"Tickende Zeitbombe"

Windows XP - Marktanteil weiterhin erschreckend hoch

Der Marktanteil von Windows XP ist laut Erhebungen noch bei 26 Prozent. IT-Sicherheitsexperten raten zum Wechsel und bezeichnen XP als "tickende Zeitbombe".

Windows XP ist sich selsbt überlassen, viele Nutzer bleiben dem System treu.

© Microsoft

Windows XP ist sich selsbt überlassen, viele Nutzer bleiben dem System treu.

Nutzer sollten Alternativen zu Windows XP finden. Der Rat geistert bereits seit Monaten durch die Medien, doch die wenigsten befolgen ihn wohl. Sei es aus Kostengründen, Inkompatibilitäten mit verwendeter Software oder einfach Unwissenheit, wie IDC-Marktforscher Wafa Moussavi-Amin den mit 26 Prozent immer noch sehr hohen Marktanteil von Windows XP begründet. Das Risiko sei den meisten Nutzern nicht bewusst.

Joachim Posegga, Professor und Leiter der IT-Security an der Universität Passau, bezeichnet Windows XP gar als tickende Zeitbombe. Falsch liegt der Sicherheitsexperte nicht. Denn fehlen die offiziellen Updates seitens Microsoft, werden neue Sicherheitslücken nicht mehr gestopft. Hacker treffen je nach ausgesuchtem Opfer und vorzufindender Beute - etwa Online-Passwörter, Bank- oder Unternehmensdaten - mitunter auch auf Windows-XP-Rechner. Und dort wird der Widerstand auf Grund des veralteten und nicht mehr gepflegten Betriebssystems nicht mehr groß sein.

Für Posegga besteht auch für XP-Rechner ohne Internetverbindung ein Sicherheitsrisiko. Es stimmt zwar, dass man sich Viren und Trojaner hauptsächlich auf dubiosen Webseiten einfängt, doch USB-Sticks und andere externe Datenträger können ebenso ein Einfallstor für Cyberkriminelle sein. Ausführbare Dateien unsicherer Quellen können dem System schnell Schädlinge unterjubeln. Der Aufwand für Malware-Programmierer wäre durch fehlende Sicherheits-Updates gering.

Was sollten Windows-XP-Nutzer am besten machen? Sollte ein Wechsel - der generell anzuraten ist - nicht möglich sein, sollte zumindest der Antivirenschutz höchsten Ansprüchen genügen. Eine Anlaufstelle wäre unser aktueller Test von Antivirensoftware. Sind Ihnen die kostenpflichtigen Programme zu teuer, helfen auch kostenlose Sicherheits-Tools. Diese werden von den Herstellern regelmäßig gewartet und auf dem aktuellen Stand gehalten.

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