Video on Demand

Watchever steht angeblich zum Verkauf

Kurz vor dem geplanten Deutschlandstart von Netflix will der Medienkonzern Vivendi angeblich seinen Video-on-Demand-Dienst Watchever verkaufen. Dies berichten französische Medien.

Watchever

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Nach Berichten der Nachrichtenseite "Les Echos" plant der französische Medienkonzern Vivendi den Verkauf seines Video-on-Demand-Dienstes Watchever. Dabei beruft sich die Seite auf nicht näher bezeichnete Quellen. Bei der Veröffentlichung der aktuellen Geschäftszahlen im Mai hatte der Konzern bereits angekündigt, man wolle "alle strategischen Optionen" prüfen.

Im ersten Quartal 2014 habe Watchever demnach 21 Millionen Euro Verlust gemacht - eine weitere Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Im gesamten Geschäftsjahr 2013 hatte Watchever bei einem Umsatz von 12 Millionen Euro bereits einen Verlust von 66 Millionen Euro eingefahren. Laut "Les Echos" zieht Vivendi jetzt die Konsequenzen. Der Konzern habe bereits die amerikanische Bank Merrill Lynch mit dem Verkauf von Watchever beauftragt. Von Seiten der Bank gab es keine Stellungnahme dazu.

Watchever war im Januar 2013 in Deutschland gestartet und verzeichnet zwischen 300.000 und 500.000 Abonnenten. Der Video-on-Demand-Dienst sieht sich aber auch wachsender Konkorrenz gegenüber. Im Dezember 2013 startete Sky mit Sky Snap ein eigenes VoD-Portal, im Februar 2014 erweiterte Amazon sein Prime-Angebot um den Streaming-Dienst Prime Instant Video. Nachdem nun auch der Markteintritt von Netflix in Deutschland angekündigt wurde, will sich Vivendi laut "Les Echos" aus dem teuren Wettbewerb zurückziehen und die deutsche Video-on-Demand-Tochter verkaufen. "Netflix hat sein erstes Opfer in Deutschland gefordert", heißt es auf dem französischen Portal. Weder Vivendi noch Watchever haben die Aussagen bisher kommentiert.

Der bisherige VoD-Platzhirsch Maxdome sieht den Netflix-Start in Deutschland dagegen gelassener. Kürzlich sprach Maxdome-Chef Andreas Heyden im Interview mit video sogar eine Warnung aus: "Netflix sollte sich genau überlegen, ob sie in Ländern wie Deutschland und Frankreich starten." Der komplexe Markt hierzulande sei auch für den zukünftigen Konkurrenten nicht leicht. Er freue sich aber auf mehr Wettbewerb.

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