Fehlerhafte USB-Kabel

USB-Typ-C-Kabel können Notebooks und Tablets beschädigen

Fehlerhafte und falsch verdrahtete USB-Typ-C-Kabel können ernsthaften Schaden an Notebooks, Tablets und Smartphones anrichten. Davor warnt der Google-Ingenieur Benson Leung.

USB-Typ-C-Kabel

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USB-Typ-C-Kabel an Tablet

Viele Geräte nutzen bereits den neuen USB-Typ-C-Standard. Doch Nutzer, die sich ein USB-Typ-C-Kabel kaufen wollen, etwa ein Adapter-Kabel von USB-C auf USB-A, sollten vorsichtig sein. Denn viele, meist günstigere, USB-C-Kabel sind fehlerhaft verarbeitet und können im schlimmsten Fall das verbundene Notebook, Tablet oder Smartphone schädigen, warnt Benson Leung. Der Softwareentwickler arbeitet für Google und testet in seiner Freizeit USB-Kabel. Die Ergebnisse teilt er meist in Rezensionen auf Amazon mit.

Bei einem seiner jüngsten Kabel-Tests sind durch ein USB-C-Kabel ein Google Chromebook Pixel und zwei Analysegeräte schwer beschädigt worden. Er habe das Chromebook über das Kabel mit einem original iPad-Ladegerät von Apple verbunden, die Analysegeräte wurden zur Durchleitung verwendet. Die Strom- und Spannungsanzeiger der Messgeräte versagten sofort, am Chromebook reagierten die USB-C-Anschlüsse nicht mehr. Nach einem Neustart ging das Chromebook in den Recovery-Modus. Eine genauere Analyse zeigte, dass Komponenten, die für die Verwaltung der USB-C-Anschlüsse zuständig sind, beschädigt wurden.

Als Leung daraufhin das Kabel näher untersuchte, stellte er fest, dass die Verkabelung fehlerhaft und Anschlüsse vertauscht waren. In einem Beitrag auf Google+ weist er auch darauf hin, dass viele USB-C-Kabel teils gefährliche Konstruktionsfehler aufweisen und zudem mit falschen Eigenschaften beworben werden. So werden oft Übertragungsgeschwindigkeiten des USB-3.1-Standards versprochen und auch mit dem entsprechenden SuperSpeed-Logo beworben, obwohl die Kabel gar nicht über die dafür notwendigen zusätzlichen Drähte verfügen.

Auch The-Verge-Autor Dieter Bohn machte eine ähnliche Erfahrung wie Leung: Er wollte sein Nexus 6P mit einem bei Amazon gekauften USB-C-Kabel am USB-Anschluss seines Macbook Air aufladen. Dabei zog das Kabel zu viel Strom und schädigte dadurch die USB-Anschlüsse des Macbooks - obwohl dessen Schutzmechanismus noch reagiert und die Anschlüsse zwischenzeitlich abgeschaltet hatte. Bohn macht für den Schaden das Kabel verantwortlich, das durch entsprechende Widerstände und richtige Verkabelung ein solches Überladen verhindern müsse.

Einen sicheren Weg, um fehlerhafte und gefährliche USB-Typ-C-Kabel zu erkennen, gibt es bisher nicht. Um sich und seine Geräte zu schützen verweist auch Dieter Bohn auf die Erkenntnisse von Benson Leung. Er sei der Einzige, der in großem Maßstab USB-C-Kabel testet und rezensiert. Mittlerweile haben Nutzer eine Tabelle und eine Webseite auf Basis von Leungs Rezensionen zusammengestellt, die eine Übersicht über die von ihm getesteten Kabel geben.

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