Ratgeber: "Windows"

Abstürze & Co.: 8 Tipps zur Fehlerbehebung

Wenn der PC streikt, kann das viele Ursachen haben. Die Liste reicht von Anwenderfehlern, einfachen Treiberproblemen, falschen BIOS-Einstellungen bis hin zu kaputten Komponenten. Wir geben Ihnen acht nützliche Tipps zur Fehlersuche.

Abstürze & Co.: 8 Tipps zur Fehlerbehebung

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Abstürze & Co.: 8 Tipps zur Fehlerbehebung

Der PC zeigt auf einmal nur noch einen schwarzen Bildschirm? Nach zehn oder zwanzig Minuten fehlerfreiem Betrieb stürzt Ihre Lieblings-Software ab? Manche Anwendungen laufen nicht stabil? Ihr Rechner startet aus unersichtlichen Gründen neu?

Wichtig: Ruhe bewahren!

Hektisches Agieren hat schon oft den Schaden vergrößert anstatt ihn zu reparieren. Besser ist es, zunächst eine genaue Analyse des Problems vorzunehmen.Tools und genaues Beobachten helfen hier bei der Fehlereingrenzung. Auch das Betriebssystem unterstützt Sie mit Diagnose-Tools und Protokollen, um den Fehlern auf die Spur zu kommen.

Tipp 1: Überprüfen Sie zunächst alle Anschlüsse

Wenn gar nichts geht, gerät manchmal auch der besonnenste Zeitgenosse in Panik. Schließen Sie die einfachen Ursachen aus.

Haben Sie kürzlich den Rechner bewegt? Oder den Schreibtisch mal richtig gründlich aufgeräumt und sauber gemacht? Dann müssen Sie erst mal alle Stromzufuhren kontrollieren.

Stecken die Stromkabel im Rechner? Sind alle Schalter an: vom Dreierstecker, am Gehäuse, vom Monitor und der Startschalter? Stecken die Kabel fest? Läuft der Lüfter?

Tipp 2: Kontrollieren Sie neue Hardware

Häufige Symptome bei beschädigten Mainboards sind Probleme beim Bootvorgang, BIOS-Fehlermeldungen, Unverträglichkeiten mit neuer Hardware oder ein Totalausfall.

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Mit dem Tool Belarc Advisor 8.2g identifizieren Sie die Hardware- Komponenten, die in Ihrem Rechner verbaut sind.

Wenn sich der Rechner merkwürdig verhält - insbesondere nachdem Veränderungen an Hardware oder Betriebssystem vorgenommen wurden - lohnt es sich, das BIOS zu aktualisieren. Wenn Windows noch im abgesicherten Modus bootet, können auch Treiberprobleme die Ursache sein. Wenn das Mainboard kaputt ist, hilft nur Ersatz.

Tipp 3: Aktualisieren Sie das BIOS

Bestimmen Sie mit dem Tool Belarc Advisor den Mainboardhersteller und die genaue Typenbezeichnung. Nun laden Sie auf der Herstellerseite des Mainboards das passende BIOS-Update. Sollten mehrere Revisionsnummern zur Auswahl stehen muss auch diese übereinstimmen. Wenn das Tool Ihnen nicht weiterhilft, müssen Sie den Rechner öffnen und den entsprechenden Aufdruck auf dem Mainboard suchen.

Oft findet sich diese Information zwischen zwei Erweiterungs-Slots, manchmal aber auch irgendwo am Rand der Platine. Die Software, die das BIOS-Update auf das Mainboard schreibt, finden Sie ebenfalls auf den Herstellerseiten. Nach geglücktem BIOS-Update stellen Sie zunächst die Standard-Einstellungen (Default Settings) ein. Oft lösen sich dadurch alle Probleme von selbst.

Tipp 4: Checken Sie die Grafikkarte

Wenn sich die Grafikkarte verweigert, kommt es oft zum Absturz beim Betriebssystemstart oder bei hoher Grafiklast. Außerdem gibt es eine fehlerhafte Bilddarstellung.

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Nach dem Start präsentiert das kostenlose GPUZ ein Infofenster mit Angaben zu Hersteller, Modell, Clocking-Einstellungen und Treiber.

