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Menschliche Maschinen
Humanoide Roboter laufen und agieren nicht nur nach menschlichem Vorbild – sie sollen künftig auch auf ihre Interaktionspartner eingehen und deren Stimmung und Gefühle berücksichtigen. Aus unterschiedlichen Richtungen nähert man sich diesem Ziel.
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Die Modularität hat für die Forschung viele Vorteile, sagt Dr. Manfred Hild, unter dessen Leitung der humanoide Roboter entstanden ist. "So können Verhaltensweisen wie das Gehen zunächst an einer isolierten Gliedmaße, wie etwa an einem einzelnen Bein, entwickelt werden und dann Stück um Stück zu einem Gesamtverhalten weitergeführt werden." Auch lassen sich Teile unter Robotern austauschen – falls zum Beispiel mal der Arm wirklich zu kurz ist.
Myon zeichnet aber nicht nur seine Modularität aus. Er soll auch lernen und so immer intelligenter werden. So wenig wie möglich bekommt der Roboter vorgegeben. Wie bei einem Kleinkind, das strampelt und langsam feststellt, welche Bewegungen erfolgreicher sind als andere, soll sich Myon Schritt für Schritt eine bessere Fortbewegung aneignen.
Gleichzeitig soll er auch menschlich-kognitive Eigenschaften entwickeln und Interaktionspartnern möglichst freundlich und aufmerksam gegenüber treten. Damit das alles klappt, verfügt der Roboter über ein neuronales Netz ähnlich dem Nervennetz von Menschen. Mit Hilfe dessen und den entwickelten Programmen wird Myon immer selbstständiger – und menschenähnlicher.
Alle Jahre wieder – Fußball-WM der Roboter
Modulare, nach dem Vorbild von Menschen lernende Roboter wie Myon sind der aktuelle Trend in der Robotikforschung. Dabei ist Myon nur einer von hunderten von humanoiden Robotern, die zur Zeit die Forschungslabors der ganzen Welt bevölkern. Sie sind die realen Brüder der fiktiven Star-Wars-Droiden R2-D2 und C-3PO.
Die heutigen, zwischen 30 cm und 2 Meter großen menschlichen Maschinen können gehen, Treppen steigen, tanzen, Tablettwagen schieben, Essen servieren oder Trompete spielen. Und Fußball spielen: Der jährlich ausgetragene RoboCup-Wettbewerb ist die größte und bekannteste Robotikveranstaltung der Welt und gilt seit dem Start 1997 als ultimative Testumgebung für Roboter.
Abnehmbare Arme: Sind Myons Gliedmaßen zu kurz, können sie im laufenden Betrieb ausgetauscht werden.
Der Ballsport hat den Vorteil, dass sich die Versuchsobjekte in einer kontrollierten, dynamischen Umgebung zurechtfinden müssen – und das in Echtzeit auf Basis unvollständiger Information. Die Spieler müssen zudem ein dynamisches Laufverhalten auf zwei Beinen zeigen, gute Ballmanipulation, eine visuelle Wahrnehmung der Spielsituation und das Mannschaftsspiel koordinieren.
Außerdem gibt es klare Sieger und Verlierer. Ziel der Forscher ist es übrigens, dass bis 2050 eine Roboter-Fußballmannschaft gegen den menschlichen Fußball-Weltmeister antritt – und gewinnt.
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