Ich will doch nur spielen

Test: Widescreen-TFTs für Gamer

Lange Zeit waren TFT-Monitore bei Spielern wegen der im Vergleich zum Röhrenmonitor trägen Bildwiedergabe wenig beliebt. Ob die schnellen Widescreen-Displays Spielerherzen höher schlagen lassen, lesen Sie im Test.

Ich will doch nur Spielen

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Ich will doch nur Spielen

Geschwindigkeit ist alles: Passionierte Spieler reduzieren sogar die Auflösung ihrer Grafikkarte oder schalten Details herunter, um hohe Frameraten zu erreichen. Denn je schneller die Darstellung ist, desto schneller können sie reagieren.

Aber auch bei Spielern, die mehr Wert auf Eye-Candy legen, sollen Monitore die Spielegrafik schnell und schlierenfrei auf den Bildschirm bringen. Und genau das war für TFT-Monitore lange Zeit eine fast unlösbare Aufgabe. Doch nun werben die Hersteller mit Reaktionszeiten von weniger als 5 Millisekunden und versprechen damit eine schlierenfreie Darstellung.

Im Grand-Prix der schnellen Monitore sind acht Geräte vertreten, die in ihren Spezifikationen mit so schnellen Schaltzeiten aufwarten können. Asus schickt den 22-Zöller PG221 mit zwei Millisekunden ins Rennen. Für die 22-Zöller Acer P223W, Philips 220AW8, Samsung 2232BW und Viewsonic VX2255wmb geben die Hersteller jeweils 5 ms als Reaktionszeit an. Mit an den Start gehen auch noch drei Monitore mit 24 Zoll: Der Belinea o.display 4_24" wide und der Hyundai W240D mit 2 ms sowie der Benq G2400W, bei dem der Hersteller eine Reaktionszeit von 5 ms angibt.

Schaltzeiten: Meist nur Show

Aber die in den Spezifikationsblättern der TN-Panels genannten Reaktionszeiten verraten nur die halbe Wahrheit. Denn sie geben oft Messwerte an, die unter speziell optimierten Einstellungen genommen werden und unter realen Bedingungen niemals erreicht werden. Tatsächlich kommen in unserem praxisnahen Messverfahren nur die Geräte von Asus, Belinea und Samsung annähernd auf die versprochenen Reaktionzeiten.

Der Samsung 2232W und der Belinea o.display 4_24" wide erreichen diese Werte mit Hilfe der Overdrive-Technik. Beim Belinea kann man die Stärke des Overdrive sogar selbst im OSD regeln. So kann jeder Anwender die für ihn optimale Einstellung selbst suchen. Wir haben mit der auch von Belinea empfohlenen mittleren Einstellung gemessen. Verzögerungen beim Bildaufbau konnten wir im Praxistest mit Unreal Tournament bei keinem der beiden Displays feststellen. Wie die Monitore getestet werden, lesen Sie in dem Artikel "Blickpunkt TFT-Monitore" ab Seite 148.

Das richtige Panel für Spieler

Alle acht Monitore basieren auf TN-Panels. