Internetblockaden

Alternative DNS-Server in der Türkei gesperrt

Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen der türkischen Regierung und Nutzern geht weiter. Jetzt sind auch alternative DNS-Server wie Google-DNS nicht mehr erreichbar.

Türkei sperrt alternative DNS-Server, um Blockaden zu umgehen.

© Kobes - Fotolia.com

Türkei sperrt alternative DNS-Server, um Blockaden zu umgehen.

In der Auseinandersetzung um die Internet-Blockaden von Twitter und Youtube hat die türkische Regierung die Sperren jetzt weiter ausgebaut. Wie wir berichteten, war es anfangs recht einfach, die Sperren zu umgehen. Teilweise erreichten sie sogar das Gegenteil des Gewünschten. So soll Twitter in der Türkei in den ersten Stunden nach der Youtube-Sperrung sein Nachrichtenaufkommen auf 17.000 Tweets pro Minute gesteigert haben, wobei auch Tipps kommuniziert wurden, die Sperren mittels alternativer DNS-Server zu überwinden. 

Jetzt werden auch alternative DNS-Server wie "Google-DNS", "OpenDNS" und "Level 3" gesperrt, über die bislang die von der türkischen Regierung unerwünschten Inhalte weiter erreichbar waren. Damit gibt kaum noch Möglichkeiten, die Zensur zu umgehen.

Bereits am vergangenen Samstag haben die Netzwerkfirmen BGPMin und Renesys berichtet, dass der größte türkische Internet Service Provider Türk Telekom begonnen hat, die Datenanfragen zu bekannten DNS-Servern wie etwa Google-DNS intern umzuleiten. Auch Google berichtet, dass sich nun fast alle türkischen Provider zwischen den Nutzer und alternative DNS-Server schalten, wodurch für den User die angeforderten Seiten nicht mehr erreichbar sind. Im Prinzip geben sich also die lokalen DNS-Server beispielsweise als Google-DNS aus.

Lesetipp: Anonym surfen mit dem Tor-Browser

Den Sicherheitsfirmen aufgefallen ist das Aussperren des Google-DNS-Servers zuerst durch die Verkürzung der Antwortzeiten, da die lokalen DNS-Server schneller erreichbar sind als die im Ausland betriebenen Google-DNS-Server. Die türkische Internet-Zensur ist jetzt nur noch über eine VPN-Verbindung ins Ausland zu umgehen, oder durch die Nutzung des Tor-Browsers, der die Anfragen des Nutzers verschleiert. Der Datenverkehr aus der Türkei über das Tor-Netzwerk soll sich inzwischen mehr als verdoppelt haben. 

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