Marke gegen billig

19-Zoll-TFTs im Härtetest

Billig-TFTs für 170 Euro - wie gut sind sie? Lohnt es sich, für ein Markengerät etwas mehr auszugeben? Wir haben billige 19-Zoll-TFTs mit den Geräten bekannter Hersteller verglichen.

19-Zoll-TFTs im Härtetest

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19-Zoll-TFTs im Härtetest

Trotz aller Trends zu Breitbild und immer größeren Bildschirmdiagonalen: Der klassische 19-Zoll-TFT ist immer noch der meistgekaufte PC-Monitor. Weit über 50 Prozent der Käufer entscheiden sich für ihn. Kein Wunder, denn bei Einstiegspreisen um die 170 Euro kann man kaum wiederstehen. Aber sind solche Billigangebote ihr Geld wert? Legt man besser ein paar Euro drauf und wählt ein Gerät eines renommierten Markenherstellers? Wir haben deshalb sechs TFTs aus beiden Preisbereichen verglichen.

In der Billigfraktion treten an: AOC, Belinea und Medion. Alle drei waren in den letzten Monaten besonders erfolgreich im Einsteigerbereich. Sie fordern die Fraktion der Markenhersteller heraus, die von Acer, Philips und Samsung vertreten wird. Diese drei sind seit Jahren im TFT-Geschäft erfolgreich tätig - man sollte erwarten, dass die Hersteller die Technik perfekt im Griff haben. Für den Test wählten wir dabei nicht die billigsten Markengeräte, sondern Modelle, die aufgrund ihrer Ausstattung einen vermeintlichen Vorteil gegenüber den Billigangeboten bieten.

Das können etwa schnelle Schaltzeiten oder besonders hohe Angaben für Helligkeit und Kontrast sein. Kein unrealistisches Szenario, denn so läuft üblicherweise ein Beratungsgespräch im Elektrogroßmarkt. Die Schnäppchen liegen auf Palletten zum Mitnahmepreis bereit, fragt man einen Verkäufer, rät dieser gerne zu Markenware, die aufgrund ihrer technischen Ausstattung angeblich viel besser sein soll.

Glücksspiel Bildqualität

Die Güte des Bildes können Sie im Geschäft in der Regel kaum überprüfen, da die Monitore meist über qualitätsmindernde Verteilerboxen an einem Rechner hängen. Wer daheim noch mit einem Röhrenmonitor arbeitet, lässt sich sowieso leicht blenden. Die Röhren verlieren nach ein paar Jahren derart an Schärfe, dass selbst ein schlechter TFT auf den ersten Blick eine bessere Bildqualität zu liefern scheint. Sehen Sie die Geräte ruhig schief von der Seite an, denn nur so erkennt man, wie gut der seitliche Einblickwinkel ist. Meist werden Sie hier mehr oder weniger starke Farb- und Helligkeitsveränderungen feststellen.

Wenn Sie das neue TFT öfters zum Spielen oder Ansehen von Videos nutzen, achten Sie auf schnelle Reaktionszeiten. Je geringer diese sind, desto schneller begegnen sich die im Display verbauten Flüssigkristalle beim Helligkeitswechsel. Im Bild macht sich das durch weniger Bildstörungen wie Schlieren und Nachzieheffekte bemerkbar. Schaltzeiten unter acht Millisekunden reichen völlig aus und alle Hersteller im Test geben diesen oder geringere Werte an. Doch kann man den Angaben in der Regel kaum vertrauen, denn ein einheitliches Messverfahren für die Reaktionszeit gibt es nicht. So kann jeder Hersteller im Prinzip messen, was er will. Unsere Messungen, aus denen wir aus vielen Einzelergebnissen einen Durchschnittswert ermittelten sind dagegen realitätsnah und vor allem auch vergleichbar.

Nützliche Extras

Nicht ganz außer Acht lassen sollte man Extras wie eingebaute Lautsprecher. Auch wenn diese keine HiFi-Qualität besitzen, für den einfachen Windows-Betrieb oder zum Surfen im Internet reichen sie aus. Gerade wer wenig Platz auf dem Schreibtisch hat, spart sich so das Aufstellen zusätzlicher Lautsprecher. Gut, wenn man bei Bedarf auch gleich seine Kopfhörer anschließen kann und dazu nicht unter den Schreibtisch muss.

Richtig nützlich sind vorgegebene Einstellungen für Helligkeit, Kontrast und Farbe. Damit erhellen Sie schnell und unkompliziert die Anzeige für Videos und Spiele oder reduzieren sie für das Arbeiten unter Windows. Das oft mühsame Einstellen über das Bildschirmmenü entfällt somit.

Glossar A bis Z

  • DVI
    DVI (Digital Video Interface) dient zur digitalen und damit verlustfreien Übertragung des Bildes von der Grafikkarte.
  • HDCP (HD Content Protection)
    Digitaler Schutz, der das Kopieren von HD-Videos verhindert. Der Film wird verschlüsselt vom Abspiel- zum Anzeigegerät geschickt und nur dann angezeigt, wenn beide Geräte HDCP verstehen.
  • HDMI (HD Multimedia Interface)
    Digitale Verbindung, die Bild und Ton überträgt. HDMI ist im TV-Bereich Standard bei fast allen HD-ready-Geräten. Über HDMI wird immer auch der HDCPKopierschutz übertragen.
  • Hintergrundbeleuchtung
    Die Hintergrundbeleuchtung eines TFTs wird oft von Leuchtstoffröhren erzeugt. Sind diese unterschiedlich hell, ist die Ausleuchtung des TFTs ungleichmäßig.
  • LCD
    LCD (Liquid Crystal Display) ist eine Technik zur Bildschirmanzeige. Dabei lassen Flüssigkristalle – je nach angelegter Spannung – das Licht der Hintergrundbeleuchtung passieren oder nicht.
  • Reaktionszeit
    Mit der Reaktionszeit bezeichnet man die Geschwindigkeit, mit der sich die LCKristalle im TFT ausrichten. Reagieren sie zu langsam, sieht man bei schnellen Bildfolgen Schlieren. Gegenstände ziehen dann einen Schweif hinter sich her.
  • TFT
    Hinter jedem Bildpunkt (Pixel) ist ein TFT (Thin Film Transistor) verbaut, der per Spannung die Ausrichtung der Flüssigkristalle steuert. LCD wird oft gleichbedeutend mit TFT als Bezeichnung für die Monitore benutzt.
  • VGA (D-Sub)
    Mit VGA oder D-Sub bezeichnet man den analogen Signaleingang am Monitor. Um das Bild an den Schirm anzupassen, muss man am TFT eine "Auto-Adjust"- Funktion aufrufen, die Bildlage, Frequenz und Phase synchronisiert.
  • Zoll
    Zoll ist eine im englischsprachigen Raum weit verbreitete Maßeinheit. 1 Zoll entspricht dabei 2,54 Zentimeter. Ein 19-Zoll-TFT hat somit eine Bildschirmdiagonale von 48,3 Zentimetern.

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