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Zensur ausgetrickst

Bislang war die Technik eher als Hilfsmittel von Zensoren bekannt und berüchtigt, jetzt soll Deep Packet Inspection eingesetzt werden, um Zensur zu umgehen und gesperrte Webseiten zugänglich zu machen.

Google: Keine nackten Tatsachen

© Wolf Hosbach

Google: Keine nackten Tatsachen

Das "Telex" genannte Verfahren haben Wissenschaftler der Universität von Michigan (USA) entwickelt. Alex Halderman und seine Arbeitsgruppe wollen es auf dem Usenix Security Symposium vorstellen. Die Telex-Station befindet sich auf dem Server eines Providers, ein Client auf dem Rechner des Surfers. Um das Verfahren zu nutzen, ruft der Surfer eine nicht blockierte Seite auf, zu der der Provider eine verschlüsselte Verbindung öffnet. In den Aufruf der nicht-blockierten Seite versteckt die Software dann die Adresse der eigentlich gewünschten Seite in verschlüsselter Form. Anschließend verpackt der Telex-Server die blockierte Seite so, dass sie wie die unblockierte aussieht und leitet sie an den Surfer weiter. Wer den Schlüssel nicht kennt - also die Zensoren - soll von dem Vorgang nichts bemerken.

Der nötige Blick in die Datenpakete selbst - und nicht nur deren Adressvorspann - heißt Deep Packet Inspection und wurde bisher mit dem gezielten Ausfiltern von Inhalten in Verbindung gebracht, sei es durch politische Zensoren, sei es von digitalen Rechteverwertern.

Der Vorteil von Telex gegenüber z.B. TOR ist, dass Telex ohne Proxies auskommt, deren Adressen im Geheimen verbreitet werden müssen. Allerdings braucht Telex die freundliche Hilfe des einen oder anderen Providers. Noch ist das neue Verfahren im frühen Teststadium. 

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