Mit der Einführung der 8500er-Reihe durch nVidia, die selbst Endkunden für unter 100 Euro kaufen können, hat sich das schlagartig geändert. Und sogar Karten der kostspieligeren 8600er-Reihe haben den Weg in die von uns getesteten Systeme gefunden. Damit lässt sich schon sehr gut spielen.

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CPU und Speicher

Auf breiter Front durchgesetzt haben sich die Zweikern-Prozessoren. Fanden sich im Preissegment von deutlich unter 1000 Euro letztes Jahr noch "alte" P4-Prozessoren oder billige Semprons, mussman derzeit keine Kompromisse bezüglich der Prozessorarchitektur eingehen.

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Gemessene Werte auf einen Blick

Durchaus adäquat ist auch der Speicherausbau, der bei fast allen Maschinen zwei Gigabyte beträgt. Das reicht locker für Windows Vista in all seinen Formen und für die meisten Anwendungen, ohne dass es zu häufigem Auslagern kommt. Als einziger setzte Siemens lediglich ein GByte Speicher ein. Dafür ist der Rechner allerdings auch der preiswerteste im Test.

Festplatten und Brenner

Obwohl derzeit 500-GByte-Platten das Optimum an Speicherplatz im Verhältnis zum Preis bieten, setzte mit HP nur ein Hersteller eine Festplatte dieser Größe ein. In den übrigen Systemen finden sich Laufwerke zwischen 250 und 320 GByte. Auch wenn man nie genug Platz haben kann, sind 250 GByte für die meisten Einsatzzwecke auch für längere Zeit ausreichend.

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Bei den Brennern halten sich die Unterschiede zwischen den Systemen dieser Preisklasse in noch engeren Grenzen. Die meisten brennen mitmaximal 16facher Geschwindigkeit, einige wenige Modelle bringen es nominell auf 18X. In der Praxis, das haben unsere DVD-Brenner-Tests in der Vergangenheit oft gezeigt, ist dieser Unterschied kaum zu messen, geschweige denn zu merken.

Gehäuse

Erfreulich ist, dass keiner der Hersteller beim Gehäuse gespart hat. Zwar sehen nicht alle gleich schick aus, aber die Verarbeitung kann sich bei allen Gehäusen sehen lassen und gab nur wenig Anlass zur Kritik. Gewertet wurden nicht nur die Festigkeit bzw. Stabilität, sondern auch die Raumaufteilung, das Platzangebot für Laufwerke und Verarbeitungskriterien wie entgratete Kanten und Ecken.

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Testergebnisse auf einen Blick

Fazit: Wer sich beim Rechnerkauf für die goldene Mitte entscheidet, kann sich ziemlich sicher sein, ein ausgewogenes System zu erhalten und viel Computer für sein Geld zu bekommen. Einen potenziellen Fehlkauf konnten wir abgesehen vom schlecht installierten HP im Testfeld nicht aufspüren.

Acer Aspire E380

Acer verzichtet auf eine Direct-X-10-kompatible Grafikkarte und setzt stattdessen eine Radeon X1650SE ein. Der würden DX10-Fähigkeiten ohnehin nicht viel nützen. Mit 1232 Punkten im 3DMark 2006 gehört sie zu den langsamsten Bilderstürmern im Testfeld. Ein wenig unverständlich ist, warum Acer sich in punkto Grafikkarte auf die Treiber von Vista verlässt. Auf diese Weise entgeht dem Benutzer nicht nur das Controlcenter, das ATI den Catalyst-Treibern beilegt. Auch die Leistung ist so unnötig rund 10 Prozent niedriger.

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Angesichts der mäßigen Leistung fragten wir uns überdies, warum überhaupt eine Grafikkarte eingebaut wurde – schließlich ist auch eine 6100 on Board vorhanden. Die schneidet zwar mit 262 Punkten im 3DMark 2006 noch viel schlechter ab, bietet aber ebenfalls den "revolutionären" Aero-Look.

