Windows XP Alternative

US-Geldautomaten sollen unter Linux weiterlaufen

Als Windows XP Alternative für US-Geldautomaten prüft der Industrieverband ATMIA derzeit Linux. Damit sollen Hardware-Kosten und Aufwand minimal bleiben.

Zum Support-Ende von Windows XP wird es eng für Banken.

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Zum Support-Ende von Windows XP wird es eng für Banken.

Es wird Zeit für eine Windows XP Alternative: Unzählige Geldautomaten müssen ebenso wie viele Nutzerrechner entweder auf ein aktuelleres Windows oder auf Ersatz-Betriebssysteme aus dem Linux-Bereich umgestellt werden. In den USA bestätigte der Industrieverband für Geldautomaten - ATMIA (ATM Industry Association) -, dass Hersteller derzeit Letztgenanntes prüfen. Zeit für einen rechtzeitigen Wechsel ist noch bis zum 8. April 2014 - dann stellt Microsoft offiziell den Support für Windows XP ein.

Die Hersteller von ATMs (Englisch: automatic teller machine; gebräuchliche Abkürzung für Geldautomaten) wollen mit einem Umstieg von Windows XP auf ein Linux-System erreichen, dass Hardware und Software künftig synchron aktualisiert werden kann. Entscheiden sich Hersteller derzeit für Windows 7 als Windows-XP-Alternative, ist zumeist auch ein Upgrade der Technik nötig. Das dürfte die Kosten für die Automatenhersteller und anschließend für die Banken sowie womöglich den Kunden in die Höhe treiben.

Mit Linux könnte die zumeist veraltete Technik in Geldautomaten weiter Verwendung finden. Ein auf das Nötigste angepasstes Linux inklusive allen erforderlichen Sicherungsmaßnahmen fordert schließlich weniger Hardware-Ressourcen und Pflegeaufwand ein. Laut einem Bericht von computerworld.com sollen nach dem 8. April über 60 Prozent der über 400.000 US-Geldautomaten dennoch weiter mit Windows XP laufen.

Wie wir berichteten, bleibt auch in Deutschland der Großteil der Geldautomaten zum Ende von Windows XP unangetastet. Der Hersteller NCR etwa gibt an, dass nur rund ein Drittel der Maschinen rechtzeitig auf eine Windows XP Alternative umgestellt sein würden. Wincor Nixdorf gab an, dass der Wechsel bereits seit Jahren angedacht, jedoch vielerorts nicht erfolgt sei. Andere Banken beziehungsweise Automatenhersteller bezahlen Microsoft auch für weiteren XP-Support. Der endet jedoch 2017 endgültig - entsprechende Betreiber stehen dann vor dem gleichen Problem wie jetzt.

Welche Gefahren drohen mit Windows XP?

Das fast 13 Jahre alte Betriebssystem Windows XP basiert auf der noch älteren Architektur von Windows NT. Das System und das Sicherheitsgerüst sind veraltet, die Wartung verschlingt mit fortschreitendem Datum ebenso wie die Instandhaltung immer mehr Ressourcen. Hacker haben es gleichzeitig immer einfacher, da bestehende Tools und Herangehensweisen zum Knacken der Sicherheitsmechanismen immer ausgefeilter werden. Microsoft hat nach eigenen Angaben stetig steigenden Aufwand, um mit den Tricks der Cyberkriminellen standzuhalten. Ab dem 8. April stellt Microsoft den Support ein - und Geldautomaten mit veralteter Software dürften für Hacker ein lukratives Angriffsziel sein. Es herrscht Handlungsbedarf - wie sehen Sie das? Verraten Sie es uns auf der Facebook-Seite von pc-magazin.de.

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