Schluss mit Spam

12 Tipps gegen Spam

Warten Sie nicht, bis Sie wichtige E-Mails vor lauter Werbung nicht mehr sehen. Bekämpfen Sie Spam jetzt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie der Werbeflut im Posteingang ein Ende setzen.

Spam

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Die Werbeflut im Posteingang nimmt kein Ende. Ob Viagra-Mails, Haarwuchsmittel-Reklame oder News von der Börse, die Sie gar nicht interessieren: Spam nervt. Mit unseren Tipps reduzieren Sie die unerwünschten E-Mails auf ein Minimum. Ihre Selbstverteidigung in Sachen Spam beginnt mit der richtigen Auswahl der E-Mail-Adresse und dem sorgsamen Umgang mit den eigenen Daten im Netz. Wir zeigen Ihnen auch, wie Sie Outlook Express, Outlook und Thunderbird spamsicher konfigurieren. In Verbindung mit dem Antispam-Profi Spamihilator, den wir Ihnen in einem Mini-Workshop erklären, lässt sich Spam weitestgehend verhindern oder zumindest automatisch löschen.

TIPP 1: E-Mail-Adresse vor Adresssammlern schützen

Über 90 Prozent aller Werbe-Mails werden an E-Mail-Adressen verschickt, die zuvor im Web veröffentlicht wurden, beispielsweise im Rahmen eines Eintrags in einem Online-Forum oder eines Kommentars im Lieblings-Blog. Die Betreiber der entsprechenden Seiten können dafür in der Regel nichts. Schuld sind "Adresssammler" von Dritten betriebene Programme, die Webseiten automatisch nach E-Mail-Adressen durchforsten. Die Adresssammler erstellen Listen mit tausenden von Einträgen, die anschließend an Spam-Versender vermietet werden.

Spam-Schutz beginnt deshalb mit der Sicherung Ihrer E-Mail-Adresse vor solchen Sammelprogrammen. Versuchen Sie, Ihre Adresse nie im Web zu veröffentlichen, beispielsweise, indem Sie in Foren auf die Funktion "Private Nachrichten" (englisch "Private Messages") ausweichen. Ist das nicht möglich, schreiben Sie Ihre E-Mail-Adresse mit "(at)" anstelle des "@"-Zeichens, also "meinname(at)meine-domain.de". Menschliche Leser erkennen die Adresse weiterhin, viele Sammelprogramme gehen jedoch darüber hinweg. Noch mehr Schutz bietet der Einsatz von Wegwerf-Adressen (siehe Tipp 5). Er verursacht aber auch höheren Aufwand.

TIPP 2: Adresse spamsicher auf der eigenen Website

Das Verbergen der E-Mail-Adresse fällt auf der eigenen Website deutlich leichter als auf fremden Seiten. Am besten ergänzen Sie Ihre Website mit einem Kontaktformular. So können Ihnen Ihre Besucher eine Nachricht zusenden, ohne dass die Adresse dazu bekannt sein muss.

Müssen Sie eine E-Mail-Adresse veröffentlichen, sollten Sie sie maskieren. Im Netz kursieren dazu viele Vorschläge, nach denen man die Adresse per JavaScript oder in einer Grafik verstecken soll, doch bringt das auch Nachteile. Besucher mit nicht Java-Script-fähigen Browsern können die Adresse nicht nutzen. Verträglicher und dennoch sicher ist der folgende Code, den Sie in Ihre HTML-Dokument einfügen, um sich vor ungewollten Werbebotschaften zu schützen:

benutzer<span style="display: 
none;">abc </span>@ <span style="display:inline;">
domain.de</span>

Ersetzen Sie dabei das Wort "benutzer" durch den Teil Ihrer E-Mail-Adresse links des "@"-Zeichens und "domain.de" durch den rechts davon.

TIPP 3: Online-Formulare spamsicher ausfüllen

Ob bei Online-Bestellungen oder der Registrierung für ein Forum - nach Ihrer E-Mail-Adresse werden Sie im Web regelmäßig gefragt. Oft genug sitzt dabei aber auch ein unauffälliges Häkchen vor einem klein geschriebenen Text: "Ja, senden Sie mir Infos zu besonderen Angeboten". Oder im Kleingedruckten findet sich der Hinweis, dass die E-Mail-Adresse an "Partner" weitergegeben werden darf. Deshalb sollten Sie bei automatisch aktivierten Formularfeldern besonders aufmerksam sein und sich auch das Kleingedruckte ansehen, bevor Sie ein Formular absenden. Dann werden Sie hinterher seltener von unerwünschten E-Mails überrascht.