Ansonsten gibt es am Acer-Rechner nicht viel auszusetzen. Das System lief im Test stabil und machte einen aufgeräumten Eindruck. So ist die 250-GByte-Festplatte bereits von Haus aus in zwei Partitionen unterteilt. Das bringt zwar keine zusätzliche Sicherheit, fördert aber – ein wenig Selbstdisziplin vorausgesetzt – die vernünftige Speicherung wichtiger Daten. Sollen gar kritische Dateien auf dem Rechner gespeichert werden, wird man sich über die Anwendung eData Security freuen. Diese erlaubt das Verschlüsseln von Dateien, Ordnern oder gar Partitionen per Kontextmenüeintrag. Eine Funktion, die man sich eigentlich von Vista gewünscht hätte.

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Die Schnittstellen an der Gehäusefront können durch eine Schiebeklappe kaschiert werden.

Ebenfalls positiv fiel im Test die geringe Lautstärke auf. Nur wenn der Brenner loslegt, wird es laut.

Die Dreingaben gehören zu dem Besten im Testfeld, da sie für jeden etwas bieten. Neben dem Brockhaus 2007 gehört Word Perfect Office, PhotoImpact und das Spiel Rally Trophy dazu. Dass Maus und Tastatur im Preis inbegriffen sind, ist ebenfalls erfreulich.

Fazit: Wer auf schnelle Spielegrafik verzichten kann, bekommt ein gutes System mit sinnvoller Software-Ausstattung.

Agando Agua 6320c2plus

Auch wenn sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten lässt, hat Agando mit Sicherheit die größten Hingucker eingeschickt. Beide Systeme stecken im gleichen Gehäuse, mit dem man sich auch auf LAN-Partys sehen lassen kann. Aber es muss gar nicht ums Angeben gehen. Die Seitenscheibe erlaubt den Blick ins Innere, ohne erst das Gehäuse aufschrauben zu müssen. Das geht zwar im Handumdrehen und ohne Werkzeug, aber oft reicht zur Diagnose ja schon ein kurzer Blick auf die Lüfter.

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Apropos Diagnose: Was im System abgeht, darüber informieren drei Analog-Anzeigen an der Gehäusefront. Sie zeigen die Lüfterdrehzahl, die Temperatur und Spannungsversorgung an. Die Drehzahl lässt sich über einen Regler an der rechten Gehäuseseite regeln, was der entsprechende Zeiger sofort anzeigt. Eine ordentliche POST-Anzeige mit Zahlencodes kann das nicht ersetzen, dafür ist es aber auch schöner anzusehen.

Nachteilig an der Anordnung des Reglers und der vorderen Audioanschlüsse auf der rechten Seite ist, dass der Rechner zumindest vorne frei stehen sollte, will man an sie herankommen. Hinter der großen Gehäuseklappe mit den integrierten Anzeigen befinden sich die Laufwerksschächte und weitere Schnittstellen. Neben dem Kartenleser sowie einem USB- und Firewire-Anschluss ist die eSATA-Schnittstelle interessant. Hübsch wäre es, wenn sich auch ein Stromanschluss dort befinden würde, da eSATA-Laufwerke anders als externe USB-Platten nicht von der Schnittstelle mit Strom versorgt werden.

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Blau strahlende Analoganzeigen für Spannung, Lüfterdrehzahl und Temperatur verleihen dem Rechner einen gewissen Chic.

Nicht nur, was das Gehäuse und die Ausstattung angeht, auch in den Messungen ist der Intel-Agando seinem Athlon-Bruder sehr ähnlich. Im 3DMark erreicht er mit 6001 Punkten ebenso einen guten Wert wie im PC Mark, in dem er es auf knapp 5400 Punkte bringt.

Was die Speicherkonfiguration angeht, hat Agando beim Intel-Rechner besser aufgepasst und die Module gleich so eingesteckt, dass sie im Zweikanal-Betrieb laufen.

Fazit: Ob man sich für den Athlon- oder den Intel-Rechner entscheidet, ist im Falle der beiden Agando-Rechner Geschmacksache.

Agando Agua 5200x2plus

Agando ist in diesem Test als einziger Hersteller mit zwei Systemen vertreten, da eines der beiden eingeschickten Testsysteme aufgrund von Lieferengpässen beim Mitbewerb nachgerückt ist. Für uns bot sich so die willkommene Möglichkeit, zwei mehr oder weniger gleich ausgestattete Rechner mit verschiedenen Prozessoren direkt gegeneinander antreten zu lassen.

