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200-MBit-Powerline-Adapter

Um Büro, Wohnung oder auch ein ganzes Haus ohne aufwändige Verkabelung zu vernetzen, greifen die meisten Anwender zur WLAN-Funktechnik. Dabei lässt sich diese Aufgabe mittels einiger Powerline-Adapter oft eleganter lösen. Wir vergleichen zehn aktuelle Modelle der 200 MBit-Technik.

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Um Büro, Wohnung oder auch ein ganzes Haus ohne aufwändige Verkabelung zu vernetzen, greifen die meisten Anwender zur WLAN-Funktechnik. Dabei lässt sich diese Aufgabe mittels einiger Powerline-Adapter oft eleganter lösen. Wir vergleichen zehn aktuelle Modelle der 200 MBit-Technik.

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Von anfänglich 14 MBit/s über 85 MBit/s bis hin zu aktuell maximal 200 MBit/s hat die Powerline-Technik in den letzten Jahren immense Performancesprünge vollbracht, auch wenn man sich von den Zahlen nicht täuschen lassen darf. So bezieht sich die angegebene Bandbreite stets auf die maximale Bruttodatenrate zwischen zwei Adaptern unter optimalen Bedingungen - die Nettodatenrate liegt laut Aussage der Hersteller bei 80-90 MBit/s. Obwohl längere Wege, zusätzlicher Protokolloverhead und Störsignale auf den Stromleitungen diese Werte in der Praxis schmälern, werden im Test in einer typischen Umgebung beim Kopieren von Daten unter Windows bis zu 44 MBit/s erreicht. Erfreulich ist, dass auch über längere Strecken noch Bandbreiten von über 25 MBit/s erzielt werden. Damit sind die getesteten 200 MBit-Powerline-Adapter auf jeden Fall eine interessante Alternative zu einem WLAN-Funknetz, vor allem um größere Entfernungen, Etagendecken und dicke Wände zu überwinden.

Entlang der Stromleitung

Die Powerline-Technik nutzt die im Gebäude installierte Stromverkabelung und überlagert den Wechselstrom mit einem eigenen hochfrequenten Signal. Jede Steckdose wird damit zu einem potenziellen Netzwerkanschluss. Da die Kupferleitungen als Träger fungieren, reichen im Vergleich zu WLAN weitaus geringere Sendeleistungen, die zudem nur in sehr geringem Maße von den Leitungen abgestrahlt werden. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass von außerhalb eines Gebäudes auf ein Powerline-Netz nicht zugriffen werden kann, da kein Funksignal empfangbar ist. Dennoch sollten Sie sich weder darauf verlassen, dass sich bei Bedarf in einem Mehrfamilienhaus mehrere Wohnungen verbinden lassen, noch, dass nach dem Stromzähler kein Zugriff mehr möglich ist.

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Wenn der Powerline-Adapter getrennt eingesteckt wird, lassen sich Performance- Einbußen durch Störungen vermeiden. (Quelle: Intellon)

Alle Adapter unterstützen eine Verschlüsselung, die Sie nutzen sollten, um ein unberechtigtes Eindringen zu verhindern. Die Signalreichweite innerhalb eines Gebäuden liegt bei etwa 300 Meter.

Bei der Anschaffung einer Powerline-Lösung sollten Sie beachten, dass es drei Standards für die 200-MBit-Technik gibt, die nicht zueinander kompatibel sind. Acht der zehn Testkandidaten setzen dabei auf dem am weitesten verbreiteten Standard Homeplug AV (HPAV) und nutzen den Chipsatz INT6000 von Intellon. Genutzt wird ein erweitertes Frequenzspektrum von 2-28 MHz (bisher 4-21 MHz bei Homeplug 1.0). Außerdem wird ein verbessertes Zugriffsverfahren TDMA (Time Division Multiple Access) statt CSMA/CD (Carriere Sense Multiple Access / Collision Detection) verwendet. Durch mehr Rechenleistung der eingesetzten Chips ist zudem die Codierung verbessert, die Datenübertragung ist kompakter. Die Verschlüsselung erfolgt mit 128 Bit AES. Als innovativer Vorreiter bei der Umsetzung der HPAV-Technik ist vor allem Devolo bekannt geworden.

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Mittels zweier kaskadierter Regeln ermöglicht der D-Link DHP-300 auch eine Port-bezogene Prioritätssteuerung.

