IFA-Vorschau

Die TV-Trends der IFA 2014

Riesengroße Bildschirme, Ultra HD, mehr Kontrast und smarter Bedienkomfort: Auf dem IFA Media Briefing stellen die TV-Hersteller ihre Messe-Highlights vor und geben einen Ausblick auf die kommende IFA 2014.

Samsung UE105S9W

© Samsung

Samsung präsentiert mit dem UE 105 S9 W einen Curved-TV im Cinemascope-Format.

Fast alle namhaften Hersteller waren auf dem Media-Briefing in Berlin vertreten und haben eine Auswahl ihrer Innovationen fürs Jahr 2014 präsentiert. Die Trends sind dabei klar: Große LCD-Schirme werden die Messebesucher zum Staunen bringen, UHD-Aufösung beschert megascharfe Bilder, Smart-Ausstattung, wie man sie bislang kaum für möglich gehalten hat, bereichert TVs und Zuspieler. Und Samsung sorgt dafür, dass selbst ausgesprochen wohlhabende Cineasten dank atemberaubender Exklusivität im wahrsten Sinn des Wortes auf ihre Kosten kommen. Hier unser Überblick.

Ultra High Definition (4K) und Riesen-TVs

Schon frühere Presseveranstaltungen machten deutlich, dass Ultra High Definition der zukünftige TV-Standard wird. Nun stoßen Hersteller hinzu, die bislang noch kein Angebot hatten. Und was bei der IFA vergangenen Jahres noch vage war, ist nun selbstverständlich: Alle TVs sind mit HDMI 2.0 und dem Kopierschutz HDCP 2.2 ausgerüstet. So ist das UHD-Zuspiel von Kinofilmen gesichert. Außerdem beherrschen sämtliche neuen TVs den besonders leistungsfähigen Datenreduktions-Codec HEVC (High Efficiency Video Coding; H. 265), um UHD-Filme von Speichermedien oder aus dem Internet abzuspielen. 

Ein Auge sollten Sie als Messebesucher jedoch darauf haben, wie viele der eingebauten HDMI-Eingänge dem 2.0-Standard entsprechen, und ob diese TV-Bilder mit 50 Hertz Bildwechselfequenz entgegen nehmen. TV-Empfangsteile, die HEVC beherrschen, dürften wohl auch auf dieser IFA nicht in den Seriengeräten zu finden sein.

Freuen darf man sich auf exklusive UHD-TVs von Loewe. Die sanierten Kronacher blicken wieder vertrauensvoll in die Zukunft und entwickeln ihre bekannten "Art"- und "Connect"-Serien weiter. Die Fernseh-Installationen des High-End-Herstellers verbinden hochwertigstes Design mit der neuen Spitzen-Bildpunktzahl. Hinzu kommt Liebe zum feinen Ton, den das "SOEN"-Stereo-Konzept liefern soll. Die Edel-TVs gibt es mit den Bilddiagonalen um 102, 121 und 139 Zentimeter (40, 48 und 55 Zoll).

TP Vision hält mit dem Philips-TV 65 PUS 9809 als Flaggschiff dagegen. 164 Zentimeter UHD-Bild (65 Zoll) sollen Schärfefaszination bescheren. Farbbegeisterung schürt vierseitiges Ambilight rund um den Schirm. Weitere Besonderheit ist ein kabellos andockender Subwoofer, der für Bassunterstützung sorgt. 

Fast schon als Gigantomanie könnte man die vorgestellten UHD-TVs von Samsung betrachten. Wer sie trotz ihres hohen Preises bei sich platzieren kann, wird dem Gefühl der Begeisterung allerdings den Vorrang geben. Der UE 105 S9 W ist ein 266-Zentimeter-TV (105 Zoll) im Bildformat 21:9. Aufgrund des Cinemascope-Breitbildformats wartet dieser Gigant sogar mit einer erweiterten Ultra-HD-Auflösung auf: Statt 3.840 Bildpunkte in der Horizontalen besitzt dieser spektakuläre 5.120. Bei einer solchen Bildgröße kann sich auch das Curved-Design wirkungsvoll entfalten, da man nun tatsächlich das Gefühl erhält, das Bild umrundet den Betrachter ein Stück weit und bezieht ihn in die Szenerie mit ein. Edel: Die Rückwand des Ausnahme-TVs besteht aus Holz. Der Preis: 120.000 Euro.

Impressionen der IFA 2013

Überraschenderweise ist er damit "deutlich günstiger" als der aus selbem Hause stammende UHD-Edel-Konkurrent UE 110 S9 Timeless (279 Zentimeter). Dieser kostet 150.000 Euro. Für eher normal Sterbliche hält Samsung zusätzlich vier UHD-Stars mit den Diagonalen um 139 und 165 Zentimeter bereit (55 und 65 Zoll). Die Curved-Modelle der Serien HU 7100 und 7200 kosten zwischen 2.200 und 3.350 Euro.

Ebenfalls für besser Betuchte ist das Spitzenmodell von Sony KD-85X9500B (215 Zentimeter). Hier steht der Preis mit 20.000 Euro fest. Wahlweise auf hohen, seitlichen Beinen thronend oder mit niedrigen Füßen für den Einsatz auf einem Rack darf man sich das hochwertige Display ins Heimkino holen. Bereits bekannt sind die Serien 9005 B und 8505 B. Sie werden gemeinsam mit dem neuen Top-TV vor Ort sein. Die 9005er zeigen sich in den Bildgrößen 139, 164 und 200 Zentimeter (55, 65 und 79 Zoll), die darunter angesiedelten 8505er gibt's mit 123, 139 und 164 Zentimeter (49, 55 und 65 Zoll). Die 65-Zoll-Größen der beiden Serien kosten 4.200 und 3.500 Euro.

