Anniversary Update vs. Privatsphäre

Windows 10: Unerwünschte Apps und zurückgesetzte Einstellungen

Das Anniversary Update für Windows 10 steht unter Kritik. Es geht um ungefragt installierte Apps und zurückgesetzte Privatsphäre-Einstellungen.

Windows 10 Einstellungen

© Screenshot WEKA / PC Magazin

Windows 10 kommt mit vielen Apps, einige davon werden womöglich automatisch installiert - immer wieder.

Der ehemalige Microsoft-Mitarbeiter und jetzige Youtuber „Barnacules Nerdgasm“ erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber. Windows 10 habe nach dem Anniversary Update, das seit August 2016 verteilt wird, zusätzliche Features bekommen, die Nutzern nicht schmecken dürften. Microsoft könne nun ungefragt Apps aus dem Windows Store installieren, ohne den Nutzer zu fragen. Dazu gebe es zurückgesetzte Privatsphäre-Einstellungen, die Microsoft das Datensammeln erleichtern sollen.

Die Apps ließen sich für Laien zudem nicht so einfach entfernen. Eine Deinstallation bringe wenig, da die Apps nur wenige Minuten später wieder im Startmenü erscheinen würden. Es handele sich ärgerlicherweise nicht nur um Platzhalter, wie etwa die Apps „Skype herunterladen“ oder das Pendant zur Büro-Applikation Office. Vielmehr würden die Apps tatsächlich installiert. Das würde Rechenkraft und weitere Ressourcen verbrauchen, sowohl die der Internetleitung als auch auf der eigenen Festplatte.

Vorwürfe (noch) nicht komplett reproduzierbar

In der Tat haben wir vorinstallierte Apps wie Candy Crush Soda oder etwa die Netflix-Anwendung auf Testsystemen vorgefunden. Zur Verdeutlichung: Es gab nicht nur einen Download-Link als Kachel in den Store, sondern es lag eine installierte App vor. Diese kamen jedoch nicht mit dem Anniversary Update im August, sondern mit dem Patch Day im November. Aber entgegen der Aussage von „Barnacules Nerdgasm“ erschienen besagte und weitere Apps nach einer Deinstallation nicht wieder auf dem System. Das gilt zumindest für unsere Rechner mit Windows 10 Pro und ein System mit Windows 10 Home. Dort gab es sogar keine dieser zwangsinstallierten Apps.

Lesetipp: Windows 10 - typische Probleme nach Anniversary Update

Bei den Vorwürfen zu zurückgesetzten Privatsphäre-Einstellungen scheinen die Vorwürfe ebenso nicht immer zuzutreffen. Auf keinem unserer Systeme hat sich mit den drei Patch Days seit August etwas in den Einstellungen geändert. Es kann natürlich sein, dass zuerst Nutzer in den USA betroffen sind – das erklärt wiederum nicht, warum wir die Netflix- oder Candy-Crush-Soda-App plötzlich auf den betroffenen Systemen hatten.

Lösung für Betroffene

Wer von den Vorwürfen von „Barnacules Nerdgasm​“ betroffen ist, kann zumindest mit einem Workaround die nachträgliche Installation gelöschter Apps verhindert. Das läuft über die Registrierung, die Sie als Administrator im Startmenü durch Eingabe von „regedit“ und Betätigen der Eingabetaste öffnen. Bestätigen Sie die Meldung der Benutzerkontensteuerung mit „Ja“ und navigieren Sie dann zum Schlüssel: „HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\ContentDeliveryManager\“.

Lesetipp: Windows 10 Spionage abschalten

Klicken Sie rechts doppelt auf „SilentInstalledAppsEnabled“. Stellen Sie den Wert 1 auf 0. Ein anschließender Neustart sollte Ihnen wiederkehrende Apps anschließend ersparen.​

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