Windows 10

Warum Windows 7 wohl kein zweites Windows XP wird

Mit Windows 10 könnte Microsoft die Dominanz des sechs Jahre alten Windows 7 durchbrechen. Lesen Sie, warum 7 wahrscheinlich nicht das nächste XP wird.

Windows 10 auf vielen Geräten

© Microsoft

Windows 10 verbucht einen Erfolg auf einem relevanten Sektor.

Seit Frühjahr 2011 ist Windows 7 das am meisten verbreitete Betriebssystem auf deutschen PCs. Zu diesem Zeitpunkt hat der 2009 erschienene Vista-Nachfolger seinen Urahn Windows XP überholt. Kaum ein Jahr später lag der Marktanteil bei über 50 Prozent, die Windows 7 bis heute halten kann. Windows 8 hat daran wenig rütteln können. Zu viele Veränderungen und ein weiterhin meist zufriedenstellend laufendes Windows 7 gaben Nutzern wenig Grund zum Wechsel. Das gilt nicht nur für Deutschland, wie Zahlen von Netmarketshare regelmäßig zeigen.

Mit Windows 10 könnte Microsoft sein bald in die Jahre kommendes Windows 7 ebenbürtig ersetzen. Das wäre nicht nur gut für das Unternehmen, auch die Nutzer würden sich über den einen oder anderen Vorteil freuen. Als Beispiel sei nur das Thema Sicherheit genannt. Ein zweites Windows XP braucht niemand, weder die Redmonder noch die Nutzer, die in heutigen Zeiten unter Hacker- und Malware-Dauerbeschuss im Web zu stehen scheinen.

Wer will Windows 10?

Bisher gibt es wenig konkrete Zahlen von Microsoft und Herstellern, was die Anzahl von Reservierungen und Vorbestellungen von Windows 10 betrifft. Das hat sich auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht geändert, doch das IT-Branchen-Netzwerk "Spiceworks" hat weltweit eine Umfrage unter 500 IT-Profis und Unternehmenskunden gestartet, die im Vergleich zu den Vorjahren interessante Entwicklungen aufzeigt, und Spannendes für die Zukunft verspricht. Der Stamm der Befragten ist sehr relevant, da Windows und andere Microsoft-Software gerade im Unternehmensbereich weit verbreitet und vielerorts unverzichtbar sind.

"Spiceworks" zufolge planen 73 Prozent der Befragten innerhalb der ersten zwei Jahre, nach Veröffentlichung von Windows 10, umzusteigen. Für Windows 7 lag der Vergleichswert seinerzeit bei 60, bei Windows 8 gar nur bei 18 Prozent. Das Interesse an Windows 10 unter den IT-Profis ist allgemein sehr hoch. 96 Prozent der 500 Befragten gaben an, neugierig zu sein, während rund die Hälfte zusätzlich "sehr" oder "extrem" interessiert ist.

Worauf kommt es Unternehmen an?

Wichtig ist den Unternehmen der Punkt Business-Apps. Sollten die kritischen Firmenanwendungen unter Windows 10 problemlos funktionieren, würden 42 Prozent direkt umsteigen. Als ausschlaggebenden Grund für einen Umstieg gaben daneben rund zwei Drittel an, dass Hardware oder Software das Ende ihres Lebenszyklus' erreicht haben. Bedenkt man, dass Firmen Hardware für fünf bis acht Jahre einsetzen, scheint der Schritt von Windows 7 (erschien 2009) oder gar XP (2001) auf Windows 10 nur logisch.

Neue Features waren für 49 Prozent der Befragten zusätzliche Gründe, um auf Windows 10 umzusteigen. Bei der Frage nach konkreten Features, auf die die Nutzer sich freuen, nannten 64 Prozent der Befragten den Startknopf. Mit Windows 8 hatte Microsoft ihn entfernt, mit 8.1 kam er zurück. Anscheinend haben viele Nutzer Windows 8 ausprobiert, und Microsoft mit 8.1 wohl keine Chance zur unmittelbaren Rehabilitation gegeben. Die Möglichkeit, Einzellizenzen kostenlos im Rahmen des Gratis-Updates aufzuwerten, überzeugt immerhin 55 Prozent der IT-Profis.

Wenig überraschend sind die Angaben bei den Sorgen, die Nutzer beim Umstieg haben: die Kompatibilität mit Software und Hardware. 79 Prozent machen sich darüber Gedanken. 65 Prozent der Befragten werden Windows 10 nicht sofort nutzen, vielmehr würden sie Fehler in frühen Versionen abwarten und erst dann umsteigen, wenn das System "rund" läuft.

Windows 10 wird laut den Umfrageergebnissen von "Spiceworks" nicht nur Desktop-PCs und Notebooks antreiben. Für die Hälfte der Befragten werden (neben Rechnern) Tablets aufgerüstet, bei fast jedem Dritten kommen auch Smartphones hinzu.

Wird Windows 10 Windows 7 ebenbürtig ersetzen?

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Umfrageergebnisse von "Spiceworks" als repräsentativ herausstellen. Mit den Teilnehmern aus einem Business-Netzwerk ist immerhin eine relevante Gruppe befragt worden. Wer auf der Arbeit mit einem neuen System arbeitet, wird dies auch im privaten Umfeld eher einsetzen.

Zudem ist Windows 7 bald sechs Jahre alt. Ein zweites Windows XP, das 14 Jahre überlebt hat, wird sich keiner wünschen. Das bisherige Feedback zu Windows 10 stimmt immerhin zuversichtlich, dass es nicht nur für Unternehmen nach Windows 8 bergauf geht.

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