Die unter Federführung der türkischen Koc Holding produzierten Grundig-TVs werden um die UHD-Serie Vision 8 bereichert. Auch sie warten in den Größen um 139 und 165 Zentimeter auf. Preise sind noch nicht bekannt. Doch aufgrund der Präsentationen der vorigen IFA ist zu erwarten, dass diese im Einstiegssegment liegen.

Auch Toshiba gibt sein UHD-Debüt, obgleich die Japaner nicht auf dem Media Briefing anzutreffen waren. Viel bekannt ist von der Serie M9 noch nicht, weswegen man hier doppelt gespannt sein darf. Panasonic will auf der IFA die Serie AXW 900 vorstellen - eine mit allen 4K-Ehren bedachte Top-Serie. Auch LG dürfte so einiges in petto haben.

High-End-Smart

Alle hochwertigeren neuen TVs sind bis hin zu den Außenkanten smart. Red-Button-Dienste der TV-Programmanbieter im Rahmen von HbbTV-Fertigkeiten haben bereits alle Smart-Könner in petto. Im Fokus stehen dagegen persönliche Cloud-Dienste: Die TV-Hersteller bieten im Internet Speicherplatz an, sodass man dorthin Fotos, Film-Clips und Nachrichten senden kann. So soll die Möglichkeit bestehen, insbesondere von Mobilgeräten spontan das Erlebte in Wort und Bild abzuspeichern, woraufhin der Fernseher diese Neuigkeiten der Familie unmittelbar anzeigt. Protagonisten solcher Konzepte sind LG, Panasonic, Samsung, Sony und Toshiba. Aber auch andere Smart-Aktivisten wie Grundig- und Philips-TVs peilen die erweiterte Form der Vernetzung an.

Neuartig ist zudem die Möglichkeit, das von seinem TV empfangene Live-TV-Programm sowie die eigenen Festplattenaufnahmen über das Internet an jeglichen Empfangsort rund um den Globus zu streamen. Panasonic ist "Erfinder" der smarten Variante des Streamings und nennt sie "TV Anywhere". Ob andere Hersteller hier mitziehen, ist noch offen. Streaming innerhalb des Hauses gehört bei den großen Herstellern bereits zum Standard-Repertoire. Fast alle der neuen, hochwertigeren TV-Serien sind entsprechend ausstaffiert. Wie viel Smart-Technik Panasonic zu bieten hat, zeigt auch der auf dem Media Briefing vorgestellte Blu-ray-Recorder DMR-BCT/BST 940. In kompakten Maßen steckt das gesamte Smart-Wissen der Japaner. Hinzu kommt exklusiver TV-Komfort mit Dreifach-Tuner pro Empfangsweg und 2-Terrabyte-Festplatte.

Immer aktueller werden auch Empfehlungsdienste, wie man sie etwa von Amazon kennt. Der TV wertet die Sehgewohnheiten seines Besitzers aus und empfiehlt entsprechende TV-Sendungen, VoD-Filme oder Clips aus dem Internet. Hierfür müssen die Zuschauer allerdings bereit sein, der TV-Firma zahlreiche Nutzerdaten von sich preiszugeben.

Rund um diese neuen Smart-Services versammeln die Hersteller zahlreiche weitere, meist bereits bekannte Multimedia-Funktionen, die den TV in den Mittelpunkt des Vernetzungsgeschehens rücken sollen.

Neue Betriebssysteme

Um die Vielzahl von Smart-Funktionen noch zu bereichern und die Reaktionsgeschwindigkeit des TVs zu erhöhen, greifen einige der TV-Hersteller zu entsprechend versierten Betriebssystemen. LG wird Web OS präsentieren, Philips-TVs warten mit Android auf. Panasonic liebäugelt mit Firefox OS. Die leistungsfähigen Plattformen sollen die Bedienung geschmeidiger gestalten, rasante Spiele ermöglichen und eine zusätzliche Zahl an Apps liefern. Innerhalb der jeweiligen Software-Familie will man zudem die Verknüpfung zwischen Geräten wie TV, Smartphone und Tablet erleichtern.

High Dynamic Range: Verdoppelter Kontrast

Die TV-LEDs sind inzwischen in der Lage, mehr Lichtleistung zu erreichen. Im Verbund mit Direct-LED-Technik, bei der die LEDs direkt hinterm Schirm sitzen, und Local Dimming für das partielle durchleuchten des Schirms, sind die TVs nun in der Lage, annähernd die doppelte Helligkeit zu erreichen. Gleichzeitig bleibt der Schwarzwert im Bild erhalten, wodurch immense Kontraste entstehen. Panasonic-, Philips-, Sony- und Toshiba-TVs werben mit dem Bild-Feature. Jeder von ihnen verwendet dafür einen eigenen Marketing-Namen.

Die 54. IFA in Berlin startet am 5. September und dauert bist zum 10. September. Sie gehört zu den größten und wichtigsten Messen für Unterhaltungselektronik und Weiße Ware. Die täglichen Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 12 Euro. Auf rund 145.000 Quadratmeter vermieteter Ausstellungsfläche präsentierten 1.500 Aussteller ihre Produkte.

Loewe ART LINIE 40

© Loewe

Der Loewe Art kommt jetzt auch in Ultra HD.
Philips 65PUS9809

© Philips

Philips kombiniert Ultra HD mit vierseitigem Ambilight.
Sony KD-85X9505B

© Sony

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Panasonic Home FY2014

© Panasonic

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