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PC Magazin


Klaus Manhart

30. April 2010
Multitasking und das menschliche Gehirn: "Zerebrales Multitasking": Wie leistungsfähig ist das menschliche Hirn Bild vergrößern 937 538 http://img4.magnus.de/Gehirn-Verbindung-neurales-Netz-r937x538-C-3728f583-29333831.jpg
Multitasking und das menschliche Gehirn

"Zerebrales Multitasking": Wie leistungsfähig ist das menschliche Hirn

Der Computer ist ein Meister im Multitasking – dem gleichzeitigen Bearbeiten mehrerer Aufgaben. Doch können wir Menschen es auch? Der Zeitgeist sagt ja, aber Psychologen und Hirnforscher sehen das zerebrale Multitasking skeptisch. Beim parallelen Erledigen von Tätigkeiten erreicht unser Gehirn seine Schranken.

Ein Video konvertieren, ein Spreadsheet berechnen und einen englischen Text übersetzen – ein PC mit einem modernen Betriebssystem kann das alles gleichzeitig. Der Computer ist also der perfekte Multitasker – doch können wir Menschen es auch? Auf den ersten Blick ja, und es wird auch zunehmend praktiziert und gefordert.

Wir telefonieren tagsüber mit dem Arbeitskollegen, sortieren gleichzeitig unsere Unterlagen und haben auch noch den E-Mail-Eingang im Auge. Gefördert wird die "Kultur der Gleichzeitigkeit" besonders von den Medien. Die Nachrichtensender CNN und n-tv präsentieren zusätzlich zum üblichen Programm zwei laufende Infobänder am Bildschirmrand.

Nach einer Studie des Chip-Herstellers Intel sind acht von zehn Befragten der Auffassung, dass man heutzutage im Beruf häufiger mehrere Dinge gleichzeitig tun muss als früher. 60 Prozent glauben an Wettbewerbsvorteile durch parallele Bearbeitung mehrerer Aufgaben. Zudem ist sich die große Mehrheit sicher, auf diesem Wege mehr Dinge schneller erledigen zu können.

Wo Multitasking möglich ist

Doch was ist wissenschaftlich tatsächlich dran am menschlichen Multitasking? Wie gut kann das menschliche Gehirn zwei oder mehr Aufgaben parallel ausführen? Was kann überhaupt gleichzeitig erledigt werden? Wann kommt es zu einem Leistungsabfall? Und ist Multitasking auch ökonomisch?

Welche Art von Tätigkeiten parallel ausgeführt werden können und bei welchen man scheitert, lässt sich schon in simplen Selbstversuchen auskundschaften. Probieren Sie einmal, 43 + 4 zu addieren und gleichzeitig dieselben Zahlen zu multiplizieren.

Führen Sie hingegen eine Fertigkeit aus, die Sie gut beherrschen – etwa Stricken, Autofahren oder Fahrradfahren – und versuchen Sie, gleichzeitig etwas Anspruchsvolleres zu tun, etwa Lesen, steht Multitasking nichts im Weg.

Offensichtlich spielt die kognitive Kapazität, die eine Aufgabe einfordert, eine entscheidende Rolle. Wer etwa Auto fährt, wird sich in den meisten Situationen mühelos mit seinem Partner unterhalten können. Sobald jedoch eine schwierige Situation auftaucht unterbrechen wir unsere Unterhaltung mit dem Beifahrer.

Muss sich unser Gehirn auf zwei Bereiche konzentrieren, wird Multitasking offensichtlich schwierig. Wird eine Tätigkeit hingegen mehr oder weniger automatisch ausgeführt, scheint eine parallel ausgeführte Aufgabe spielend möglich.



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