Keine Expresseinstellungen nutzen

Windows 10: Verbraucherschutz verklagt Microsoft wegen Datenschutzklauseln

Windows 10 ist Datenschützern weiterhin ein Dorn im Auge. Nun verklagt eine Verbraucherzentrale Microsoft wegen undurchsichtigen Datenschutzklauseln.

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© Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Datenschützer fühlen sich unter Windows 10 zu sehr beobachtet. Schalter zum Deaktivieren der "Spionage-Features" sind zu versteckt, Datenschutzklauseln dazu zu undurchsichtig.

Wer auf Windows 10 umsteigen will, muss Bedingungen zum Datenschutz zustimmen, die nach Meinung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen „zu lang, unübersichtlich und unbestimmt sind“. Da Microsoft sich weigerte, nach einer Abmahnung der Verbraucherschützer eine Unterlassungserklärung für die Datenschutzklausel abzugeben, folgt nun eine Klage beim Landgericht München (Az.: 12 O 909/16).

Anders als noch bei Windows 7 verfolge Windows 10 einen „Cloud-Ansatz“ mit Online-Funktionen wie beispielsweise Cortana. Die Sprachassistentin funktioniere nur dann, wenn Windows 10 beziehungsweise Microsoft unterschiedliche Nutzerdaten erhält. Darunter sind beispielsweise “Spracheingaben, Kalendereinträge, Kontakte” und die Browser-Historie. Hinterlegt und verknüpft werden diese in bzw. mit einem Microsoft-Benutzerkonto, das mit Windows 8 eingeführt wurde. Zwar kann der Nutzer aktuelle Windows-Versionen ohne Benutzerkonto verwenden. Doch viele Features funktionieren dann nur eingeschränkt, oder gar nicht – beispielsweise der Download von kostenlosen Apps aus dem Windows Store.

Wer auf Windows 10 umsteigt, habe diese Bedingungen zu akzeptieren. Microsoft mache zu wenig deutlich, welche Daten konkret erhoben werden und auf welche Art und Weise sie Verwendung finden. Es bedarf laut Verbraucherzentrale NRW zumindest einer optischen Hervorhebung, die jedoch wie die Unterlassungserklärung bislang ausblieb.

Lesetipp: Windows 10 – Microsoft erklärt Datensammelwut

Microsoft betont zwar, dass der Nutzer die volle Kontrolle über seine Daten hat. Doch eine Anpassung ist vor allem für Anfänger nicht immer leicht. Der Nutzer kann vielen bemängelten Punkten widersprechen und den Transfer von Nutzerdaten mit verschiedenen Mitteln unterbinden. Doch dafür muss er nach dem initialen Setup von Windows 10 anstatt den Express- benutzerdefinierte Einstellungen vornehmen. Zusätzlich muss der Nutzer viele Menüs durchforsten, um eingangs genannte Aufzeichnungsfunktionen zu deaktivieren. Lesen Sie dazu am besten unseren Artikel zum Thema Windows-10-Spionage abschalten.

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