Einen zweiten Standard hat die Universal Powerline Alliance (UPA) mit DS2 als bekanntem Chipsatzhersteller ins Leben gerufen. Die im Test vertretenen Modelle von D-Link und Netgear setzen auf diesen Standard. Hier wird das Frequenzspektrum zwischen 2 und 32 MHz genutzt, die Verschlüsselung erfolgt mit 3DES (168 Bit). Der dritte Standard stellt einen Alleingang von Panasonic dar. Der Hersteller hat allerdings auf die Einladung zum Test nicht reagiert, die Bruttodatenrate liegt hier bei 190 MBit/s.

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Mit diversen Einstellungen ist beim DHP-300 die Sicherheit relativ kompliziert zu konfigurieren.

Geräte des gleichen Standards von verschiedenen Herstellern können miteinander kommunizieren, für eine einheitliche Konfiguration ist es aber empfehlenswert, sich möglichst auf ein Modell zu beschränken. Auch eine Koexistenz mit den älteren Modi Homplug 1.0 (14 MBit/s) und Homeplug Turbo (85 MBit/s) ist möglich. Diese Technologien können parallel im gleichen Stromnetz betrieben werden, eine Kommunikation zwischen Adaptern des alten und neuen Standards ist aber nicht möglich. Außerdem ist mit Performanceeinbußen zu rechnen.

Für optimale Performance planen

Bei der Powerline-Technik stellt jede Steckdose einen potenziellen Netzwerkanschluss dar. Alle Testkandidaten außer dem Zyxel PLA-450 sind als Wallplug-Gehäuse ausgelegt, einem kleinen Kästchen mit integriertem Netzstecker. Der PLA-450 ist als Desktop-Gehäuse mit Netzkabel konzipiert. Beim Aufbau eines Powerline-Netzwerkes und der Anordnung der Adapter sollten Sie einige Dinge zur Erzielung der optimalen Performance beachten. Denn die Bandbreiten an den unterschiedlichen Dosen können stark variieren, sodass Sie am besten alle infrage kommenden Steckdosen in einem Raum ausprobieren und die Bandbreiten zu den anderen Adaptern prüfen. Bei allen Modellen außer dem D-Link DHP-300 zeigt die mitgelieferte Konfigurationssoftware die Durchsätze zu den anderen Adaptern an. Beim Siemens Gigaset Home-Plug AV 200 gibt mangels Software eine der LEDs am Adapter über die Farbe zumindest einen groben Hinweis. Hinsichtlich der Bandbreite zeigen die Adapter von Allnet und MSI nur einen Wert an, die übrigen Tools liefern getrennte Daten für beide Richtungen.

Zu beachten ist, dass Steckerleisten mit integriertem Überspannungsschutz das Powerline-Signal ausfiltern und für das Einstecken eines Adapters daher ungeeignet sind. Weiterhin sollten Sie beachten, dass andere Geräte mit hohem Stromverbrauch, wie Motoren, Schaltnetzteile, Dimmer o.ä. Störungen verursachen können, die die Bandbreiten schmälern bzw. betriebsabhängig starke Performanceschwankungen hervorrufen. Der PC selbst kann eine Störquelle werden, wenn er direkt neben dem Adapter eingesteckt ist. Im Test zeigen sich gelegentlich starke Schwankungen und mehrfache Messungen identischer Strecken liefern Resultate, die durchaus um 10-20 Prozent voneinander abweichen.

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Devolo liefert ein kleines Tool mit, welches hilfreiche Informationen zum Powerline-Status liefert.

Auf der Suche nach der besten Performance sollten Sie aber auch abwägen, wie viel Bandbreite Sie tatsächlich benötigen und ob sich ungünstige Kabelführungen zugunsten des Durchsatzes überhaupt lohnen. Falls Sie das Netzwerk nur benötigen, um einen oder mehrere PCs mit einem Internetzugang zu versorgen, so ist in der Regel weiterhin die DSL-Leitung der Flaschenhals, bestenfalls bei DSL16000 kann es eng werden. Wenn Sie aber Daten zwischen PCs übertragen oder einen Medienserver zum Abspielen von Filmen im Netzwerk betreiben wollen, dann sollten Sie jede Optimierungsmöglichkeit nutzen.

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