WiFi-Ratgeber

AC-WLAN: Heimnetz günstig mit schnellem WLAN aufrüsten

Sie wollen Ihr WLAN schneller machen? Rüsten Sie Ihr Heimnetz auf AC-WLAN auf. Wir zeigen, wie Sie das günstig und mit wenig Aufwand schaffen.

WLAN-AC nachrüsten

© Mikko Lemola - Fotolia.com

AC-WLAN nachrüsten – so machen Sie ihr WiFi schneller!

Wir zeigen verschiedene Wege auf, um Ihr Heimnetz möglichst kostengünstig auf den schnellen, aktuellen AC-WLAN-Standard umzurüsten. Dabei können Sie Ihren alten Modem-Router sogar weiterverwenden.

Der neue WLAN-Standard 802.11ac (oder kurz "AC-WLAN") wurde Ende 2013 endgültig verabschiedet. Schon zwei Jahre später sind die Läden voll mit AC-Geräten. Doch worin liegen die Vorteile des neuen WLAN-Standards? Lohnt sich das Aufrüsten?

AC-WLAN bringt deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten als der vorangegangene N-Standard (802.11n). AC-WLAN unterstützt ebenso wie schon der N-Standard die parallele Übertragung von Daten über mehrere Antennen, was im Fachjargon mit "MIMO" umschrieben wird. MIMO steht als Abkürzung für "Multiple Input Multiple Output" und sagt aus, dass WLAN-Geräte gleichzeitig mit mehreren Antennen übertragen können. Doch während bei N-WLAN nur mit maximal 40 MHz Bandbreite übertragen wird, stehen bei AC-WLAN 80 MHz (theoretisch sogar 160 MHz) zur Verfügung.

Damit erreichen AC-WLAN-Geräte eine rund dreimal so hohe Übertragungsgeschwindigkeit wie ein N-WLAN-Gerät, das über die gleiche Anzahl von MIMO-Antennen verfügt. Doch es gibt noch mehr Verbesserungen: zum Beispiel die richtungsorientierte Datenübertragung ("Beamforming") oder die zeitgleiche Kommunikation mit mehreren verschiedenen AC-WLAN-Clients, die auch als "Multi-User-MIMO" oder "MU-MIMO" bezeichnet wird. Allerdings wird MU-MIMO aktuell nur von AC-WLAN-Geräten der zweiten Generation (sogenannte "Wave 2"-Geräten) unterstützt. Hierzu zählen eine Handvoll teurer WLAN-Router sowie einige Smartphone-Modelle, wie beispielsweise das neue Nexus 5X von Google (Test auf connect.de).

TEW 830AP

© Trendnet

Günstige Lösung: Der TEW-830AP macht Ihren Router AC-WLAN-fähig.

5-GHz-Band löst 2,4-GHz-Problem

Der entscheidende Vorteil von AC-WLAN liegt darin, dass es die Daten im breiten und wenig genutzten 5-GHz-Band überträgt und nicht im überlasteten 2,4-GHz-Band. Der nur etwa 80 MHz breite Funkkorridor, der im 2,4-GHz-Band für Übertragungen bereitsteht, kann bereits von zwei benachbarten WLAN-Routern vollständig belegt werden. Jeder weitere WLAN-Router oder Access-Point in der Umgebung stört die Übertragung seiner Nachbarn, was dann automatisch zu einer Herabsetzung der Übertragungsrate oder zu Verbindungsabbrüchen führt. Im 5-GHz-Band ist der verfügbare Funkkorridor mit knapp 400 MHz rund fünfmal so breit wie das 2,4-GHz-Band.

Aufteilung im WLAN

Die Aufrüstung im Heimnetz mit AC-WLAN verfolgt also nicht nur den Zweck, eine schnellere Funkverbindung zu erhalten, sondern sorgt zusätzlich für eine Aufteilung in zwei unabhängige Funkbänder, die sich gegenseitig nicht stören. Das 5-GHz-Band eignet sich dabei besonders für bandbreitenhungrige Multimedia-Anwendungen (wie Videostreaming etc.), wobei die Reichweite des kurzwelligeren 5-GHz-WLANs durch Wände meist stärker abgeschwächt wird. Das 2,4-GHz-WLAN kommt weiterhin bei weniger bandbreitenintensiven Anwendungen (wie Surfen, Mailen etc.) zum Einsatz.

TEW 830AP Antenne

© Trendnet

Aber: Der TEW-830AP hat nur eine Antenne und überträgt deshalb langsamer.

Die Ausstattung Ihres Heimnetzes mit AC-WLAN erfolgt in zwei Schritten: zuerst die Basisstation, dann die Clients.

