Produktqualität

Umweltbundesamt untersucht Kundentäuschung durch Soll-Verschleiß

In der Presse machten Elektroprodukte mit vorzeitigem Verschleiß von sich Reden, durch den die Hersteller die Lebensdauer des Produkts gezielt verkürzten. Das Umweltbundesamt untersucht den Vorwurf nun mit einer Studie und bezieht alle Elektro- und Elektronikgeräte mit ein.

Umweltbundesamt

© Umweltbundesamt für Mensch und Umwelt

Umweltbundesamt

Drucker, bei denen programmierte Fehlermeldungen aufblinken und eine Reparatur fällig wird, obwohl das Produkt an sich noch einwandfrei wäre, sorgten vor einigen Monaten für Aufsehen. Seitdem wird solch "eingebauter", vorzeitiger Verschleiß auch bei vielen anderen Gerätearten wie Fernseher, Computer oder Smartphones vermutet. Dem will das Umweltbundesamt (UBA) nun auf den Grund gehen.

Die beauftragte Studie führt das Öko-Institut e.V. zusammen mit der Universität Bonn durch. Warum ein Gerät vorzeitig ausfällt oder sich schlecht reparieren lässt, hat laut Einschätzung des Umweltbundesamtes verschiedene Ursachen: Elektrolytkondensatoren in Computern, Fernsehgeräten und anderen elektronischen Geräten können unterdimensioniert sein. Oder die Materialien bei mechanischen Bauteilen wie Zahnräder in Mixern oder Lager in Waschmaschinen sind zu instabil. Ein anderes bekanntes Problem: Die Bauteile in mobilen Geräten wie Tablet-PCs oder Smartphones sind verklebt, wodurch sich deren Akkus nicht austauschen lassen.

Abgesehen von diesen Erfahrungswerten liegen nach Auskunft des Umweltbundesamts derzeit kaum systematische Informationen und Daten vor, die eine Beurteilung der Häufigkeit von Soll-Verschleiß erlauben. In der Studie werden vor allem Elektro- und Elektronikgeräte untersucht. Bei diesen besteht laut Bundesumweltamt am häufigsten der Verdacht, vorzeitig zu altern. Es wird ermittelt, ob und wie sich die durchschnittliche Lebensdauer und die Ausfallwahrscheinlichkeit von diesen Geräten in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Zudem sollen Verfahren ermittelt werden, um die Lebensdauer von Produkten genauer überprüfen zu können. Während sich die Brenndauer bei Lampen auf Basis vorhandener Prüfstandards messen ließen, sei beispielsweise eine Lebensdauermessung bei Kühlschränken aufgrund der deutlich längeren Produktlebensdauer kaum realisierbar.

Kaufberatung: Die besten 42-Zoll-LCD-TVs

Start für die Studie ist September dieses Jahres, erste Ergebnisse soll sie im Laufe des nächsten Jahres liefern. Ihr Abschluss ist für das Frühjahr 2015 geplant.

Mehr zum Thema

Kabel Deutschland und die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten streiten um die Einspeisevergütung: ARD und ZDF weigern sich seit 2013, für die Kabelverteilung ihrer Sender zu zahlen.
Studie

Eine Studie im Auftrag von Kabel Deutschland zeigt einen Wandel im Fernsehverhalten durch die Möglichkeit, per Internet Zusatzdienste in Anspruch zu…
Flat-TV-Absatz 2012
TV-Markt

Die Marktdaten für die Unterhaltungselektronik in Deutschland stehen fest. Bei Fernsehern sind große Bilddiagonalen und hohe Ausstattungsqualität…
Frauen sehen länger fern als Männer
TV-Studie

Bei der TV-Nutzung gibt es deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Das ergab eine Studie von Media Control. Auch von den Wochentagen ist…
KEF, Rundfunk, Gebühr, Beitrag
Rundfunkbeitrag

Viel wurde über Mehreinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender spekuliert. Nun hat die KEF ihren Bericht vorgelegt. Sie empfiehlt eine…
Stefan Raab in
ProSieben

Stefan Raab beendet seine TV-Karriere. Ist Raabs Rücktritt ein großer Schlag für ProSieben, oder längst fällig? Eine Einordnung.