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Mit dem Athlon 64 X2 5200 enthält der Agua den schnellsten AMD-Prozessor, der es in diese Rechnerkategorie geschafft hat. Dazu bietet der Hersteller mit der GeForce 8600GTS die schnellste Grafikkarte. Entsprechend gut schneidet der schicke Rechner in den Leistungstests ab. Mit 5978 Punkten muss er sich im 3DMark 2006 nur knapp der Konkurrenz aus eigenem Haus und dem ebenfalls mit einer 8600GTS ausgestatteten Rechner von tronics24 geschlagen geben. Die gemessenen 70 Zähler Unterschied zwischen den dreien liegen allerdings mehr oder weniger im Grundrauschen.

Im PC Mark liegt der Athlon-Rechner mit 5629 Punkten souverän an der Spitze und das trotz ungünstiger Konfiguration des Speichers. Ob absichtlich oder aus Versehen: Die beiden Speichermodule stecken so im MSI-Mainboard, dass sie nur im Single- Channel-Modus laufen. Wir haben die Messungen anschließend noch einmal mit einer Konfiguration im Zweikanal-Betrieb durchgeführt und siehe da – schon waren es 200 Punkte mehr. Bewerten können wir die Rechner natürlich nur so, wie sie uns erreicht haben. Es lohnt sich also durchaus, auch fertig konfektionierte Rechner selbst kritisch in Augenschein zu nehmen.

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Lüfter bietet das Apevia-Gehäuse reichlich. Trotzdem ist der Agando-PC sehr leise.

Obwohl das System relativ leistungsfähig ist, bleibt es doch verhältnismäßig leise, vor allem wenn man die Lüfterdrehzahl manuell herunterregelt. Zu einem Temperaturproblem kam es trotz geringster Drehzahl im Test zu keiner Zeit.

Fazit: Ein leistungsstarker Rechner, der sich für alle Aufgaben eignet. Die Speicherkonfiguration sollte aber überprüft werden.

Tronics24 PC06/07 Core 2 Duo

Sehr ausgewogen und leistungsfähig zeigte sich im Test das System von tronics24. Wie Agando setzen auch die Norddeutschen auf eine zukunftsträchtige Grafikkarte mit Direct-X-10-Unterstützung. Damit die 8600GTS gefordert wird, steht ihr ein Core 2 Duo E6320, der auf einen Arbeitsspeicher von 2 GByte zurückgreifen kann, zur Seite. In den Leistungstests erreicht die Hardware durchwegs gute Werte und zählt mit 6048 Punkten im 3DMark und 5372 Zählern im PC Mark zu den schnellsten Systemen in diesen Benchmarks. Beim Berechnen der Cinebench-Grafik reicht es immerhin für 576 Punkte. Das entspricht bis auf einen Punkt genau dem, was das andere System mit dem Core 2 Duo errechnete. Mit den schnellsten Athlon-PCs kann auch der Tronics24-Rechner in dieser Messung nicht mithalten. Im Gegensatz zum direkten Konkurrenzsystem von Agando setzt tronics24 den etwas leistungsfähigeren und besseren 965er Chipsatz ein.

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Beim Einsetzen des Speichers ist Tronics24 ein kleines Malheur passiert. Obwohl man nach Aussage des Herstellers auf Zweikanal- Anbindung Wert legt, wurde der Speicher in unserem Testgerät versehentlich in einen Kanal eingebaut. Setzt man ihn um, erreicht man etwas höhere Werte.

Das Gehäuse, für das sich der Hersteller entschieden hat, ist unspektakulär und verleiht dem Rechner den Charme eines Office- PCs, ist aber etwas lauter als die meisten anderen. Im Inneren zeigt er sich sehr aufgeräumt und bietet ausreichend Platz für Erweiterungen. Angenehm ist auch, dass sich die von vorne zugänglichen Schnittstellen am oberen Ende befinden, so dass man sich nicht immer in den Staub werfen muss, möchte man einmal die USB-Ports oder Audio-Schnittstellen nutzen. Was das Betriebssystem angeht, setzt Tronics24 ebenso wie die übrigen Hersteller aufWindows Vista Premium. Dabei bleibt dem Kunden die Wahl, ob er die 32- oder 64-Bit-Variante vorinstalliert haben möchte.

