PS4 & Xbox One Spieler gesperrt

Anstößige Aufnahmen mit Kinect 2.0 & Co. führen zu Account-Bans

Schon bei der Präsentation sorgten die Kameras der Xbox One und Playstation 4 für Diskussionsbedarf. Knapp eine beziehungsweise zwei Wochen nach Release in den USA kursieren bereits die ersten Meldungen über Verletzungen der Privatsphäre. Spieler, die sich bei oder mit anstößigen Inhalten filmten, wurden gesperrt.

Xbox One & PS4: Aufnahmen mit Kinect und PS Eye sorgen für Account-Bans.

© Hersteller/Archiv

Xbox One & PS4: Aufnahmen mit Kinect und PS Eye sorgen für Account-Bans.

Aktuell machen anstößige Kamera-Aufnahmen mit Xbox One und PS4 Probleme, entsprechend verantwortliche Nutzer wurden gesperrt. In den Wochen und Monaten vor den Release-Dates der Next-Generation-Konsolen regte sich herbe Kritik an Microsoft und Sony. Die mitgelieferte Kamera, vor allem das beiliegende Kinect-Zubehör der Xbox One, könne als eine Art "Big Brother 2.0" fungieren, meinten vor allem Datenschützer. Dank der vier Mikrofone, den zwei Kameras und dem Infrarot-Sensor wäre es leicht für Kinect beziehungsweise Microsoft, den Nutzer auszuspionieren.

Das Dementi von Microsoft folgte umgehend. Der Europa-Chef Phil Harrison machte in einem Interview deutlich, dass man nie persönliche Daten in einer Form übertragen würde, die die Identifizierung eines Nutzers erlaubt, sofern man dem nicht explizit zustimmt.

Wir benutzen Kinect überhaupt nicht, um bei irgendjemandem herumzuschnüffeln.
Phil Harrison im Interview mit eurogamer.de

Xbox One: Und plötzlich ist man gesperrt

Noch scheinen sich die schlimmsten Befürchtungen der Kritiker nicht zu bewahrheiten, und dennoch gibt es Grund zur Sorge: So beschweren sich Nutzer in diversen Foren, dass die Programme Skype und das Veröffentlichungs-Tool von "Videos: Upload Studio" nicht mehr funktionieren würden. Die lapidare Begründung seitens der Spielekonsole-Hersteller: "Das Verhalten in der Vergangenheit stimmte nicht".

Jetzt bestätigt Microsoft, dass in aktuellen Fällen zeitliche Sperren verhängt wurden, da in entsprechend hochgeladenen Videos der Nutzer zu viele Kraftausdrücke fielen. Konsequenterweise wurde dann der Spieler der Möglichkeit beraubt, mittels Kinect 2.0 Mitschnitte vom Spielen aufzunehmen.

Lesetipp: Xbox One oder PS4? Der große Feature-Vergleich

Dieses Vorgehen soll laut Microsoft in den Xbox-Live-Verhaltensregeln stehen. Außerdem wiederholt Microsoft, dass Skype-Gespräche und -Chats nicht überwacht werden. Dennoch bleibt die Frage offen, wie Microsoft die Flüche in Gameplay-Videos erkennt.

Wir tun das, um eine saubere, sichere und spaßige Umgebung für unsere Nutzer zu schaffen.
Microsofts Stellungnahme auf theverge.com

PS4: Auch Sony kämpft mit Problemen

Diese Startschwierigkeiten hatte Sonys Playstation 4 zunächst nicht. Doch auch hier treten durch die Nutzung der "Playstation Eye"-Kamera Probleme auf, wenngleich Sony nicht direkt die Schuld trifft. In Kooperation mit Twitch TV bietet man den Streaming-Dienst "The Playroom" an, der es den Spielern erlaubt, Live-Aufnahmen aus ihren Wohnzimmern zu senden.

Für manche Nutzer ist dies ein Freibrief zu einem Stream der obszönen Art. Wie das Magazin Game Revolution berichtet, betrinkt sich der User "Darckobra" zunächst mit seiner Frau zu Hause und streamt dies live mittels seiner PS4. Dann zeigt er, wie er seiner eingeschlafenen - oder gar bewusstlosen - Frau das Top auszieht, um ihre Brüste zu zeigen. Nach 15 Minuten wird das Video plötzlich schwarz. Als der Stream wieder online geht, liegt die Frau Berichten zufolge komplett nackt auf der Couch.

Der betreffende Nutzer wurde kurz daraufhin gesperrt. Später folgte auf dem Twitter-Account von Twitch TV ein Hinweis auf die eigenen Nutzungsbedingungen. Viele Spieler haben nun die Sorge, dass aufgrund solcher Missbrauchsvorfälle der Playroom-Dienst beschnitten wird.

© Microsoft

Die Kinect-Kamera steht im Fokus der Kritik - trotz aller Dementis von Microsoft.

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