Laut Microsoft

Windows 10: Warum Tuning- und Aufräum-Tools eher schaden sollen

Microsoft erklärt, warum Windows 10 einige, scheinbar praktische Tuning- und Aufräum-Tools als potenziell schädlich einstuft und entfernt.

10 Profitipps zum Windows-Rechner

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Schneller machen per Mausklick - nicht immer soll das einwandfrei funktionieren!

Eigentlich wirken sie ganz praktisch: Tuning- und Aufräum-Tools für Windows versprechen mehr Performance und weniger Datenmüll – mit wenigen Klicks. Doch anscheinend verrichten sie ihre Arbeit nicht immer einwandfrei – wie aktuell bei Windows 10. Warum, das erklärt Microsoft in einem neuen Beitrag auf seinem Sicherheits-Blog „Malware Protection Center“. Die Erklärung soll Nutzern nahebringen, warum das in Windows integrierte Antivirenprogramm Windows-Defender  entsprechende Tuning- und Säuberungs-Tools als potenziell unerwünscht oder schädlich einstuft und entfernt.

Bekannte Tools wie beispielsweise CCleaner, TuneUp Utilities oder etwa Ashampoo WinOptimizer scannen einen Computer in der Regel auf potenzielle Performance-Bremsen und Sicherheitsrisiken. Nicht selten werden anschließend Hunderte oder gar Tausende scheinbare Problemfunde gelistet, die den Rechner ausbremsen oder ihn für Schädlinge empfänglicher machen sollen. Mit einem Klick lassen sich diese „Probleme“ lösen – dabei werden angeblich nicht mehr benötigte Dateien gelöscht und das System von Ballast befreit. Einstellungen im System werden verändert und Registry-Einträge angepasst oder gelöscht.

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Microsoft betont, dass diese praktischen Tools nicht zwingend schädlich sein müssen, doch viele andere Vertreter entsprechender Software seien zu undurchsichtig, wenn es um Beschreibungen der angeblichen Probleme geht. Nicht selten würden sie eher für Panik als Aufklärung beim Nutzer sorgen. Viele Tools kämen als Demoversion und versprechen eine Problemlösung erst, nachdem der Nutzer die Vollversion gekauft und freigeschaltet hat. Durch die mangelnde Aufklärung und geschaffene Angst beim Nutzer würden Kaufentscheidungen quasi erzwungen. Das meint Microsoft unter anderem mit „potenziell unerwünscht“. Dem Nutzer werde ein angebliches Problem geschildert – die Frage, wie ein Programm es löst und welche Vorteile sich danach ergeben sollen, würde oft im Unklaren bleiben.

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Im Blog-Beitrag im Malware Protection Center liefert Microsoft auch ein Beispiel dafür, wie manche „Problemlösungen“ der Tools der Performance unter Windows 10 schaden können. Einige Tuning-Tools etwa erkennen bestimmte Windows-System-Dateien (mit der Endung .pf) als Ballast und löschen sie. Es handelt sich dabei aber um sogenannte Prefetch-Dateien, die das Betriebssystem erstellt, um Programmstarts zu beschleunigen. Der Einsatz bestimmter Tools kann also genau Gegenteiliges bewirken, als beworben. Daher werde Microsofts Windows Defender weiterhin rigoros mit entsprechenden Tools umgehen.

Wer dies nicht möchte, kann natürlich auf einen alternativen Virenscanner umsteigen, und den Windows Defender deaktivieren.

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