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Nüchtern präsentiert sich das Gehäuse des tronics24-PCs. Leider ist das System recht laut.

Als Software-Dreingaben legt der Hersteller dem System Nero Express 6 mitsamt den dazu gehörenden weiteren Nero-Anwendungen (Nero Vision Express, Nero Showtime usw.) bei.

Fazit: Ein äußerlich unspektakulärer, aber guter Rechner. Das Lüfterkonzept sollte allerdings überarbeitet werden.

Fujitsu-Siemens Scaleo H2530

Als einziger Hersteller im Test setzt Siemens auf ein Gehäuse im BTX-Format. Dabei ist nicht nur dasMainboard auf der anderen Seite des Rechners angebracht – auch die Anordnung der Komponenten auf der Platine ist vorgegeben und unterscheidet sich von jener auf ATX-Boardswie sie immer noch in den meisten Rechnern eingesetzt werden. Der Zweck liegt in einer besseren, weil effektiveren Kühlung von CPU und Co., die den Bau leiserer und kleinerer Systeme erlauben soll. Dass der Scaleo ein Raumwunder ist, kann man dennoch nicht behaupten. Er unterscheidet sich in diesem Punkt kaum von den übrigen Systemen. Das Kühlkonzept ist aber anders. Ein Plastikkanal verbindet den passiv gekühlten Prozessor mit einem Lüfter an der Gehäusefront. Dieser Ventilator sollte aufgrund seiner Größe recht leise sein, allerdings wird der Scaleo unter Volllast doch störend laut, wie der Test in der Schallmesskammer bestätigte.

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Das Gehäuse hinterlässt überdies auch einen recht unaufgeräumten Eindruck. Für Erweiterungen ist nicht allzu viel Platz und selbst wenn sich eine weitere Festplatte verhältnismäßig leicht anbringen lässt, ist es doch recht umständlich, an die zugehörigen Schnittstellen auf dem Motherboard heranzukommen. Wer vorhat, viel am PC zu basteln, findet auf jeden Fall Rechner mit geräumigerem Innenleben.

Trotz des engen Budgets hat Siemens eine TV-Karte nebst Fernbedienung im Scaleo untergebracht. Zusammen mit der 320 GByte großen Platte taugt das Gerät also auch als Festplattenrekorder. Dafür mussman Abstriche im Speicherausbau hinnehmen, der mit einem GByte schon an der Untergrenze für ein Vista-System liegt. Auch die Grafikkarte lädt nicht unbedingt zum Spielen ein, auch wenn sie wesentlich leistungsfähiger ist als die SE-Variante im Acer oder die 7500LE im System von HP.

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Die Schnittstellen des Fujitsu-Siemens PCs sind deutlich und unzweideutig beschriftet.

Fazit: Mit der TV-Karte ist der Siemens- Rechner vielseitig einsetzbar. Die Grafik ist für aktuelle Spiele an der unteren Grenze.

Hewlett-Packard Pavilion a650

Von der Grafikkarte einmal abgesehen – hier hat sich HP für eine leistungsmäßig relativ bescheidene, aber dafür leise GeForce 7500LE entschieden – bietet der Pavilion eine durchaus interessante Ausstattung. Mit dem Athlon 64 X2 5000+ werkelt einer der schnellsten Prozessoren aus dem Testfeld in dem Miditower, unterstützt von 2 GByte DDR2-Speicher, die mit 400 MHz arbeiten. Spitzenreiter ist HP bei der Auswahl der Festplatte: 500 GByte, wie sie die Samsung HD501LJ bietet, sind nicht nur unübertroffen, sondern bei den Rechnern dieser Preisklasse einzigartig. Dazu kommt ein DVD-Brenner, der Lightscribe unterstützt. Eigentlich kein Wunder, ist doch HP einer der Mitentwickler dieser auf dem Laser des Brenners basierenden Beschriftungstechnik.

