Die miesen Abo-Tricks

Abgezockt im Internet

Ein Mausklick und schon ist ein Zweijahres-Abo und viel Ärger da, dann ist das Abzocke der übelsten Sorte! Wie die Tricks funktionieren, wie man sich schützen kann und was man tun sollte, wenn es scheinbar zu spät ist, lesen Sie hier.

Abgezockt im Internet

© Archiv

Abgezockt im Internet

Wenn Schüler sich von Webseiten wie www.hausaufgaben.de Hilfe erhoffen und nach einem Mausklick mit nichts als einem Zweijahres-Abo und viel Ärger da stehen, dann ist das Abzocke der übelsten Sorte! Wie die Tricks funktionieren, wie man sich schützen kann und was man tun sollte, wenn es scheinbar zu spät ist, lesen Sie hier.

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Nicht lange gefackelt hätte man im Mittelalter mit solchen Gesellen, sie wohl kurzerhand am Pranger verhungern lassen. Oder aber gleich einer "peinlichen Befragung" unterzogen. Die Brüder Andreas und Manuel Schmidtlein, die die gleichnamige GbR betreiben, sind inzwischen durch diverse Medienberichte bekannt und sie gehören wohl zu den absoluten Profi-Abzockern in Deutschland. Den unverhofften Ruhm ernteten die Schmidtleins durch besonders dreiste Methoden bei der Abzocke von Internetsurfern über eigens eingerichtete Webseiten, wie hausaufgaben.de, gedichte.de oder gehaltsrechner. de.

Begonnen haben die miesen Machenschaften schon vor etlichen Jahren. Damals zogen die Herren den ahnungslosen Surfern, die mit einem Modem im Internet unterwegswaren, das Geld über die Telefonabrechnung aus der Tasche. Mit einem Klick auf die Anfrage nach den versprochenen Informationen installierte sich ein Dialer, der die Telekomrechnung sogleich zum überlaufen brachte. Dies passierte auch der 13jährigen Helena.

Die Schülerin wollte ein Referat vorbereiten und suchte dafür etwas über Reptilien im Internet. Leider stieß sie auf eine der ausgelegten Fallen der Schmidtlein GbR. Nach Eingabe von "ok" auf der Webseite installierte sich ein Dialer und verursachte Kosten in Höhe von 59 Euro. Helenas Mutter war davon natürlich nicht begeistert. Aber Helena konnte sich an die Seite mit den belanglosen Informationen erinnern, und so beschloss sie mit ihrer Freundin Anouschka und in Begleitung eines Fernsehteams von KI.KA den Gebrüdern Schmidtlein einen Besuch abzustatten, um die sauberen Herren zur Rede zu stellen und das Geld zurückzufordern.

Der Bericht auf dem Kinderkanal erregte zwar viel Aufsehen, doch Erfolg hatten die beiden nicht: Ihr Ruf nach Gerechtigkeit endete vor der Haustüre der "Abzocker-GbR" in Büttelborn. So wie Helena ist es vielen Kindern ergangen. Der Dialer verschlang pro Einwahl an die 30 Euro.

Zwischenzeitlich hatte die Politik reagiert und die Auflagen für Dialer deutlich verschärft. Dialerbetreiber mussten seit dem 15. August 2003 bei der Bundesnetzagentur (früher: Regulierungsbehörde) eine Genehmigung einholen. Doch das zügelte keineswegs die kriminelle Energie zahlreicher Abzocker. Bereits im Oktober 2003 musste die Bundesnetzagentur knapp 400 000 Dialern rückwirkend die Registrierung entziehen.

Immer wieder kommt es in dieser Zeit zu rückwirkenden Sperrungen von Dialern durch die Bundesnetzagentur aufgrund von rechtswidrigem Einsatz. Besonders dreiste Abzocker setzen Dialer ein, die sich über sehr kostspielige Satellitenverbindungen oder über Auslandsnummern einwählen. Seit dem 1. Januar 2006 sind 0190-Nummern in Deutschland offiziell abgeschaltet. Mehrwertdienste dürfen nur noch über die Rufnummerngasse 0900 angeboten werden.

Doch, wer glaubt, dass damit der Abzocke im Internet Einhalt geboten wurde, der irrt gewaltig. Die Gier nach dem schnellen Geld beflügelt Gesellen wie die Brüder Schmidtlein nur zu neuen Methoden, um Kinder und sorglose Internetsurfer zu schröpfen.

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