WLAN-Basisstation aufrüsten:

1. Router mit AC-AP erweitern

Der Access-Point (AP) TEW-830AP von Trendnet ist eine günstige Lösung, um den bestehenden Router aufzurüsten. Der Access-Point wird per LAN-Kabel direkt an einen freien LAN-Port Ihres Modem-Routers angeschlossen. Wichtig dabei: Der kleine Trendnet-Access-Point funkt ausschließlich im 5-GHz- Band. Das ist eine Besonderheit, denn nahezu alle AC-WLAN-Geräte besitzen neben dem 5-GHz-Funkmodul zusätzlich noch ein 2,4-GHz-Modul, damit sie auch mit N-WLAN-Geräten kommunizieren können. Diese Geräte bezeichnet man deshalb auch als dualbandfähig.

Nicht so der TEW-830AP: Damit Sie dieses Gerät per WLAN-Verbindung einrichten können, benötigen Sie folglich einen Client mit 5-GHz-Funkmodul. Der Trendnet- Access-Point hat nur eine Sende-Empfangs- Antenne (1x1) integriert und überträgt deshalb mit maximal 433 Mbit/s. Da der integrierte LAN-Port nur Fast-Ethernet unterstützt, erreichen Sie als Nettotransferrate im besten Fall rund 93 Mbit/s. Dafür kostet der Access-Point im Handel auch nur 50 Euro.

AVM AC WLAN Repeater

© Fritzbox

AVMs schneller AC-WLAN-Repeater besitzt drei interne Antennen und kann bei Bedarf als Access-Point betrieben werden.

2. Router mit Repeater erweitern

Eine weitere interessante Möglichkeit, seinen bestehenden Modem-Router mit AC-WLAN zu erweitern, besteht im Einsatz eines umkonfigurierten AC-WLAN-Repeaters. Im Handel werden schon seit einiger Zeit dualbandfähige AC-WLAN-Repeater angeboten, die eigentlich dazu dienen, ein bereits vorhandenes AC-WLAN-Funknetz über eine drahtlose Brücke zu erweitern. Viele dieser Repeater besitzen jedoch zusätzliche Betriebsmodi und können auch als Access- Point betrieben werden.

Voraussetzung: Der Repeater benötigt hierzu einen LAN-Port. Um den Betriebsmodus von Repeater auf Access-Point umzustellen, muss man in der Regel in das Browser-Menü des Repeaters wechseln. Sobald das Gerät in den Access- Point-Modus geschaltet wurde, verbindet man es per Netzwerkkabel mit einem LAN-Port des bestehenden Routers. Gegebenenfalls kann man sich noch entscheiden, ob man das alte 2,4-GHz-WLAN am Router abschaltet und durch das vom Access-Point-Repeater ersetzt. In dichter besiedelten Gebieten ist es sinnvoll, eines der beiden 2,4-GHz-WLANs abzuschalten. Am besten, Sie lassen das Funkmodul mit den meisten Antennen aktiviert.

Bei den AC-WLAN-Repeatern mit Access-Point-Funktionalität steigt der Preis meist mit zunehmender Antennenzahl. Die derzeit schnellsten AC-WLAN-Repeater besitzen drei Antennen (3x3) und übertragen im 5-GHz-Band mit bis zu 1300 Mbit/s. Hierzu zählt beispielsweise AVMs 1750E, der aktuell noch rund 75 Euro kostet. Für etwa denselben Preis bietet Netgear einen AC-WLAN-Repeater mit zwei Antennen (2x2) und 867 Mbit/s Übertragungsrate bei 5 GHz. Hier lässt sich der Betriebsmodus über einen Regler am Gehäuse des Repeaters umschalten.

Powerline mit AC WLAN

© Weka/ Archiv

Bei Devolos dLAN 1200+ WiFi ac Kit ist der zweite Powerline-Adapter (rechts) mit einem dualbandfähigen AC-WLAN-Access-Point ausgestattet.

3. Router mit AC-WLAN-Router im AP-Modus erweitern

Doch auch ein günstiger AC-WLAN-Router kann als Access-Point am bestehenden Modem-Router eingesetzt werden. Bevor man den AC-WLAN-Router jedoch per LAN-Kabel mit seinem Modem-Router verbindet, sind einige Anpassungen erforderlich. So müssen im AC-WLAN-Router der DHCP-Server deaktiviert und die interne IP-Adresse an die Netzwerkadresse des Haupt-Routers angepasst werden. Die Anpassung der IP-Adresse ist zwar nicht zwingend notwendig, doch tut man sich dadurch leichter, um später auf das Webmenü des Access-Point-Routers zugreifen zu können.

