Gesetzeswidriges Datensammeln?

Windows 10 – Staaten prüfen mögliche Datenschutzverstöße

Windows 10 steht wegen seines Umgangs mit Nutzerdaten weiter in der Kritik. Berichten zufolge nehmen die Schweiz und Russland Ermittlungen auf.

Microsoft holt sich automatisiertes Feedback für die Technical Preview durch die Aufzeichnung von Nutzerdaten.

© Microsoft

Windows 10 sammelt Daten - geht da alles mit rechten Dingen zu?

Die Standardeinstellungen in Sachen Privatsphäre von Windows 10 sind nicht nur Verbraucherschützern in Deutschland ein Dorn im Auge. In der Schweiz und in Russland sollen nun ebenso Datenschutzbeauftragte damit begonnen haben, Windows 10 genauer unter die Lupe zu nehmen. Konkret sind das der EDÖB (Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte) Hanspeter Thür in der Schweiz und der russische Generalstaatsanwalt Juri Tschaika, der von der Kommunistischen Partei beauftragt wurde.

In der Schweiz stieß die Piratenpartei die Prüfungen seitens des EDÖB an. Der Datenschutzbeauftragte in unserem Nachbarland soll prüfen, inwiefern nutzerbezogene Daten „wann, an wen und wohin übermittelt werden und auch wo und wie lange diese gespeichert werden“, schreibt inside-it.ch. Darüber hinaus soll auch festgestellt werden, ob Profile der Nutzer erstellt werden. Der EDÖB arbeite mit Microsoft zusammen, um zu prüfen, inwiefern Windows 10 gegen Schweizer Datenschutzgesetze verstoßen könnte.

In Russland hingegen wird Microsoft direkt mögliche Spionage vorgeworfen. Es bestehe „die Gefahr eines Informationsausflusses ins Ausland zugunsten ausländischer Geheimdienste“, wie das russische Online-Nachrichtendienst lenta.ru (Google-Übersetzung) schreibt. Der Chefjurist der Kommunistischen Partei – Wadim Solojow – wird mit den Worten zitiert, dies werde in Russland als Spionage bezeichnet.

Windows 10 ist seit dem 29. Juli 2015 verfügbar. Die Privatsphäre-Einstellungen in Verbindung mit den Nutzervereinbarungen geben Microsoft in der Tat umfassende Rechte, Nutzerdaten zu sammeln und auszuwerten. Man kann jedoch nach dem Setup viele der entsprechenden Funktionen deaktivieren, muss jedoch damit leben, dass einige Bestandteile von Windows wie etwa der persönliche Assistent Cortana dann nicht hundertprozentig funktionieren. Damit ist das potenzielle Problem der Datenübertragung in Windows 10 jedoch noch nicht völlig gelöst, wie Sicherheitsexperten herausgefunden haben.

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