Kaufberatung

Drei Ultrabooks im Test

Hier erfahren Sie, ob und für wen die kostspielige Anschaffung eines Ultrabooks lohnt. Werfen Sie einen Blick in unsere Kaufberatung inklusive ausgewählter Geräte-Tests.

Screenshot von intel.com

© Screenshot von intel.com

Wir haben eine Kaufberatung für Ultrabooks für Sie vorbereitet. Für wen lohnt sich die Anschaffung eines Ultraleicht-Notebooks nach Intels Vorgaben? Schauen Sie rein!

Wir haben eine Ultrabook-Kaufberatung inklusive Tests. Was genau ist eigentlich ein Ultrabook? Nun, anders als man denken könnte, ist das Ultrabook eigentlich keine eigenständige Produktkategorie, sondern schlicht ein Marketingbegriff des Chipgiganten Intel. Den Namen Ultrabook dürfen ausschließlich schlanke und leichte Notebooks tragen, die mit von Intel vorgeschriebenen Prozessoren ausgestattet sind, eine Bauhöhe von 21 Millimetern nicht überschreiten, in weniger als sieben Sekunden aus dem Standby erwachen und eine Akkulaufzeit von mindestens fünf Stunden liefern.

Die ersten Ultrabooks kamen im Oktober 2011 mit großen Hersteller-Hoffnungen auf den Markt, doch verkauften sich die Geräte trotz interessanter Neuerungen und Niedriggewicht nicht wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Für den eher schleppenden Verkauf war abgesehen von den globalen Wirtschaftsproblemen in erster Linie sicherlich der im Vergleich zu konventionellen Notebooks hohe Kaufpreis verantwortlich. Kein austauschbarer Akku, kein optisches Laufwerk, keine superschnelle Grafikkarte - und das alles für deutlich mehr Geld.

Das ergab für viele Notebook-Käufer schlichtweg wenig Sinn. Inzwischen stehen die Geräte der zweiten Ultrabook-Generation mit den sogenannten Ivy-Bridge-Prozessoren in den Regalen der Geschäfte. Sie liefern im Vergleich zur Vorgeneration mehr Rechenpower, der integrierte Grafikchip arbeitet ebenfalls erheblich flotter, wenn auch nach wie vor bei Weitem nicht auf dem Niveau einer dedizierten Grafikkarte. In der folgenden Galerie sehen Sie Ergebnisse aus dem Ultrabook-Testlauf. Anschließend lesen Sie weiter in unserer Kaufberatung.

Bildergalerie

HP Envy 4-1000sg
Galerie

HP Envy 4-1000sg Dass Ultrabooks nicht teuer sein müssen, beweist der Envy 4-1000sg von HP. Der kompakte 14-Zöller geht bereits für 700 Euro über…

Ultrabooks-Kaufberatung: Eine Frage des Namens

Lifebook U772 von Fujitsu

© Fujitsu

Farbenfroh: Das flache Lifebook U772 von Fujitsu gibt es in Silber oder in schickem Rot.

Wie oben bereits erwähnt, ist die Bezeichnung Ultrabook ein von Intel geschaffener Begriff, den betreffende Notebooks tragen dürfen, aber nicht zwingend müssen. Das Apple Macbook Air ist beispielsweise durchaus ein Ultrabook, wird aber aus Marketinggründen nicht als ein solches beworben. Samsungs NP900X3B ist ein Ultrabook, doch wird es nur mit den Prädikaten "erstaunlich leicht" und "unglaublich stark" beworben, das Markenzeichen Ultrabook trägt das Gerät jedoch nicht. Bei seinen Notebooks der 5er-Serie geht Samsung dagegen einen anderen Weg.

