Nach Abmahnung von Verbraucherzentrale

Windows 10 Update: Microsoft soll wegen Zwangsdownload vor Gericht

Eine Verbraucherzentrale will Microsoft vor Gericht ziehen. Grund: Der heimliche Download von Windows 10 für Nutzer, die das Update nicht wollen.

Windows 10: Desktop mit Tablet

© Microsoft

Windows 10: Desktop mit Tablet

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hatte Microsoft wegen Windows 10 abgemahnt, eine Reaktion des Unternehmens blieb bislang aus. Nun wollen die Verbraucherschützer Microsoft vor Gericht ziehen. Der Grund: Auf Systemen mit Windows 7 und Windows 8.1 wird bei vielen Nutzern das Update auf Windows 10 schon heimlich heruntergeladen - obwohl sich der Nutzer nicht dafür entschieden hat. Über 6 GB landen in einem versteckten Ordner - das bezeichnet die Verbraucherzentrale als Zwangsdownload.

"Diese Geschäftspraxis ist inakzeptabel, da sie eine unzumutbare Belästigung darstellt", sagt Cornelia Tausch, Vorstand der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, "Wir werden die Geschäftspraxis von Microsoft daher einer gerichtlichen Prüfung unterziehen". Das Problematische ist, dass der Nutzer ohne Nachfrage oder gar Benachrichtigung seitens Microsoft Daten auf seinem Rechner erhält, die er nicht bestellt hat. Anschließend meldet sich Windows 7 oder 8.1 über das GWX-Tool von Microsoft mit Update-Hinweisen. Bleibt der Nutzer bei seiner Entscheidung, Windows 10 nicht zu installieren, ist es seine Aufgabe, die Dateien wieder loszuwerden. Doch das ist für Laien gar nicht so einfach.

Wir werden Sie über den weiteren Verlauf der Schritte der Verbraucherzentrale auf dem Laufenden halten.

Windows 10: Wie entferne ich den "Zwangsdownload"?

Wir haben im September vom versteckten Windows 10 Download berichtet, der Nutzer auch ohne Reservierung des neuen Betriebssystems erreicht. Die Dateien, die heruntergeladen werden, befinden sich anschließend in einem versteckten Systemordner. Es handelt sich um den Ordner namens "$Windows.~BT" (ohne Anführungszeichen) auf der Systempartition. Auf diesen können Sie zugreifen, wenn Sie in der Adressleiste des Windows-Explorers einfach die genannte Zeichenfolge eingeben, während Sie auf dem Laufwerk (Hauptordner) mit der Installation von Windows 7 oder 8.1 sind - also beispielsweise "C:\"$Windows.~BT\".

Wie die Verbraucherzentrale schreibt, nutzt der Windows-10-Download Speicherplatz, der bei Nutzern mit SSDs besonders kostspielig ist und schnell für ein volles Laufwerk sorgen kann. Problematischer wird es bei Internetnutzern mit Volumenverträgen, die einfach ohne Wissen des Nutzers mit 6 GB belastet werden.

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