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Über Wegwerf-Adressen von Yahoo oder Pookmail schützen Sie Ihre Haupt-E-Mail-Adresse.

TIPP 4: Angriffssichere Adresse auswählen

Manche Spam-Versender machen sich gar nicht die Mühe, Listen mit E-Mail-Adressen zu pflegen, an die sie ihre Nachrichten aussenden können. Stattdessen probieren Sie einfach während des Versands mögliche Adressen per Spam-Software aus. Letztere verfügt über eine Liste tatsächlich existierender Domains, aus denen sie systematisch EMail-Adressen erzeugt, indem sie sie mit Buchstabenkombinationen ergänzt. Steht auf der Domain-Liste die Domain "ihre-Firma.de", dann geht Spam beispielsweise an "aa@ihre-firma.de", "ab@ihre-firma.de", "ac@ihre-firma.de", "ba@ihre-firma.de" etc. Unter dieser Art Spam leiden besonders solche Nutzer, die ihre Adresse bilden, indem Sie die Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachname vor das @-Zeichen setzen, im Beispiel also Anton Armleiter, Arnd Czech und Bernd Argau. Umgekehrt gilt: Je länger Ihre E-Mail-Adresse ist, umso besser sind Sie vor solchen automatischen Attacken geschützt. Ein Minimum von acht Zeichen links des "@"-Zeichens hat sich nach unserer Erfahrung bewährt.

TIPP5: Wegwerf-E-Mail_Adresse nutzen - etwa von Pookmail

In vielen Fällen, beispielsweise wenn es um den Download der Testversion einer Software geht, kommen Sie ohne die Eingabe einer E-Mail-Adresse nicht an die gewünschte Leistung. Manchmal lässt sich das entsprechende Formular mit einer gefälschten Adresse austricksen. Doch wenn der Download-Link per E-Mail zugestellt wird, führt diese Lösung nicht zum Ziel.

Besser verwenden Sie eine Wegwerf-E-Mail-Adresse, wie sie zum Beispiel Pookmail kostenlos anbietet. Statt Ihrer eigenen oder einer gefälschten tippen Sie einfach eine beliebige E-Mail-Adresse in das Pflichtfeld, die auf "@pookmail.com" endet. Anschließend besuchen Sie die Pookmail-Website unter www.pookmail.com. Dort wechseln Sie über "Change Language/German" auf die deutschsprachige Web-Oberfläche. Anschließend holen Sie Ihre Post ab, indem Sie die Pookmail-Adresse in das Feld auf der Startseite eintragen. Weil dafür kein Passwortschutz notwendig ist, sollte die Adresse möglichst kryptisch sein (beispielsweise "2fa09icw@pookmail.com"), damit andere Nutzer nicht an Ihre E-Mails gelangen. Wegwerf-E-Mail-Adressen gibt's auchbeim kostenlosen Webmail-Dienst von Yahoo.

TIPP 6: E-Mail-Software richtig konfigurieren

Sie sollten niemals auf Spam antworten, denn dadurch zeigen Sie dem Absender nur, dass Ihre E-Mail-Adresse tatsächlich genutzt und eingehende Post auch gelesen wird. Das erhöht die Attraktivität Ihrer Adresse für zukünftige Spams.

Leider reicht "Nicht reagieren" nicht aus. In vielen Spam-Mails finden sich Verweise auf Grafiken oder HTML-Elemente im Netz, die beim Öffnen der E-Mail nachgeladen werden. Darüber lässt sich eindeutig identifizieren, welcher Empfänger die Nachricht wann geöffnet hat. Zum Schutz vor solchen Fallen verzichten aktuelle E-Mail-Programme auf die automatische Anzeige aus dem Netz nachgeladener Elemente. Ob dieser Schutz aktiv ist, erfahren Sie in Outlook 2003 unter "Extras/Optionen/Sicherheit/Einstellungen für den automatischen Download" und in Outlook Express unter "Extras/Optionen/Sicherheit/Bilderdownload". In Thunderbird ist diese nützliche Schutzfunktion seit Version 2.0 ohnehin nicht mehr abschaltbar.

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