Gerade bei preiswerten Rechnergehäusen kann es vorkommen, dass die Grafikkarte nicht zuverlässig in ihrem Steckplatz sitzt. Manchmal ist aber auch der Steckplatz selbst das Problem. Hier können Sie die Grafikkarte testweise in einen anderen Slot - so auf dem Board vorhanden - einsetzen. Der Piep-Code des BIOS für eine nicht korrekt erkannte Grafikkarte lautet: ein Mal lang, zwei Mal kurz.

Stürzt das Betriebssystem in der Endphase seines Startvorgangs ab, ist das ein Indiz für ein Grafikkarten-Problem. Dann sollten Sie versuchen, das System im abgesicherten Modus zu starten. Gelingt das, deinstallieren Sie den Grafikkartentreiber (unter Programme deinstallieren).

Starten Sie das System neu. Nun sollte Windows mit dem Standard-VESA-Treiber starten. Laden Sie sich den neuesten Grafikkarten-Treiber beim Hersteller des Grafikkarten-Chips (AMD, Nvidia, Intel). Tritt trotz frisch installierten Treibern das Problem wieder auf, weist das auf einen Defekt der Grafikkarte hin.

Treten Probleme nur bei vereinzelten Anwendungen - vornehmlich Spielen - auf, sollten Sie ebenfalls zunächst die aktuellsten Treiber einspielen. Oft hilft auch der passende Patch des Spieleherstellers.

Tipp 5: Kontrollieren Sie die Festplatte

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Mit dem Tool Crystal- DiskInfo lesen Sie die S.M.A.R.T.-Werte einer Festplatte aus. Damit lassen sich Fehler frühzeitig erkennen.

Festplatten halten leider nicht ewig. Werden Sie altersschwach, gehen sie schrittweise kaputt. Sie merken das durch fehlende oder extrem langsame Zugriffe auf die Dateien, durch unvermittelte Abstürze sowie durch Fehler beim Starten des Betriebssystems.

Machen Sie eine Diagnose der Festplatte. Vermeiden Sie Virenscans oder langwierige Oberflächentests.

Einen guten Hinweis geben die S.M.A.R.T.-Werte, die jede moderne Platte protokolliert. Wenn Tools die Werte nicht auslesen können, schauen Sie im BIOS nach, ob die Funktion dort eingeschaltet ist. Die Freeware Crystal-DiskInfo etwa liest die Diagnosedaten der Festplatte aus und liefert eine Prognose des Gesamtzustands. Außerdem zeigt das Tool die aktuelle Festplattentemperatur und verrät die bisherige Laufwerkslaufzeit.

Controller-Defekte machen sich durch wiederholte Klack-Geräusche unmittelbar nach dem  Plattenstart bemerkbar. Auch hier sollten Sie sofort mit der Datensicherung beginnen. Wird die Festplatte nicht erkannt, kontrollieren Sie, ob IDE- oder SATA-Kabel sowie die Stromversorgung richtig stecken.

Tipp 6: Achten Sie auf die Temperaturen

Unvermittelte Abstürze bei hoher Systemlast und bei hohen Zimmertemperaturen oder längerem Rechnerbetrieb sind ein Zeichen für Hitzeprobleme. Sie sind in der Regel nicht reproduzierbar.

Ein Tool, um die Temperaturen in Ihrem Rechner zu messen, sollte bei Ihren Mainboard-Unterlagen dabei sein. Fehlt es, können Sie es auf den Internetseiten des Herstellers runterladen. Welche maximale Temperatur für welche Komponente noch erlauabt ist, kann man pauschal nicht zu beantworten. Während manch Athlon oder Core 2 Duo schon bei 70 Grad in Schwierigkeiten gerät, rechnet der eine oder andere Mobil-Prozessor noch bei 100 Grad munter weiter.

Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Temperatur, desto besser ist das für die Stabilität und Lebensdauer. Die praktische Erfahrung im PC-Magazin-Labor zeigt, dass CPU-Temperaturen oberhalb von 60 Grad bzw. Core-Temperaturen von über 75 Grad gerne zu Problemen führen. Wird es der CPU richtig heiß, hat das Betriebssystem bestenfalls noch Zeit, einen Bluescreen anzuzeigen.

Oft schaltet sich der Rechner aber auch einfach ab. Häufige Überhitzung führt zur rapiden Alterung und damit schlimmstenfalls zum vorzeitigen Tod der CPU. Für Grafikprozessoren geben die meisten Hersteller Temperaturen um 90 Grad an. Darüber treten erfahrungsgemäß auch hier Probleme auf.

