Edge, Hallo, Device Guard & Co.

Windows 10 - Ist bei diesen Sicherheits-Features Endstation für Hacker?

Die Sicherheits-Features von Windows 10 machen deutlich: Mit dem Release des neuen Microsoft-Betriebssystems soll sich vieles ändern.

Windows 10 Sicherheit: Symbolbild

© Sashkin - Fotolia.de

Microsoft zeigt, wie Windows 10 Standards bei der Sicherheit setzen soll.

Mit dem Release von Windows 10 soll für Microsoft eine neue Ära anbrechen: vorbei die Zeiten, in denen Nutzer über die Sicherheitslecks in Windows gewitzelt haben. Vorbei die Zeiten, in denen der eingebaute Browser Internet Explorer nur für den Download einer Alternative wie Firefox oder Chrome gut war.

Ob dieser Wandel gelingt, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass Microsoft viele Anstrengungen und Mittel an den richtigen Stellen aufwendet, um sein selbst gesetztes Ziel von über einer Milliarde in Umlauf befindlichen Windows-10-Geräten in den nächsten zwei bis drei Jahren zu erreichen.

Der neue Browser: Edge

Der Windows-10-Browser Edge (ehemals Project Spartan) löst den Internet Explorer ab. Microsoft hat den neuen Browser von Grund auf neu entwickelt und ihm ein modernes und schlankes Design verpasst. Abgesehen davon lässt Edge mit ActiveX und Visual Basic Script veraltete Features hinter sich, die sowohl beim Thema Performance als auch bei der Sicherheit eher mit einem Ziegelstein auf der (Daten-)Autobahn zu vergleichen sind. Für die Kompatibilität mit älteren Websites wird in Windows 10 der Internet Explorer vorerst erhalten bleiben. Weiterentwickelt wird er aber nicht.

Zwar lässt Edge die genannten Features weg, auf JavaScript kann ein Browser heute aber noch nicht gänzlich verzichten. Für diese Skriptsprache zeigt Microsoft aktuell auf seinem Blog, wie viel performanter Edge gegenüber dem Internet Explorer arbeitet. In Kurzform: In Benchmarks rendert die neue Chakra-Engine von Edge rund eineinhalb bis doppelt so schnell wie der Internet Explorer. Auch Chrome und Firefox lässt Edge mit leichtem Vorsprung hinter sich. Das ist für eine Beta-Software bereits beachtlich.

Wie schützt Windows 10 Edge und den Nutzer?

Auf diversen Konferenzen während der Technologie- und Entwicklermessen Build und Ignite hat Microsoft viele Details verraten. Die Redmonder widmen dem Thema Sicherheit in Windows 10 eine Menge Aufmerksamkeit. Die konventionelle Form, Daten und Geräte via Nutzer-Management und mit Passwörtern zu schützen, soll besseren Methoden weichen, beziehungsweise von ihnen ergänzt werden.

Microsoft nennt hierzu "Windows Hello", das Sicherheitsmechanismen um die Eingabe biometrischer Daten ergänzt, und die Zwei-Faktor-Autorisierung in Ergänzung mit einem neuen Software-Design für Windows 10. Beim Fingerabdruck, der in der mobilen Welt bereits Einzug hielt, ist dabei noch nicht Schluss. "Windows Hello" ist Microsofts neue Gesichtserkennungs-Schnittstelle, die Iris- und Gesichts-Scans sowie weitere biometrische Daten eines Nutzers verwenden kann, um Daten oder Geräte für den Anwender freizugeben. Gewöhnliche Hacker müssen sich dann schon etwas anderes überlegen, als Zugangsdaten zu erraten, bzw. abzufangen.

Der Schutz vor Malware ist ein anderes Thema: Hier baut Microsoft unter anderem auf das Feature "Device Guard". Windows-10-Geräte - speziell in Unternehmen - sollen in einer Art Sandbox arbeiten können. (Schädliche) Software ohne dedizierte Freigabe soll dann gar nicht erst funktionieren. Der bisherige Malware-Schutz auf Basis beispielsweise einer signaturbasierten Erkennung wird damit erheblich verstärkt. Auch der Windows Defender soll verbessert werden, damit er in Antivirus-Tests nicht mehr auf den hinteren Plätzen landet.

Wer tiefer in die Materie steigen möchte, der kann sich die Panels von Microsoft nachträglich anschauen. Device Guard, Windows Hello und mehr sind nur ein kleiner Teil der neuen Features. Microsoft stellte auf dem Black Belt Security Panel der Ignite weitere Mechanismen und Funktionen vor, wie etwa BitLocker, AppLocker, Erweiterungen für die Benutzerkontensteuerung, Remote Desktop und mehr.

Windows 10 soll im Sommer 2015 erscheinen. Wer welches Update bekommt, wie Sie Windows 10 schon testen können und wie Sie es optimieren, das lesen Sie mit einem Klick in die verlinkten News und Ratgeber in diesem Artikel.

Edge-Logo

© Microsoft / Montage: WEKA

Edge wird neu: Nur das Logo erinnert an die Wurzeln.

Mehr zu Windows 10:

Systemanforderungen, Download, Probleme & Co.

Startmenü, Charmsbar und Co.

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