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Ebenfalls auf der Haben-Seite sind die so genannte Media Drive Bay, die zur Aufnahme externer Festplatten mit entsprechender USB-Schnittstelle dient und der Kartenleser, der so ziemlich alles unterstützt, was derzeit an Datenspeichern auf Kartenbasis zu bekommen ist.

Mäßig wird der Pavilion, wenn man ihn einschaltet und das Betriebssystem – es kommt Vista Home Premium zum Einsatz – startet. Da wäre zunächst die äußerst hartnäckige Forderung, sich bei HP zu registrieren. Prinzipiell ist gegen eine solche nichts einzuwenden, aber es sollte doch bitte die Möglichkeit, abzulehnen oder zumindest erneut gefragt zu werden, vorhanden sein.

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Die Schnittstellen an der Gehäusefront sind gut beschriftet und zugänglich. Hübsch ist auch Drive-Bay für externe Platten.

In den Tests zeigte der HP unterschiedliche Leistungen: Dank der flotten CPU kommt er mit Rechnungen a la Cinebench gut zurecht. Die Grafikleistung der 7500LE ist dagegen mäßig und für aktuelle und vor allem kommende 3D-Spiele nicht geeignet.

Das größte Manko ist aber das instabile Verhalten von Windows. Sowohl der Internet-Explorer als auch der normale Explorer melden alle naselang, dass sie nicht funktionieren und erneut gestartet werden müssen. Das ging soweit, dass der letzte Messwert nicht im Netz gespeichertwerden konnte. Da nützt es auch nichts, dass der HP zu den leisesten Systemen im Test gehört.

Fazit: Die vielen Fehlermeldungen kosteten das Testmodell einige Punkte. Bleibt zu hoffen, dass es nur eine Ausnahme ist.

Notebook als Alternative?

Viele Anwender fragen sich angesichts immer besserer und schnellerer Notebooks, ob man sich den Platzbedarf für ein Komplettsystem nicht sparen kann. Wir haben uns ein Notebook angesehen, das in einer ähnlichen Preisklasse liegt wie die gestesteten Systeme. Ganz vergleichbar sind die beiden Konzepte natürlich nicht, sind doch Maus, Tastatur und vor allem der Bildschirm bei einem Notebook schon integriert. Aber da es auf den Preis ankommt, haben wir uns ebenfalls auf die Obergrenze von 799 Euro beschränkt und uns das VR600 von MSI näher angesehen.

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MSI VR600-T2012VHB

Auf den ersten Blick präsentiert sich das VR600 mit ordentlicher Hardware. Ein Dual-Layer-DVD-Brenner ist mit dabei, ebenso wie eine 120 GByte große Festplatte und sogar eine Tastatur mit eigenem Zahlenblock. Soweit genügt das System normalen Ansprüchen noch. Drastischer wird der Unterschied, wenn es um die eigentlichen Leistungsträger wie Grafikkarte und CPU geht. Hier kann das Notebook nicht mit den Komplettsystemen konkurrieren. Der gewählte Chipsatz und Prozessor sind vor allem preiswerte Lösungen, bei denen man Einschränkungen in Bereich der Leistung hinnehmen muss. Dies zeigt sich auch in den Testergebnissen. Im 3DMark erreicht das Notebook gerade einmal 136 Punkte. Das liegt noch einmal ein gutes Stück unter der schlechtesten On-Board-Grafik, unserer Testsysteme, die deshalb auch nicht zum Einsatz kommt.

Im PCMark erreicht das Notebook gute 2499 Punkte, liegt aber auch hier weit zurück. Es gibt auch schnellere Notebooks in ähnlicher Preislage – an die gestesteten Komplettsysteme kommen aber auch sie nicht heran. Bleibt im Vergleich zu Komplettsystem nur die Stärke der Mobilität – die es auch an den Tag legt, wenn es darum geht, es schnell und unauffällig verschwinden zu lassen.

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Die Tastatur ist bei Notebooks inbegriffen, aber keine Konkurrenz zu einem „echten“ PC-Keyboard.

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