Datensicherheit

Zahl des Tages: 40

Nur 40 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen eine professionelle Lösung für die Vernichtung elektronischer Daten. Das ergab eine Umfrage von Kroll Ontrack.

Daten sicher löschen

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Daten sicher löschen

Bei Akten auf Papier ist die sichere Vernichtung im Schredder Standard, bei der Entsorgung digitaler Datenträger herrscht jedoch in vielen Unternehmen das Prinzip Vertrauen: Diesen Eindruck gewann der auf Datenrettung und Information Management spezialisierte Dienstleister Kroll Ontrack durch eine aktuelle, allerdings nicht repräsentative Umfrage in Deutschland.

Fast drei Viertel der Unternehmen (73 Prozent) besitzen einen Aktenvernichter oder Shredder, damit Firmenpapiere und -Akten bedenkenlos entsorgt werden können. Eine professionelle Lösung für die Vernichtung elektronischer Daten besitzen jedoch nur 40 Prozent der befragten Unternehmen, eine Policy für die Entsorgung von IT-Altgeräten gibt es gar nur in 12 Prozent aller Unternehmen.  

Immerhin knapp ein Drittel (28 Prozent) der Unternehmen entsorgt IT-Altgeräte über einen professionellen Dienstleister, je ein weiteres Drittel kümmert sich selbst um die Entsorgung (34 Pozent) oder lagert die Geräte intern (32 Prozent). Immerhin 56 Prozent der Unternehmen beauftragen ihre IT-Abteilung damit, die Daten auf den Geräten vor der Entsorgung zu löschen. Einen externen Dienstleister nehmen für diesen Service nur etwa 15 Prozent in Anspruch, dagegen überlassen es 17 Prozent der Unternehmen dem jeweiligen Mitarbeiter selbst, die Daten auf seinem IT-Altgerät zu löschen.

Bedenklich ist jedoch vor allem, dass die Datenlöschung kaum ernsthaft kontrolliert wird: In einem Viertel (25 Prozent) der Unternehmen überprüft niemand, ob vertrauliche Daten tatsächlich gelöscht wurden. Die IT-Abteilung ist mit 44 Prozent die meistgenannte Kontrollinstanz für die Datenlöschung. Aus Compliance-Gründen ist eine solche Vorgehensweise jedoch zumindest heikel: Wenn die IT-Abteilung Daten sowohl löscht, als auch die Löschung kontrolliert, ist der Sorgfaltspflicht nicht ausreichend Genüge getan. Das Unternehmen und die Unternehmensführung können im Falle eines Datenmissbrauchs zur Verantwortung gezogen werden. Wie wenig diese Problematik den Unternehmen bewusst ist, zeigt auch die verschwindend kleine Rolle, die Compliance-Verantwortlichen bei diesem Thema zugestanden wird: Nur in Ausnahmefällen, bei etwa 1 Prozent der befragten Unternehmen, sind Compliance- oder Datenschutzbeauftragte zuständig für die Kontrolle der Datenlöschung.

Schutz mobiler Daten

Auch der Schutz mobiler Daten vor Unbefugten ist in Unternehmen noch nicht ausreichend angekommen: Nur knapp 10 Prozent der Unternehmen verfügen über eine Lösung für die Remote-Löschung von Firmenhandys oder -Smartphones. Dabei gehen gerade die mobilen Geräte schnell einmal verloren oder werden gestohlen - und enthalten dabei weit mehr als nur ein paar verschmerzbare Telefonnummern von Kunden. 

Methoden zur Datenlöschung

Sicher löschen lassen sich Daten allerdings nicht mit der integrierten Löschfunktion von IT-Geräten - diese gibt die Daten üblicherweise nur zum Überschreiben frei, macht sie jedoch nicht unlesbar. Um Daten endgültig zu löschen, gibt es drei Methoden:

  • Entmagnetisierung, d.h. die Zerstörung  magnetisch aufgezeichnete Daten mittels eines starken magnetischen Feldes.
  • Überschreiben jeder Sektion eines Datenträgers mehrmals mit vordefinierten Bit-Mustern.
  • Physikalische Zerstörung, d.h. Vernichtung von Festplatten und anderen Speichermedien mit großen Shredder-Maschinen.

An der telefonischen Umfrage von Kroll Ontrack zu Datenlöschung und der Entsorgung von IT-Altgeräten nahmen im 2. Quartal 2.012.165 IT-Profis aus kleinen und mittleren Unternehmen aus Deutschland teil.

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