LiPo, Mythen und mehr

Alles über Handy- und Laptop-Akkus

Was steckt eigentlich in einem mobilen Akku? Und stimmt es, dass ein Akku länger lebt, wenn man ihn in den Kühlschrank legt? Wir erklären aktuelle Akkutechnologien und räumen mit verbreiteten Mythen auf.

Alles über Handy- und Laptop-Akkus

© Pavel Ignatov - Fotolia.com

Alles über Handy- und Laptop-Akkus

Die gängigen Akku-Typen für mobile Unterhaltungsgeräte, Haushaltsgeräte und Werkzeuge sind Nickelmetallhydrid-Akkus (NiMH) in Batterieform sowie Lithium-Ionen-Akkus (LiIon) als fix verbauter Energiespender in mobilen Geräten.

Allen Akkus gleich ist das grundsätzliche Funktionsprinzip: Ein "Accumulator" (Lateinisch für Sammler) nimmt beim Aufladen über zwei Elektroden (Plus und Minus) elektrische Energie auf, verwandelt diese mithilfe eines flüssigen oder gelartigen Elektrolyts in chemische Energie und speichert sie in einer sogenannten galvanischen Zelle. Ein angehängter Verbraucher kann die gespeicherte Energie nun über die beiden Plus/Minus-Elektroden wieder anfordern, der Akku verwandelt dann die chemische zurück in elektrische Energie.

Lithium-Ionen-Akku

© Porsche

Lithium-Ionen-Akkus sind derzeit unschlagbar

In tragbaren Elektronikgeräten mit fest verbautem oder in ihrer Bauform eindeutig gerätegebundenem Energieversorger haben sich mittlerweile die Lithium-Ionen-Akkus (LiIon) durchgesetzt. Ein großer Vorteil von Lithium-Ionen-Akkus ist die sehr geringe Selbstentladung von weniger als fünf Prozent im Monat. Die oftmals in Batterieform verpackten Nickelmetallhydrid-Akkus verlieren im Monat bis zu 50 Prozent ihrer Ladung.

Darüber hinaus speichern LiIon-Akkus auf gleichem Raum fünf Mal mehr Energie als vergleichbare NiMH-Akkus, wodurch sie in einem Gerät deutlich weniger Platz und Gewicht beanspruchen - gerade bei Smartphones, Tablets und Notebooks ist die damit einhergehende Mobilität ein Killerargument für viele Käufer. Ein NiMH-Akku schafft pro Zelle auch nur auf 1,2 Volt Nennspannung, während der Energiespender auf LiIon-Basis ca. 3,6 bis 3,7 Volt an die Pole bringt.Durch eine Reihenschaltung der jeweiligen Zellen lassen sich die Spannungswerte addieren. Und zu guter Letzt ist das Material bei LiIon-Akkus trotz der hohen Energiedichte vergleichsweise umweltfreundlich.

Lithium-Polymer-Akku

© Hersteller

Lithium-Polymer-Akkus machen durch ihr fehlendes Gehäuse den Bau sehr flacher Notebooks mit trotzdem guter Akkulaufzeit erst möglich.

Akku-Mythen und Fakten

Um den Akku ranken sich eine Reihe von Mythen. Manche waren einst wahr und sind mittlerweile nur veraltet, andere sind schlicht falsch und sogar gefährlich.

1. Akku auf der Heizung regenerieren?

Schwächelnde Batterien und Akkus lassen sich auf der heißen Heizung wieder aufpeppen? Um Gottes willen, bloß nicht nachmachen. Abgesehen von der nicht vorhandenen Erfolgsaussicht auf ein längeres Akkuleben ist das Unterfangen sogar gefährlich. In mobilen Energiespendern stecken flüssige Elektrolyte, die bei Überhitzung aus der Batterie-Ummantelung austreten können. Jene Stoffe sind zum einen ätzend und zum anderen leicht entzündbar.

2. Kühlen für ein längeres Leben?

Im Kühlschrank gelagerte Akkus leben länger? Je kälter, desto besser für den Akku? Diese Behauptung ist definitiv falsch! Richtig ist zwar, dass Akkus extreme Hitze gar nicht schätzen und bei Betriebstemperaturen um die 45 Grad tatsächlich schneller altern, im Kühlschrank fühlt er sich deshalb aber auch nicht wohler - da geht es den Akkus wie den Menschen.

In einem normalen Kühlschrank könnte sich für den Akku gefährliches Kondenswasser bilden, im Eisfach verlieren die inneren Akkuzellen durch die Minustemperaturen ihre Gabe, den Strom wieder abzugeben. Am wohlsten fühlt sich ein Akku etwa zu drei Vierteln aufgeladen in einem trockenen Raum bei einer Umgebungstemperatur von etwa 15 bis 18 Grad Celsius.

3. Gefahr durch explodierende Akkus?

Akkus können explodieren und das Gerät da2525rum herum gleich mitsprengen? Theoretisch vielleicht, in der  Praxis jedoch nicht. Meldungen in der Presse über etwaige Ereignisse haben meist nur den Sinn, große Namen wie Apple und Samsung in die Schlagzeilen zu bringen. Zwar kann ein Akku tatsächlich überhitzen und theoretisch Feuer fangen.

In der Praxis sind jene Akkus aber zumindest von namhaften Herstellern über eine Temperaturkontrolle geschützt. Einziges Gefahrpotenzial haben demnach Akkus aus unbekannter und nebulöser Herkunft, bei dem sich unbekannte Hersteller einfach jegliche Sicherheitsmaßnahmen sparten. Keinerlei Explosionsgefahr besteht übrigens per se nicht bei den Akku- und Batterie-Typen Alkali-Manganoxid (Alkaline), Nickel-Cadmium (NiCd) und Nickel-Metall-Hydrid (NiMH).

4. Akkus sind für einige Geräte unbrauchbar?

Ausnahmsweise ist dies ein Mythos, der heute noch wahr ist. Und zwar gilt dies für alle Geräte, die nur sehr wenig und relativ selten an der Stromquelle nuckeln, etwa Fernbedienungen, Uhren, Anzeigen an wenig benutzen Sportgeräten, Taschenlampen und dergleichen. Der Grund: Die für solche Geräte vorgesehenen NiMH-Akkus in Batterie-Form entladen sich selbst schneller, als besagte Geräte jemals an Energie saugen könnten.

Ein normaler NiMH-Akku verliert in einem Monat rund 50 Prozent seiner Energie-Ladung, bereits am ersten Tag verliert er bis zu 10 Prozent. Einzige Ausnahme bilden sogenannte LSD-NiMHAkkus (LSD = Low Self Discharge), die auf geringe Selbstentladung hin optimiert sind. Nachteil der LSD-NiMH-Akkus ist eine etwas geringere Energie-Kapazität als bei normalen NiMH-Akkus.

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