Manche Router, wie zum Beispiel Zyxels NBG6515, lassen sich durch einen außenliegenden Schalter in den Access-Point-Modus versetzen. Im Idealfall holt sich der Access-Point-Router seine interne IP-Adresse vom Haupt-Router. Falls dem nicht so ist, muss die IP-Adresse manuell an die Netzwerkadresse des Hauptrouters angepasst werden. Achtung: Nachdem Sie den AC-WLAN-Router als AC-WLAN-Access-Point konfiguriert haben, verbinden Sie ihn mit dem Haupt-Router. Das LAN-Verbindungskabel stecken Sie mit dem einen Ende in den LAN-1-Anschluss des Access-Point-Routers (nicht in den WAN-Anschluss) und mit dem anderen Ende in einen beliebigen freien LAN-Port des Haupt-(Modem-)Routers.

Devolo 1200 WiFi Adapter

© Devolo

Devolos 1200+ WiFi ac Adapter macht aus jeder Steckdose einen AC-WLAN-Access-Point.

4. Powerline-Adapter-Kit mit integriertem AC-WLAN-Access-Point

Eine gute Aufrüstlösung bietet das Devolo dLAN 1200+ WiFi ac Kit. Hierbei handelt es sich um ein schnelles Powerline-Adapterkit, das eine Netzwerkverbindung über das heimische Stromnetz überbrücken kann. Der erste Adapter wird dabei per LAN-Kabel mit dem Router verbunden. Der zweite Powerline-Adapter ist mit einem AC-WLAN-Access-Point ausgestattet, kann in eine beliebige Steckdose im Haushalt eingesteckt werden und erzeugt dort über zwei interne Antennen ein AC-WLAN-Netz mit bis zu 867 Mbit/s Datenrate. Das zweite WLAN-Modul des Dualband-Access-Points funkt bei 2,4 GHz mit bis zu 300 Mbit/s.

Zugegeben: Mit rund 180 Euro kostet dieses Powerline-AC-WLAN-Kit ungefähr ebenso viel wie ein neuer AC-WLAN-Modem-Router. Allerdings liegt der Charme dieser Lösung darin, dass das WLAN-Netz an einer beliebigen Stelle im Haushalt aufgespannt werden kann und durch Umstecken problemlos an einer anderen Stelle eingerichtet werden kann.

WLAN-Clients aufrüsten:

1. AC-Adapter für USB-Schnittstelle

Wer PCs oder Notebooks schnell und unkompliziert mit AC-WLAN aufrüsten möchte, verwendet hierzu am besten einen USB-Adapter. Es gibt sehr kleine USB-Adapter mit meist nur einer internen Antenne, aber auch größere Adapter mit meist zwei internen oder externen Antennen. Jedem Adapter liegt in der Regel ein entsprechender Treiber auf CD oder DVD bei, der vor dem Einstecken installiert werden muss.

D-Links 3x3-AC-WLAN-Adapter

© D-Links

D-Links 3x3-AC-WLAN-Adapter erinnert ein wenig an den Todesstern in Star Wars.

Wichtig: Da ein USB-2.0-Anschluss maximal 480 Mbit/s übertragen kann, genügt einem 1x1-WLAN-USB-Adapter mit maximal 433 Mbit/s Übertragungsrate eine USB-2.0-Schnittstelle. USB-WLAN-Adapter mit zwei (2x2) oder gar drei (3x3) Sende-Empfangsantennen müssen eine USB-3.0-Schnittstelle besitzen und sollten auch an einer solchen am PC oder Notebook betrieben werden. Wer einen älteren PC oder ein älteres Notebook ohne USB-3.0-Anschluss besitzt, kann immerhin einen 1x1-AC-WLAN-Adapter damit betreiben. Schnellere Adapter werden von dem langsamen USB-2.0-Anschluss ausgebremst.

2. AC-WLAN-Adapter für die LAN-Schnittstelle

Das weitgehend unbelastete 5-GHz-Band eignet sich besonders zur störungsfreien Übertragung von Multimedia-Inhalten, wie zum Beispiel hochauflösende Videostreams oder die Weiterleitung des TV-Signals. Eine WLAN-Media-Bridge macht beliebige Heimnetzgeräte mit LAN-Anschluss WLAN-fähig. Hierzu verbindet man das entsprechende LAN-Gerät (Player, Fernseher, Spielkonsole etc.) per Netzwerkkabel mit der MediaBridge. Diese wiederum baut über 5 GHz eine Funkverbindung zum AC-WLAN-Router oder -Access-Point auf.

Allerdings finden sich aktuell nur sehr wenige AC-WLAN-Bridges im Handel, darunter ein dualbandfähiges Gerät von Trendnet (TEW-800MB) und eine ausschließlich im 5-GHz-Band funkende Bridge von (damals noch) Cisco Linksys (WUMC710).

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TP-Link TL-WA850RE
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