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Die Schwarze Liste des Webs Abofallen im Internet: Abzocke erkennen und vermeiden

Wer beim Surfen nicht aufpasst, kann schnell Opfer eines Abzockers werden. Wir klären auf, woran man miese Internet-Angebote erkennt und wie man sich gegen Abzocker wehrt.
Die Schwarze Liste des Webs

Wer beim Surfen nicht aufpasst, kann schnell Opfer eines Abzockers werden. Wir klären auf, woran man miese Internet-Angebote erkennt und wie man sich gegen die Abzocker wehrt.

Als erwiesener Schnäppchenjäger entdeckte Hartmut K. Anfang diesen Jahres die Seite fabriken.de. In dieser kostenlosen Schnäppchen-Gemeinschaft gäbe es die besten Adressen für Fabrikverkäufe, Outlets und Restposten. Mode, Elektronik, Kosmetik oder Freizeitbedarf – fast alles um bis zu 80 Prozent billiger. Begeistert meldete sich K. an und zunächst schien alles in Ordnung.

Anfang März kam die Überraschung per Post: K. erhielt eine Rechnung über 84 Euro. Der Betreiber von fabriken.de hatte die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) geändert und verlangt nun einen Jahresbeitrag.

Darüber informierte er seine Kunden allerdings nur in einem E-Mail-Newsletter, die entsprechende Passage war gut versteckt im Fließtext. Inzwischen ermittelt die Kripo NRW wegen des Verdachts des Betruges und bittet weitere Geschädigte sich zu melden. Die Liste solcher Abzocker ist lang, ihre Masche aber meist die Gleiche.

Selbst wenn nur wenige der Rechnungsempfänger zahlen, kommen die Betrüger bereits auf ihre Kosten. Stutzig sollte man immer dann sein, wenn für die Nutzung eines scheinbar kostenlosen Dienstes die Angabe persönlicher Daten wie Name und Adresse verlangt wird.

Hier sollte man vorher unbedingt das Kleingedruckteund die AGBs lesen und im Zweifelsfall auf eine Anmeldung verzichten. Besonders dreist in Sachen "Kleingedrucktes" trieb es dabei die Firma IgluSoft Medien GmbH, die für Angebote wie www.eusms.de oder www.youminder.de verantwortlich ist.

Die Hinweisezu den einmaligen Einrichtungspreisen erschienen erst am unteren Bildschirmrand in identischer Farbe wie der Hintergrund. Erst nachdem Verbraucherzentralen eine Unterlassungserklärung erwirkten, wurde dies geändert. Inwischen wird auf der Startseite deutlich auf die Kosten hingewiesen.

Abzocke im Internet

Wurden Sie bereits Opfer von dubiosen Angeboten und Abofallen?

Ja leider, ich habe nicht aufgepasst.81.4%
Nein, glücklicherweise noch nicht.18.6%

Lockmittel Gewinnspiel

Ein beliebtes Mittel, um potenzielle Opfer zu ködern, sind Gewinnspiele. Bestes Beispiel dafür ist die Seite every-game.com. Auf der Startseite lockt prominent ein Gewinnspiel, bei dem es fünfmal eine Playstation 3 zu gewinnen gibt. Wer den zugehörigen Link anklickt, landet schnell auf einem Formular, in das man Name und Adresse angeben soll.

Nicht ungewöhnlich, sollte man meinen, um an einem Gewinnspiel teilzunehmen. In Wirklichkeit hat sich die Schlinge aber schon fast um den Hals des unbedarften Surfers gelegt, denn bei dem Formular handelt es sich um die Anmeldung für den genannten Online-Dienst.

Abofalle Gewinnspiel: im Kleingedruckten
sind die monatlichen Kosten versteckt.
Abofalle Gewinnspiel: im Kleingedruckten sind die monatlichen Kosten versteckt.

Wer jetzt einen Haken vor das Kästchen mit den AGBs setzt und auf "Jetzt anmelden" klickt, nimmt nicht nur an einem Gewinnspiel teil, sondern meldet sich für die Nutzung von every-game.com an. Für die Einrichtung der Mitgliedschaft verlangt der Anbieter, die NETContent Ltd. mit Sitz in Frankfurt am Main, ein sogenanntes "Nutzungsentgelt" in Höhe von 59,95 Euro.

Das wäre akzeptabel, wenn every-game.com einen echten Gegenwert bieten würde. Zwar werden dort mehrere Hundert Spiele zum Herunterladen angeboten, doch das Meiste davon ist Freeware, die es anderswo kostenlos gibt. Von tollen Gewinnspielen sollte man sich also keinesfalls verführen lassen, persönliche Daten wie die eigene Adresse anzugeben, gerade dann, wenn man zusätzlich noch irgendwelchen AGBs zustimmen soll.

Ähnliche Nutzungsentgelte verlangen übrigens auch Seiten wie www.gedichte-server.com für den Zugriff auf eine Gedichtdatenbank. Auf www.sudoku-welt.com wird mit Sudoku-Rätseln gelockt und auf www.kochrezepte-server.com werden Rezepte feilgeboten. Wer seine Daten angibt, bekommt hier jeweils eine Rechnung über 39,95 oder 49,95 Euro präsentiert.

Professionelle Abzocker

Zu einer wenig rühmlichen Bekanntheit unter den Abzockern haben es die Gebrüder Schmidtlein gebracht. Zu Zeiten, als man sich noch mit Modem oder per ISDN ins Internet einwählte, lockten sie so manchen Surfer mit kostenpflichtigen Einwahlprogrammen ("Dialern") in die Falle. Erst nach dem Verbot der 0190er-Nummern durch die Bundesnetzagentur und der steigenden Verbreitung von DSL-Anschlüssen, sattelten die geschäftstüchtigen Brüder auf Abo-Dienste im Internet um.

Mit www.hausaufgaben.de, www.malvorlagen.de,www.gedichte.de oder www.vornamen.de verleiteten Sie schon viele Surfer zu ungewollten kostenpflichtigen Abos.

Eine Suchmaschine für Songtexte: klingt vielversprechend,
kostet aber knapp 60 Euro.
Eine Suchmaschine für Songtexte: klingt vielversprechend, kostet aber knapp 60 Euro.

Erst nach einer Abmahnung der Verbraucherverbände wurden die Seiten überarbeitet und neben der Eingabemaske werden potenzielle Kunden nun darauf aufmerksam gemacht, dass Sie ein Abo mit einer zweijährigen Laufzeit abschließen. Daneben betreiben die Schmidtleins noch zahlreiche andere Online-Fallen, die meist an der Endung "-heute.com" erkennbar sind, wie www.rezepte-heute.com, www.fabrikverkauf-heute.com oder www.songtexte-heute.com.

Trotz der inzwischen vorhandenen Zahlungshinweise tappen immer noch viele Surfer in die Abzockfallen, sei es aus Unachtsamkeit, Gutgläubigkeit oder eigener Dummheit. Aber auch ansonsten völlig seriöse Firmen tauchen mitunter in den Warnlisten der Verbraucherverbände auf.

Was die Abzocke mit ihrer IP-Adresse zu tun hat und wie Sie sich dagegen wehren, lesen Sie auf Seite 2...

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Inhaltsverzeichnis 1/4
  • 1. Abofallen im Internet: Abzocke erkennen und vermeiden
  • 2.
 
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