AGB bleiben jedoch unverändert

Vodafone Kabel: Doch keine Filesharing-Drosselung ab 10 GB

Vodafone Kabel plante, Filesharing-Nutzern den Internetzugang ab 10 GB verbrauchtem Datenvolumen auf 100 Kbit/s zu drosseln. Dieser Plan ist nun fast komplett vom Tisch!

Die Pläne zur DSL-Drosselung bei der Telekom ernten Kritik.

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Vodafone gibt die Pläne zur Drosselung

Update 04.12.2015:

Nachdem Vodafone Kabel erst am Dienstag Pläne bekannt gab, wonach Filesharern nach 10 GB übertragenem Datenvolumen eine Drosselung der Bandbreite droht, gibt es nun einen Rückzieher. Gegenüber Spiegel Online ließ das Unternehmen am Donnerstagabend verlauten, dass es sich bei der Drosselung nur um ein Pilotprojekt gehandelt haben soll.

Das Ergebnis dieses Pilotprojekts veranlasse Voafone Kabel dazu, die eingangs genannten Pläne fallen zu lassen. Es werde somit ab sofort weder bei 10 GB noch bei 60 GB übertragenem Datenvolumen gedrosselt.

Eine Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die eine Drosselung ab 10 GB, ist jedoch nicht vorgesehen. Der Konzern behält sich die Möglichkeit also vor, Kunden den Internetzugang bei Bedarf zu verlangsamen.

Zudem ist mittlerweile klarer, was Vodafone Kabel unter Filesharing-Diensten versteht. Demnach zählen Torrent-Dienste, One-Click-Hoster (siehe Originalmeldung) und auch Newsgroups (etwa Usenet) zu den für den Provider unerwünschten Anwendungen. Cloud-Dienste wie Dropbox oder WeTransfer sowie P2P-Clients bei Spielen soll(t)en via Whitelist freigegeben werden. Als Bemessungsgrundlage für den Verbrauch zählt das übertragene Gesamtvolumen.

Bisher war es also so, dass bereits bei einmaliger und kurzer Nutzung eines Filesharing-Dienstes an einem Tag die Geschwindigkeit sinken konnte, auch wenn der Nutzer sonst nur “erwünschte” Dienste in Anspruch genommen hat: in der Praxis jedoch auch nur, wenn an einem Tag ein Gesamtvolumen von 60 GB übertragen wurde.

Originalmeldung 02.12.2015:

Vodafone Kabel soll einem Bericht vom 1. Dezember 2015 zufolge Drosselungen von Kabelinternet-Nutzern „konsequent umsetzen“. Schon einen Tag später bestätigte der Provider entsprechende Meldungen. Konkret sind Nutzer von Kabelinternet-Anschlüssen betroffen, die an einem Tag über Filesharing-Anwendungen mehr als 10 GB Datenvolumen verbrauchen. Dann sinkt die Übertragungsgeschwindigkeit für ebenjene Anwendungen vom jeweils abgeschlossenen Tarifwert (etwa 50 oder 100 Mbit/s) auf 100 Kbit/s. Das sind 12,5 Kilobyte in der Sekunde und entspricht in etwa der Geschwindigkeit alter ISDN-Anschlüsse.

In den AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) von Vodafone beziehungsweise zuvor Kabel Deutschland ist die Drosselung seit 2012 aktiv. Seit Mitte 2014 muss Kabel Deutschland zusätzlich die Drosselung deutlicher kennzeichnen und den Nutzer besser informieren. Bisher traten entsprechende Drosselungen jedoch nicht so häufig auf wie in der jüngeren Vergangenheit, wie der Blog werdrosselt.de am Dienstag berichtete. Zudem hieß es seitens des Betreibers bisher meist, die Geschwindigkeit in der Praxis erst ab 60 GB providerseitig zu verringern.

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Vodafone Deutschland hat nun gegenüber Golem bestätigt, das Drosseln konsequenter umzusetzen. Der Vodafone-Kabel-Sprecher Thorsten Höpken teilte mit: "Wir können bestätigen, dass wir mit der technischen Umsetzung in den ersten Regionen Anfang November begonnen haben und dass diese in einigen Wochen abgeschlossen sein wird." Die Drosselung werde laut Höpken nun “konsequent umgesetzt” und gilt laut golem.de nur für Filesharing-Anwendungen und lediglich den entsprechenden Tag.

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Als Filesharing-Anwendungen gelten beispielsweise Torrent-Tools oder andere auf Peer-2-Peer-Technik basierte Dienste, die häufig für den Austausch urheberrechtlich geschützter Inhalte verwendet werden. René Hesse von werdrosselt.de schreibt, dass Vodafone auch sogenannte One-Click-Hoster (beispielsweise uploaded.net, beziehungsweise früher etwa Rapidshare) unter Filesharing zusammenfasst. Auch diese Dienste werden oft für illegale Zwecke missbraucht, wie etwa Megaupload von Kim „Dotcom“ Schmitz und auch Rapidshare in der Vergangenheit zeigten. Das Nachsehen werden dann Nutzer haben, die Dienste wie Torrent oder One-Click-Hoster legal einsetzen, um große Dateien zu verschicken. Abzuwarten bleibt auch, wie die P2P-Funktion von Windows Update in Windows 10 sich bei Vodafone-Kunden verhalten wird.

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