Kolumne

Zielorientierte Planlosigkeit

Matthias Kolbusa über Ziele ohne Plan und die Kunst, vor und während einer Umsetzung kontinuierlich den Fokus auf das zu richten, was wirklich wichtig ist: das Ergebnis - und nichts anderes.

Zielorientierte Planlosigkeit

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Zielorientierte Planlosigkeit

Die Umsetzung einer Strategie, die Markteinführung einer Innovation oder die Gewinnung eines Kunden ähneln dem Erzwingen eines unbekannten Berges per Rad. Sie haben Ihr Ziel, den Gipfel, vor Augen. Aber Sie wissen nicht, was hinter der nächsten Kurve kommt. Vielleicht ein steiler Anstieg? Oder ein angenehmes Plateau, auf dem es gemütlich nach oben geht?

Auch wissen Sie nicht, ob sich die Hitze stauen wird und ob Sie Gegen- oder Rückenwind haben werden. Genau wie in diesem Bild ist es allzu häufig mit unseren Plänen und unserer Kontrolle eben dieser: Es ist Zeit- und Energieverschwendung. Denn Sie wissen nicht, wie es laufen wird.

Das Ziel, das Ergebnis, ist entscheidend, nicht der Plan! Allzu oft und immer wieder verwechseln wir dies. Die Verführung ist groß. Entwickeln Sie daher eine klare Planungshaltung:

1. Jede Umsetzung ist Neuland

Ob Strategie-Umsetzung, Projekt oder Change - jedes Vorhaben ist Neuland, das keiner vor Ihnen betreten hat. Niemand hat den Markt mit genau dieser Mannschaft oder diesem Produkt zuvor erobert und es hat auch niemand den Windpark dort gebaut, wo Sie ihn bauen werden. Es gibt keine "Karte", keinen "Standard" und kein "Best Practice" für "Ihren Berg".

2. Mut, zu dieser Erkenntnis zu stehen

"Klar!" wird jeder sagen. Doch diese Haltung wirklich leben? Ich kenne nur wenige, die es konsequent tun. Wir erstellen Pläne, gaukeln Lenkungsausschüssen vor, wir wüssten genau, was wann, wie kommen wird und erzeugen so viel Arbeit, die mit dem eigentlichen Ergebnis, der Zielerreichung, der Umsetzung nicht mehr viel zu tun hat.

3. Management-Disziplin

Wahren Sie während der gesamten Umsetzung die Disziplin, Ihre Mannschaft ständig und immer wieder auf das Ergebnis auszurichten. Vergessen Sie sämtliche "Standard-Status-Reportings" - sie sind meist rein aktivitäten- und nicht ergebnisorientiert.

Ist die Alternative eine gefährliche Mischung aus Opportunismus und Aktionismus? Nein, es geht nicht um "naive" Planlosigkeit. Gekonntes Umsetzungsmanagement eliminiert konsequent all das, was mit der Zielerreichung nichts zu tun hat. Und das fängt nun mal bei der Art zu planen und zu kontrollieren an.

Nur das Ergebnis zählt

Dann, und nur dann, wenn das Zielbild insgesamt klar ist, zerlegt wurde und die "Puzzle-Stück-Verantwortlichen" ihr Ziel und das Ineinandergreifen klar vor Augen haben, dann widmen Sie sich dem "Wie". Aber Sie planen nicht das große Ganze und versuchen nicht mit einem Plan den genauen Weg vorzuzeichnen oder abzustecken, um dann gegen diesen Aktivitäten zu kontrollieren.

Wie gesagt: Sie wissen nicht, wie es genau laufen wird! Sie disziplinieren den "Umsetzungs-Dreisprung": Alle zwei Wochen (finden Sie Ihre eigene Frequenz!) setzen Sie sich mit Ihren Teilprojektleitern und diese wiederum mit Ihren Teams zusammen und fragen sich drei Dinge:

  • Was genau wollen wir erreichen und woran merken wir, dass wir vorankommen?
  • Was macht uns sicher, das wir das schaffen? Was macht uns unsicher?
  • Was konkret muss als Nächstes erreicht werden? Nicht getan werden! Sprechen Sie nur in Ergebnissen!

Kommen Sie im Kleinen wie im Großen in eine reine "Ergebnisdenke" und "Ergebnissprache". So einfach werden erfolgreiche Umsetzungen gemanagt. Genießen Sie es, voranzukommen.

Matthias Kolbusa

© Matthias Kolbusa

Der Autor:Matthias Kolbusa

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