Das Serie 5 Ultra 530U3C-A01DE beispielsweise trägt die Bezeichnung bereits im Modellnamen. Und auch Intel-Konkurrent AMD möchte sich ein großes Stück vom Geschäft mit den schlanken, leichten Notebooks abschneiden. Geräte mit AMDs Trinity-Prozessoren werden den Namen Ultrabook natürlich nicht tragen, stattdessen spricht AMD hier von "Ultra-Thins".

Preislich dürften diese Geräte eher im unteren Ultrabook-Bereich angesiedelt sein, erste Geräte mit dem Dual-Core Trinity A6-4455M sind in Deutschland bereits erhältlich. Das 535U4C von Samsung beispielsweise ist in Deutschland ab 700 Euro zu haben. Für ein sehr flaches und leichtes Notebook ist das ein äußerst niedriger Preis.

Ultrabooks-Kaufberatung: Warum ist ein Ultrabook so teuer?

Envy 14 Spectre

© HP

Sehr schick: Das Envy 14 Spectre von HP besitzt einen Gehäusedeckel aus kratzfestem Glas.

Die preiswertesten Ultrabooks kosten im Handel knapp 600 Euro. Doch wie das eben erwähnte 535U verfügen auch diese Geräte nicht über eine schnelle Solid-State-Platte, sondern zumeist über eine sogenannte Hybrid-Platte, bestehend aus einer Festplatte sowie einem wesentlich schnelleren Flash-Speicher, auf dem die meist genutzten Daten abgelegt und wieder aufgerufen werden können.

Insgesamt ist im Vergleich zu einer traditionellen Festplatte so zwar ein deutlicher Geschwindigkeitsschub spürbar, doch sind Geräte mit einer reinrassigen SSD unterm Strich wesentlich schneller. Das Problem der SSD ist der noch immer hohe Preis: Mit 500 GByte Kapazität kostet sie etwa 500 Euro, eine HDD mit der doppelten Kapazität dagegen weniger als 90.

Envy 14 Spectre

© HP

Dadurch erklärt sich auch ein großer Teil des Preisunterschiedes zwischen traditionellem Notebook und einem konsequent auf Leistung getrimmten Ultrabook, denn nur Geräte mit SSD erreichen wirklich die maximal mögliche Geschwindigkeit und dürften den Käufer auf Dauer auch begeistern. Aufgrund der flachen und leichten Bauweise lassen sich bei Ultrabooks keine standardisierten Notebookkomponenten verwenden.

Das Gehäuse besteht zumeist aus höherwertigen, leichteren und trotzdem oft stabileren Materialien wie Karbon, Aluminium oder Magnesium anstatt aus Plastik. Die Prozessoren sind teurer als Standard-CPUs, sie verbrauchen weniger Energie und ermöglichen auf diese Weise längere Laufzeiten. Zudem fällt weniger Abwärme ab, was Designs mit nur einem Lüfter erlaubt und das Ultrabook zu einem kaum hörbaren Rechenkünstler macht. Gleiches gilt übrigens für die oben erwähnte SSD: Sie erzeugt anders als die klassische Festplatte kaum Wärme und arbeitet geräuschlos.

Ultrabooks-Kaufberatung: Weniger ist manchmal mehr

HB Envy Spectre

© HP

Sehr praktisch ist eine beleuchtete Tastatur. So arbeitet man bei schlechtem Licht trotzdem gut.

Anders als in konventionellen Notebooks mit Lithium-Ionen-Akkus, die sich vom Nutzer in wenigen Sekunden auswechseln lassen, verfügen Ultrabooks in der Regel über speziell eingepasste Lithium-Polymer-Energiespeicher. Diese lassen sich gezielt so formen, dass sie sich wie etwa ein Gel exakt in bestehende Lücken und Freiräume einpassen.

Nur so lassen sich die geringen Abmessungen eines Ultrabooks verwirklichen. Allerdings lassen sich auf diese Weise eingepasste Akkus nicht vom Anwender auswechseln, sondern müssen zum Akkutausch eingeschickt werden. Ausnahmen zu dieser Regel existieren allerdings bereits. So verfügt beispielsweise das Vaio T13 von Sony über einen austauschbaren Lithium-Polymer-Akku. Auch beim Business-Ultrabook Elitebook 2170p von HP lässt sich der Akku vom Nutzer problemlos tauschen.

