Alte Zeiten, neue Technik

Ahnenforschung am PC

Viele Menschen interessieren sich für ihre persönliche Geschichte. Im Internet suchen sie nach Spuren ihrer Vergangenheit. Warum das Netz dafür hervorragend geeignet ist und wie PC-Software beim Erstellen der Familienchronik hilft, lesen Sie im Folgenden.

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Seit alters her wollen Menschen wissen, wer ihre Vorfahren waren, wie sie lebten, was sie dachten und was sie fühlten. In der Antike war Ahnenforschung oft mit Geschichtsschreibung identisch. Im Mittelalter beschäftigte sich vor allem der Adel mit seiner Abstammung, um Besitzansprüche geltend zu machen oder um die Qualifikation für Ämter abzuleiten.

An der Wende zur Neuzeit begannen auch Bürger damit, ihre Vorfahren zu entdecken. Heute ist Ahnenforschung nicht nur eine anerkannte Wissenschaft, sondern auch für viele ein äußerst beliebtes Hobby. Kein Wunder, war das Forschen doch nie zuvor so einfach wie heute.

Dank neuer, leistungsfähiger Software lässt sich die eigene Familiengeschichte bis ins kleinste Detail aufzeichnen. Dabei ist das Internet als Forschungsquelle nicht mehr wegzudenken.Die Auswahl an Software und Web-Diensten, mit deren Hilfe Hobby-Genealogen ihre Forschungsdaten erfassen, präsentieren und mit Gleichgesinnten austauschen können, ist inzwischen riesig.

So stellt sich für Ein- und Um- oder Neusteiger die Frage, ob sie besser eine Software oder einen Online-Dienst oder gar beides für ihr Hobby nutzen sollten. Leider lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Welche Lösung die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Vorzüge eines auf dem Computer installierten Programmes können sein:

  • der oft größere, manchmal auch professionellere Funktionsumfang,
  • die höhere Arbeitsgeschwindigkeit,
  • die Möglichkeit, ohne bestehende Internetverbindung zu arbeiten.

Wer allerdings mit Desktop-PC und Notebook seinem Hobby nachgehen will, muss die Software mehrfach installieren. Außerdem ist es schwierig, die Daten immer synchron und aktuell zu halten.

Hingegen punkten genealogische Online-Dienste mit den folgenden Vorteilen:

  • Datenspeicherung und -zugriff sind immer und überall möglich, auch im Internetcafe,
  • das gemeinsame Bearbeiten von Daten mit anderen Nutzern ist möglich, ohne dass die Daten exportiert werden müssen,
  • das Kennenlernen von Ahnenforschern mit gleichen Interessensgebieten wird vereinfacht (Stichwort: "Netzwerken").

Allerdings bringen die Web-Lösungen auch ein paar Nachteile mit sich. Die Benutzeroberfläche ändert sich öfters, weil neue Features auftauchen. Ferner kann eine stockende Internetverbindung die Freude an der Ahnenforschung trüben - eine fehlende macht sie ganz und gar unmöglich. Ganz abgesehen davon muss der Nutzer selbst dafür sorgen, dass seine Online-Daten nicht in falsche Hände geraten.

Wichtig für die erfolgreiche Ahnenforschung ist vor allem, dass bestimmte Leistungsmerkmale in der Software bzw. im Online-Dienst vorhanden sind. Dazu gehört der Datenaustausch per GEDCOM.

Mit GEDCOM Daten tauschen

Familienbande

© PCgo

Das kostenlose Programm Familienbande stellt Ahnentafeln professionell dar - nach internationalem Standard mit Kekule-Nummernsystem.

GEDCOM (GEnealogical Data COMmunications) ist ein standardisiertes Dateiformat für den Datenaustausch zwischen Software und Online-Diensten zur Ahnenforschung. Daten lassen sich über dieses Format problemlos exportieren und importieren. Technisch gesehen handelt es sich um strukturierte Textdateien. Sogenannte Tags, also im Prinzip Überschriften, definieren in der Datei den nachfolgenden Inhalt.

Dem aktuellen GEDCOM-Standard 5.5 fehlen allerdings einige Tags. So sind beispielsweise keine Tags für Angaben zu Taufpaten und Trauzeugen vorgesehen. Das kann beim Austausch von Daten zwischen unterschiedlichen Programmen und Online-Diensten zu Problemen führen.

Viele Software-Hersteller und Anbieter von Web-Diensten ermöglichen jedoch den Austausch aller Daten durch eigenständige Erweiterung des GEDCOM- Standards um die fehlenden Tags.

Wichtige Funktionen

Neben dem GEDCOM-Import und -Export sind einige weitere Funktionen unverzichtbar. Jede Ahnenforschungs-Software und jeder Online-Dienst sollte diese Funktionen bieten. Ein Verzicht darauf macht die Lösung praktisch unbrauchbar. Dazu gehört die Ausgabe der Forschungsergebnisse in zweierlei Formen: als Ahnentafel und als Stammbaum.

Leider wird die Ahnentafel in einigen Programmen als "Familienstammbaum" bezeichnet, was genealogisch falsch ist und für Verwirrung sorgt. Auch vermischen einige Anwendungen Ahnentafel und Stammbaum.

Eine Ahnentafel ist eine grafische Auswertung der Vorfahren einer Zielperson. Als Stammbaum bezeichnet man dagegen die grafische Auswertung der Nachfahren einer Person. Professionelle Ahnenforschungsprogramme bieten auch die Darstellung der Nachfahren als sogenannte Stammliste an.

Des Weiteren ist eine möglichst frei konfigurierbare Ausgabe der Daten zum Drucker wichtig - im Idealfall auch als PDF-Dokument. Einige Lösungen glänzen zusätzlich mit der Möglichkeit, Ergebnisse der Ahnenforschung als Webseite auszugeben.

Während bei Online-Diensten die Betreiber für die Updates der Programme sorgen, müssen sich Nutzer bei Desktop-Programmen selbst um Updates kümmern. Gute Genealogie-Programme bieten eine automatische Update-Funktion und liefern regelmäßig Verbesserungen. Die im oben stehenden Kasten "5 Genealogie-Programme" vorgestellten Lösungen sind hierin vorbildlich.

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