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Drucken in der dritten Dimension 3D-Drucker im Eigenbau

Statt eines zweidimensionalen Abbilds ein funktionsfähiges, dreidimensionales Modell bzw. Teil zu drucken, ist derzeit nur mit teurem Spezialequipment möglich. Außer man stürzt sich in das Abenteuer, einen 3D-Drucker selbst zu bauen – wie wir im PC-Magazin-Labor.

3D-Drucker selbst bauen? Das PC-Magazin-Labor zeigt wie.
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© Screenshot: WEKA; http://www.youtube.com/watch?v=1htOInUNFRY
3D-Drucker selbst bauen? Das PC-Magazin-Labor zeigt wie.

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Rumms ist es passiert. Kaum hat der 4-jährige Filius Ihres Besuchs die Wohnzimmergardine als Kletterseil entdeckt, quittiert die filigrane Plastikhalterung der Designer-Vorhangstange mit einem leisen "Knack" ihren Dienst. Kaputt, aus, basta. Noch ein Ersatzteil für das Ding zu bekommen ist aussichtslos. Die Folge: Ein kleines, abgebrochenes Plastikteil macht die 3 Meter lange Gardinenhalterung zum Sperrmüll.


Die 3D-Druckwelt von morgen

Nach drei Tagen Bastelei sah unser „Mendel“ so aus. Allerdings verging noch einige Zeit, bis zum ersten Ausdruck. Schließlich wollte auch die Elektronik untergebracht und konfiguriert werden.
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© PC Magazin
Nach drei Tagen Bastelei sah unser „Mendel“ so aus. Allerdings verging noch einige Zeit, bis zum ersten Ausdruck. Schließlich wollte auch die Elektronik untergebracht und konfiguriert werden.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten in der Schublade eine 3D-Handscanner. Damit scannen Sie das defekte Teils, um es danach mit dem 3D-Drucker im Arbeitszimmer schnell und schmerzfrei auszudrucken. Was sich zunächst nach Science-Fiktion anhört, gibt es bereits. Und es funktioniert sogar ganz hervorragend (siehe PC Magazin, Ausgabe 5/2010, Seite 114-117).

Alleine der Preis solcher Anlagen bewegt sich in Bereichen, die für Otto-Normalbürger kaum interessant sein dürften. Schade eigentlich, denn der Einsatzbereich von 3D-Druck - auch als "Rapid Prototyping" bekannt - ist enorm. Man denke an das beliebte Hobby Modellbau. Egal ob Flieger, Autos oder Eisenbahn, die Möglichkeit dreidimensionale Strukturen auf Knopfdruck aus dem Nichts entstehen zu lassen, würde das Freizeitvergnügen enorm bereichern.

Ruckzuck wäre der örtliche Bahnhof maßstabsgetreu für die Modelleisenbahn angefertigt. Gleiches gilt für die Decksaufbauten eines Modellschiffs oder den Motorhalter des Elektrofliegers. Auch anderweitig könnte 3D-Druck den Alltag bereichern. Der Fahrradhalter für das Smartphone, ein individuelles Uhrengehäuse oder der fehlende Schaltknauf des Youngtimers, Anwendungen für 3D-Druck gibt es im privaten Umfeld massenhaft.

Im professionellen Bereich hat sich 3D-Druck bzw. Rapid Prototyping, von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, ohnehin schon etabliert. Dennoch ist der Markt für 3D-Drucker bislang recht überschaubar. Selbst führende Hersteller fertigen ihre Geräte allenfalls in 100er-Stückzahlen, was dafür sorgt, dass die Preise für entsprechende Geräte nur langsam sinken.

Der preiswerteste kommerzielle 3D-Drucker dürfte derzeit der aus Israel stammende Solido SD 300 sein (siehe "Preiswerter,professioneller 3D-Drucker" später im Artikel), der immer noch mit stattlichen 8000 Euro zu Buche schlägt. Ebenfalls noch zu den Schnäppchen darf man HPs Designjet 3D zählen - mit 15 000 Euro aber sicher kein Mitnahmeartikel. Leistungsfähigere Geräte kosten auch schon mal das Zehnfache.

3D-Druck für Jedermann

Das Original: Der 3D-Drucker Projekt RepRap „Mendel“ läuft unter GNU-Lizenz. Alle Kunststoffteile, aus denen er aufgebaut ist, lassen sich mit dem „Mendel“ reproduzieren.
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© PC Magazin
Das Original: Der 3D-Drucker Projekt RepRap „Mendel“ läuft unter GNU-Lizenz. Alle Kunststoffteile, aus denen er aufgebaut ist, lassen sich mit dem „Mendel“ reproduzieren.

Dem Privatmann bleibt bei solchen Preisvorstellungen nur ein müdes Lächeln. Aber auch ihm kann geholfen werden. Inzwischen existieren mehrere Selbstbauprojekte, die den 3D-Druck auch für den versierten Hobbyisten erschwinglich machen. Wir haben uns ein vielversprechendes Open-Source-Projekt - den RepRap Mendel - herausgesucht und wollten wissen, mit wie viel Aufwand der Traum vom eigenen 3D-Druck verbunden ist.

Der Mendel trägt nicht von ungefähr den Namen des Begründers der Vererbungslehre. Schließlich war es ein Entwicklungsziel, dass der 3D-Drucker alle speziellen Teile seines mechanischen Aufbaus selbst reproduzieren können.

Das ist schön und gut, nur steht der Einsteiger zunächst einmal vor dem klassischen Henne-Ei-Problem: Um die Teile des Druckers herzustellen, bräuchte man zunächst einen Drucker. Zudem ist eine Menge Zeit und Geduld von Nöten, um sich sämtliche Platinen, Bauteile, Motoren, Lager, Schrauben, Kabel und Gewindestangen zusammenzusuchen.

Einzelteile des "RepRap Mendel"-Selbstbau-3D-Druckers
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Einzelteile des "RepRap Mendel"-Selbstbau-3D-Druckers

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