Auf ein integriertes optisches Laufwerk müssen Ultrabook-Käufer dagegen in jedem Fall verzichten. Was auf den ersten Blick wie ein gravierender Nachteil wirkt, ist in den allermeisten Fällen keiner. Die flache Bauweise ließe sich mit einem integrierten Brenner nicht verwirklichen und angesichts der Tatsache, dass die meiste Software, Musik oder Filme inzwischen als Download verbreitet wird, ist das optische Laufwerk weitgehend überflüssig geworden.

Anstatt das Laufwerk ständig mit sich herumzuschleppen und das Zusatzgewicht in Kauf zu nehmen, ist es für fast alle Nutzer mit Sicherheit vorteilhafter, sich für gelegentliche Brenn- oder Installationsarbeiten ein externes optisches Laufwerk zuzulegen. Das bleibt auf Reisen daheim und wird nur dann verwendet, wenn es wirklich benötigt wird. Das dritte vermeintliche Handicap des Ultrabooks ist die vergleichsweise schwache Grafikleistung. Zugegeben: Wer mit seinem mobilen Rechner anspruchsvolle 3D-Spiele genießen möchte, der liegt bei einem Ultrabook mit integrierter Grafik falsch.

Toshiba Satellite U840W

© Toshiba

Zusätzliche Bildfläche: Neben dem üblichen 16:9-Teil bietet das breite 21:9-Display des Toshiba Satellite U840W weiteren Platz im 5:9-Format, etwa für das E-Mail-Programm.

Die integrierte Grafik liefert allerdings genügend Leistung für alle normalen Anwendungen und spielt beispielsweise HD-Videos problemlos und absolut flüssig ab. Zudem spart sie Energie und macht einen separaten Grafikkartenlüfter überflüssig, was wiederum der längeren Laufzeit und einem niedrigeren Lärmpegel dienlich ist. Alternativ kann man zu einem Ultrabook mit Nvidia- oder AMD-Grafik greifen. Dedizierte Grafikchips dieser Hersteller verrichten in einigen Ultrabooks der 2. Generation ihre Arbeit und ermöglichen es, 3D-Spiele flüssig zu spielen, wenn auch nicht unbedingt in höchster Auflösung.

Gerade im mobilen Einsatz spielen Ultrabooks aufgrund des niedrigen Gewichtes, der langen Laufzeit und der Abmessungen ihre Stärken aus. Wer nur einen tragbaren Schreibtischrechner sucht, für den erfüllt ein klassisches Notebook den Zweck preiswerter. Trotz des Aufpreises sind Ultrabooks mit einer schnellen SSD fast immer die bessere Wahl. Sie arbeitet deutlich schneller und ohne störende Geräusche.

Ultrabook-Schnittstellen

© WEKA Media Publishing GmbH

Auch bei Ultrabooks ist Platz für Schnittstellen wie LAN oder USB und für einen Kartenleser.

Zudem verkraften SSDs den Transport in der Notebooktasche wesentlich besser, denn sie sind unempfindlich gegen Stöße jeder Art. Wurden anfangs nur Ultrabooks mit Displays mit 13,3 Zoll angeboten, existieren jetzt auch Geräte mit kleineren und größeren Bildschirmen. Mit dem Satellite U840 wird von Toshiba sogar ein Ultrabook mit Display im kinofilmfreundlichen 21:9-Format angeboten, auf dem sich zwei Anwendungen nebeneinander und gleichzeitig nutzen lassen.

Die Geräte der zweiten Ultrabook-Generation sind deutlich schneller als die Vorgänger, und dabei erfreulicherweise nicht teurer geworden. Wer auf den Preis schauen muss, für den könnte es sich allerdings lohnen, sich die Ultra-Thins mit AMD-Prozessor genauer anzusehen.

