iPad-Lizenzstreit um Uhr-Design

Apple zahlt Schweizer Bahnkonzern SBB 16,6 Millionen Euro

Der iPad- und iPhone-5-Hersteller Apple soll laut eines Zeitungsberichts umgerechnet 16,6 Millionen Euro an den Schweizer Bahnkonzern SBB gezahlt haben. Der Grund: Apple habe das Uhrendesign mit der roten Signalkelle als Sekundenzeiger unerlaubt in seine iPad-Tablets übernommen.

Uhr im iPad von Apple

© Screenshot http://www.youtube.com/watch?v=uH4egirgZhk

Uhr-App im iPad von Apple (iOS6).

Apple zahlt rund 16,6 Millionen Euro (20 Millionen Franken) an den Schweizer Bahnkonzern SBB. Das zumindest schreibt der Schweizer Tagesanzeiger in einem Online-Bericht vom 10. beziehungsweise 11. November 2012 (aktualisiert). Hintergrund ist das Design der Schweizer Bahnhofsuhr, das Apple ohne Erlaubnis auf seinem Tablet-Bestseller iPad verwendet. Bereits im September ließ der Konzern mitteilen, Geld von Apple für die Verwendung des Designs zu fordern. Kurze Zeit später lenkte das US-Unternehmen ein und einigte sich mit der SBB auf die Zahlung einer Lizenzgebühr, wie es in einem Communique heißen soll.

Die konkreten Zahlen sind nicht bekannt. Der Tagesanzeiger will aus unterschiedlichen Quellen erfahren haben, dass rund 20 Millionen Franken gezahlt wurden. Die Verantwortlichen äußerten sich bislang nicht zum Sachverhalt. Apple hätte die Uhr, um der Zahlung zu entgehen, einfach aus dem aktuellen Betriebssystem nehmen, beziehungsweise für den Schweizer Raum ein alternatives Aussehen integrieren können. Dies hätte jedoch Zusatzkosten verursacht, zudem wäre laut des Berner Marken- und Designanwalts Jean Marcel Wälchli ein Imageverlust damit einhergegangen, wenn Apple ein lizenziertes Objekt nachträglich aus dem iPad hätte entfernen müssen. Schließlich hat Apple in einem langwierigen Patentstreit mit Samsung erst zuletzt einen Erfolg verbuchen können. Eine Einmalzahlung von 16,6 Millionen Euro scheint also die günstigere Alternative gewesen zu sein.

Bericht: iPad kaputt - Support-Odyssee bei Apple

Die Bahnhofsuhr mit dem roten Sekundenzeiger im Design einer Signalkelle wurde im Jahr 1944 vom Ingenieur Hans Hilfiker geschaffen. Mittlerweile wären jegliche Rechte daran abgelaufen, doch die SBB hat das Design im Jahr 2002 als "dreidimensionale Marke" beim Institut für Geistiges Eigentum angemeldet, wie der Schweizer Tagesanzeiger schreibt. Die SBB lizenziert das Aussehen für weitere Uhren, etwa für das Armband oder die Zimmerwand. Ein Lizenzträger ist zudem die Züricher Uhren-Firma Mondaine, die das SBB-Design für eigene Werke lizenziert hat und verwenden darf. Ob das Unternehmen ebenso ein Stück vom Apple-Kuchen abbekommt, bleibt abzuwarten. Entsprechende Entwicklungen sind derzeit in Diskussionen.

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