Online-Jugendschutz in UK

Gesetz zur Altersverifizierung auf Pornoseiten gefordert

Ein Vertreter der britischen Medienregulierungsbehörde hat sich für eine verpflichtende Altersverifizierung auf Pornoseiten stark gemacht, die Minderjährigen den Zugriff auf nicht jugendfreies Material erschweren soll.

Im Vereinigten Königreich wird über mehr Jugendschutz im Netz debattiert.

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Im Vereinigten Königreich wird über mehr Jugendschutz im Netz debattiert.

Die Regulierungsbehörde "Authority for Television on Demand" (Atvod) rief laut einem Bericht der BBC News am Donnerstag zu einer Gesetzesänderung auf, die Kindern den Konsum pornografischer Webinhalte unmöglich machen soll. Die Anbieter sollen in Zukunft verpflichtet werden, ihre Seiten so einzurichten, dass nur volljährige Internetnutzer auf sie zugreifen können.

Die Atvod betont, die Situation sei so "kritisch, dass die Gesetzesänderung noch in dieser Legislaturperiode" umgesetzt werden müsse. Schon jetzt werden auf britischen Pornoseiten Kreditkartendaten mit den Informationen der britischen ID-Datenbank abgeglichen, um die Volljährigkeit der Nutzer zu gewährleisten. Da sich der Sitz vieler Pornoseiten aber in Übersee befindet, hat man über diese keine Kontrolle.

Deshalb plant man nun, die Kreditkarteninstitute in die Pflicht zu nehmen. Diese sollen künftig sämtlichen Transaktionen britischer Kunden einen Riegel vorschieben, die Anbietern Geld überweisen, die sich der Regelung entziehen. Dadurch soll ein Zugriff auf Pornoseiten unabhängig vom Sitz des Anbieters verhindert werden.

Die Reaktionen seitens der Regierung fielen bisher äußerst gemischt aus. So erklärte ein Sprecher der Koalitionsregierung, eine Gesetzänderung bedürfe gründlicher Überlegung. In der Meldung der BBC wird jedoch auch Helen Goodman von der Labour Party zitiert, die sich als Fürsprecherin zu erkennen gibt:

"Wir können diese Webseiten nur dann zu verantwortungsbewusstem Handeln zwingen, indem wir androhen, ihnen den Geldhahn zuzudrehen. Um uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen, brauchen die Zahlungsinstitute jedoch Klarheit, was den rechtlichen Rahmen angeht", so die Ministerin für Kultur und Medien.

Ob man die Forderung als blinden Aktionismus betrachtet oder ihr den gewünschten Effekt zutraut, wird die Zukunft zeigen. Noch ist jedenfalls nicht klar, ob die Regierung nach ihrem beschlossenen "Pornofilter" den nächsten Schritt macht und der Gesetzesinitiative der Atvod grünes Licht erteilt.

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