Windows XP

Deutsche Rentenversicherung noch mit 40.000 XP-Rechnern

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) setzt angeblich noch rund 40.000 Rechner mit Windows XP ein. Die DRV behauptet, die Rechner seien ausreichend geschützt.

Windows XP

© Microsoft

Die Deutsche Rentenversicherung nutzt noch 40.000 XP-Rechner.

Windows XP sollte nicht mehr in Verbindung mit sensiblen Daten genutzt werden, die um keinen Preis in falsche Hände geraten dürfen. Die Datenbanken der Deutschen Rentenversicherung zählen selbstredend dazu, und genau dort werden insgesamt noch rund 40.000 Rechner eingesetzt, auf denen das veraltete und von Microsoft nicht mehr gepflegte Betriebssystem läuft. Das ergaben Recherchen des ARD-Magazins Kontraste.

Andrea Voßhoff, Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, sagt: "Ein weiterer Einsatz von Windows XP stellt eine erhöhte Bedrohungslage dar. Besonders bei der Verwendung dieses Betriebssystems auf einem mit dem Internet verbundenen Rechner besteht eine erhöhte Gefahr für Angriffe durch Schad- und Spionagesoftware."

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Das ist eine berechtigte Warnung. Microsoft stellte den Support im April 2014 ein. Zeitgleich machte das Verschlüsselungs-Leck Heartbleed die Runde, später folgten mit FREAK und diversen weiteren Sicherheitslücken neue Gefahrenquellen, gegen die Windows XP nicht mehr gewappnet ist.

Die Verantwortlichen bei der Deutschen Rentenversicherung sehen es gelassen und behaupten, es bestehe kein Sicherheitsrisiko. Zum einen seien entsprechende XP-Rechner nicht mehr mit dem Internet verbunden, zum anderen seien "eigene Sicherheitskomponenten ergänzt worden". Anschließend ist die Rede von "mehrstufigen Firewallsystemen" und einem "stets aktuellen Virenschutz".

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Welcher Virenscanner und welche Firewallsysteme im Einsatz sind, ist unbekannt. Sicher ist, dass damit zwar die meisten Bedrohungen abgewehrt werden - das Risiko ist ebenso geringer, wenn die Rechner tatsächlich keinen Online-Zugang haben. Doch "kein Internet" bedeutet nicht, völlig auf der sicheren Seite zu stehen. Im August 2014 etwa wurde mit BadUSB eine schwere Sicherheitslücke entdeckt, mit der per USB-Stick unberechtigt auf ein System zugegriffen werden kann. Und zu diesem Zeitpunkt hatte Microsoft Windows XP schon vier Monate begraben.

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