Deutlich weniger Hitzestress sollten Festplatten ausgesetzt werden. Für ein langes Plattenleben sollten Sie Temperaturen von 45 Grad oder weniger anstreben. Darüber ist auch hier mit rapider Alterung zu rechnen. Erhöhen Sie die Kühlsysteme im Rechner durch größere Kühlkörper und stärkere Lüfter.

Tipp 7: Nutzen Sie die Windows-Protokollfunktion

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Mit der Windows 7-Ereignisanzeige kommen Sie ohne Tools Problemen auf die Spur.

Wenn Windows nur gelegentlich abstürzt, vielleicht auch nur einzelne Anwendungen, könnten Sie die Windows-Protokollfunktionen auf die Suche nach der Ursache schicken.

Das Tool, das Ihnen verrät, was auf Ihrem PC alles passiert, heißt Ereignisanzeige. Sie starten das Programm über Start mit dem Befehl eventvwr.msc. Bei Windows 7 gibt es drei Unterpunkte: Benutzerdefinierte Ansichten, Windows-Protokolle sowie Anwendungs- und Dienstprogramme. Anwendung, Sicherheit und System finden Sie unter Windows-Protokolle. Andere Programme wie den Internet Explorer, Media Center oder Microsoft Office stehen unter Anwendungs- und Dienstprogramme.

Für die Fehlerdiagnose reichen in den meisten Fällen die Standardprotokolle aus. Das Anwendungsprotokoll verzeichnet dabei alle Für die Fehlerdiagnose reichen in den meisten

Fällen die Standardprotokolle aus. Das Anwendungsprotokoll verzeichnet dabei alle Ereignisse (Events), ab Vista Ebene genannt, die von installierten Programmen ausgelöst werden. Welche  Events das im Einzelnen sind, bestimmt aber nicht Windows, sondern die Entwickler des  Programms. Am häufigsten kommen die Einträge Informationen vor.

Wichtig: Etwas mehr Aufmerksamkeit ist bei Warnungen angebracht

Sie weisen meist auf Probleme hin, die in Kürze auftreten können. Eine Warnung wird etwa ausgelöst, wenn der Festplattenspeicher knapp wird. Zur Sache geht es bei Fehler und Kritisch. Das Sicherheitsprotokoll kennt außerdem noch die  beiden Ebenen Erfolgsüberwachung und Fehlerversuchsüberwachung. Neben dem Typ werden  Datum und Uhrzeit zu jedem Ereignis protokolliert. Wichtig ist vor allem die Ereigniskennung  (Event-ID). Diese benötigen Sie, wenn Sie bei Microsoft oder auf der  Webseite EventID nach der Bedeutung der Meldung suchen. Hatten Sie einen BlueScreen (Absturz), kommen Sie mit dem kostenlosen Tool Blue-ScreenView weiter. Es entschlüsselt für Sie die kryptischen Fehlermeldungen von Windows bei BlueScreens.

Tipp 8: Tauschen Sie Mainboard-Batterie und Netzteil

Gerade bei älteren Rechnern kommt es ab und zu vor, dass die Batterie auf dem Mainboard leer ist. Hier hilft nur ein Austausch.

Kommt während des Bootvorgangs sporadisch die Meldung CMOS Checksum Error, ist meistens die Lithium-Batteriezelle auf dem Mainboard leer. In der Regel sind das Batterien des Standard-Typ CR 2032, wobei die 20 für den Durchmesser in Millimeter und 32 für die Dicke (in 1/10-Millimetern) steht. Notfalls geht auch eine dünnere Knopfzelle (CR2016).

Bei einem Totalausfall ist oft das Netzteil verantwortlich. Doch auch wenn der PC bei hoher Systemlast abstürzt oder ein merkwürdiges Verhalten zeigt, kann das Netzteil dafür verantwortlich sein.

Ob es am Netzteil liegt, bekommen Sie jedoch nur durch Ausprobieren raus. Dazu benötigen Sie jedoch ein funktionierendes Netzteil, das nur die wenigsten Anwender Zuhause haben dürften. Falls Sie sich eins leihen können, schauen Sie, ob der Rechner startet.

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