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Gesichtserkennung "made in Germany" weltweit Spitze Überwachungstechnik aus Deutschland weltweit führend - Biometrie Exportschlager

Der Biometriemarkt in Deutschland soll von rund 120 Millionen Euro im Jahr 2006 auf voraussichtlich rund 300 Millionen Euro im Jahr 2010 anwachsen, so das am Donnerstag vorgestellte Ergebnis einer vom Beratungsunternehmen Roland Berger durchgeführten Studie.
Biometrie-Reisepass mit RFID-Chip
Im Reisepass schon Realität: Neben Personendaten werden auch Bilder und Fingerabdrücke gespeichert.

Der Biometriemarkt in Deutschland soll von rund 120 Millionen Euro im Jahr 2006 auf voraussichtlich rund 300 Millionen Euro im Jahr 2010 anwachsen, so das am Donnerstag vorgestellte Ergebnis einer vom Beratungsunternehmen Roland Berger durchgeführten Studie im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom.

Eine frühere Analyse der International Biometric Group hatte für die Jahre 2009 bis 2014 bereits ein weltweites Wachstum von durchschnittlich 20 Prozent prognostiziert. Im Jahr 2014 sollen nach Ansicht der Auguren weltweit knapp 9,4 Milliarden US-Dollar für biometrische Systeme ausgegeben werden.

Anwendungen gibt es nicht nur im hoheitlichen Bereich: Nach Bitkom-Angaben können Mitarbeiter der CitiBank inzwischen sensible Arbeitsvorgänge vom Schreibtisch zu Hause bearbeiten. Die Heimarbeiter melden sich an ihrem Rechner mit ihrer Stimme an. Zudem erkennt eine marktübliche Webcam das Gesicht des Mitarbeiters und gleicht es mit dem hinterlegten Bild in einer Datenbank ab. Erst dann kann der Heimarbeiter das System der Bank nutzen. Verlässt der Mitarbeiter seinen Schreibtisch oder schaut ihm eine unberechtigte Person bei der Arbeit über die Schulter, so werden PC und Monitor sofort gesperrt.

Unter Biometrie versteht man automatisierte Methoden, um Menschen zu erkennen. Körper- oder Verhaltensmerkmale von Personen werden mit elektronisch gespeicherten Datensätzen verglichen. So kann etwa für eine Zugangskontrolle automatisch überprüft werden, ob eine Person zu dem zugelassenen Personenkreis gehört.

Biometrie-Einsatz aufgrund technischer Mängel nicht Unumstritten

Der Einsatz von biometrischen Sicherheitssystemen ist nicht unumstritten. So gab die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei im Januar zu, dass "biometrische Verfahren allenfalls sekundär zur Früherkennung von terrorverdächtigen Personen" dienen können. Nach Einführung des biometrischen E-Reisepasses wird weiter an 3D-Gesichtserkennung im Alltag gearbeitet.

Nötig sei "eine Politik zum Schutz und nicht zur Überwachung der Bürgerinnen und Bürger", so der Linken-Datenschutzexperte Jan Korte. Kritische Wissenschaftler und Oppositionsparteien hätten betont, dass die Bundesregierung bislang den Beweis schuldig geblieben sei, worin der Sicherheitsgewinn für die Bevölkerung beispielsweise in der Einführung biometrischer Merkmale in Pässen und Personalausweisen bestünde, so Körte. Dessen ungeachtet investiere die Merkel-Regierung jährlich Millionen Euro in Forschungs- und Entwicklungsprojekte für biometrische Verfahren. Allein im Bundeshaushalt für 2008 seien hierfür über acht Millionen Euro ausgewiesen worden. ([int:article,86560]magnus.de berichtete[/int])

 
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