Erpresser-Schädlinge

Viele Ransomware-Opfer in Deutschland

Nach Angaben eines Antivirusherstellers ist die Zahl der Opfer erpresserischer Schadprogramme in Deutschland die zweithöchsten weltweit. Nur in den USA ist der Anteil höher. Offenbar haben sich die Täter inzwischen auf Westeuropa eingeschossen, nachdem das Problem früher hauptsächlich in Russland bestand.

Ransomware-Opfer Statistik

© Frank Ziemann/ Trend Micro

Ransomware-Opfer Statistik

In den letzten Monaten hat es immer wieder Malware-Angriffe auf Rechner gegeben, bei denen ein Schädling dem Benutzer den Zugriff auf den PC versperrte, um ein Lösegeld zu erpressen. Dabei versucht ein als "Ransomware" klassifiziertes Trojanisches Pferd den Eindruck zu erwecken, der Rechner sei von Behörden wie der Bundespolizei virtuell beschlagnahmt worden. Gegen Zahlung einer "Strafe" in Höhe von 100 Euro in Form eines geldwerten, anonymen Gutscheins (Ukash, Paysafecard) soll das Opfer wieder Herr seines Rechners werden können. Die zunächst in Russland aufgetauchten Schädlinge dieses Typs haben noch eine SMS an eine teure Premiumrufnummer als Zahlungsmittel erwartet. Der Antivirushersteller Trend Micro berichtet in seinem Blog, dass die Zahl der Opfer solcher Erpressungsversuche vor allem in den USA und Westeuropa zugenommen hat. Deutschland liegt mit einem Anteil von knapp 10 Prozent hinter den USA (16 Prozent) auf dem zweiten Platz der Statistik. Russland folgt erst auf Rang 5 hinter Ungarn und Frankreich. Die große Mehrzahl der Infektionen lässt sich allerdings nicht sicher einem Land zuordnen.Als Grund für die Zunahme bei Ransomware nimmt Roland Dela Paz, Malware-Forscher bei Trend Micro, das komplizierte Ökosystem bei betrügerischen Antivirusprogrammen (Scareware, FakeAV) an. Mit den Erpresserschädlingen lässt sich einfacher Geld verdienen ohne es mit zu vielen Beteiligten teilen zu müssen. Die Verbreitung der Schädlinge erfolgt auf ähnlichen Wegen wie bei Scareware.

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