Gespannt darf man auch auf die ersten Windows-8-Ultrabooks sein, die im Spätherbst auf den Markt kommen dürften. Hier sind Ultrabooks mit Touch-Screens sowie Hybrid-Geräte mit drehbarem Display zu erwarten, die die Eigenschaften eines Notebooks und eines Tablet in sich vereinen.

Ultrabooks-Kaufberatung - Vorteile:

  • Ultrabooks sind leichter, flacher und aufgrund sehr guter Gehäusematerialien in der Regel auch robuster als normale Standardnotebooks. Sie eignen sich daher ganz besonders gut für den mobilen Einsatz.
  • Ultrabooks garantieren eine Akkulaufzeit jenseits der 5-Stunden-Grenze. Auch wenn viele Standard-Notebooks ebenfalls solche Laufzeiten versprechen, müssen diese durch größere, schwerere Akkus erkauft werden.
  • Ultrabooks arbeiten in der Regel nahezu lautlos und bestehen nicht aus Standardkomponenten. Sie sind daher fast immer besser konzeptioniert und erfüllen ihre Aufgaben zuverlässiger und somit besser.
  • Ultrabooks sind mit aktuellster Technik ausgestattet und gelten als die Flaggschiffe des Herstellers. Der vermeintlich höhere Preis ist durch bessere Komponenten gerechtfertigt.

Ultrabooks-Kaufberatung - Nachteile:

  • Ultrabooks sind teurer als die meisten Standardnotebooks. Zudem ist die optimale Leistung nur bei Geräten mit SSD zu erwarten. Der Preisunterschied kann daher trotz vermeintlich schwächerer Ausstattung deutlich höher sein.
  • Ultrabooks verfügen meist "nur" über eine integrierte Grafik. Sie reichen zwar für HD-Filme und normale Anwendungen, eignen sich jedoch nicht für anspruchsvolle 3D-Spiele. Spieler sollten zu Modellen mit Nvidia-Grafik greifen.
  • Ultrabooks verfügen zumeist nicht über ein optisches Laufwerk. Wer viele CDs oder DVDs brennt oder Anwendungen von optischen Datenträgern installieren möchte, der benötigt zusätzlich ein externes Laufwerk für USB.
  • Ultrabooks bieten weniger Schnittstellen. Wer SATA oder Firewire zwingend benötigt, der liegt hier falsch. Auch für andere Anschlüsse wie LAN oder DVI wird oft ein Adapter benötigt.

Mehr zum Thema

Die besten Netbooks
Top 5 Netbooks

Dank einer echten Tastatur und eines vollwertigen Betriebssystems haben Netbooks dem iPad und anderen Tablets noch immer etwas voraus. Wir stellen…
Drei Design Ultrabooks im Test
Kaufberatung

Die Ultrabooks von Dell, HP und Lenovo glänzen nicht nur durch eine hübsche Hülle, sondern auch durch innere Werte.
Dell-Ultrabook
Kaufberatung

Vom kompakten Reisebegleiter bis hin zum Desktop-Replacement: Ultrabooks können inzwischen verschiedene Ansprüche erfüllen. Unsere Kaufberatung…
Samsung 900X3E: Wir haben das Ultrabook von Samsung im Test.
Ultrabook-Test

Samsung 900X3E im Test: Dem Ultrabook spendierte Samsung ein Display mit Full-HD-Auflösung. Was das Gerät noch kann, lesen Sie im Testbericht.
Im Test: Vier neue Ultrabooks begeistern mit scharfer Auflösung.
Windows 8.1 und Touch-Screen

Die neuen Top-Ultrabooks begeistern mit einer ultrahohen Display-Auflösung. Wir haben die ersten vier Geräte mit 3200 x 1800 Bildpunkten im Test.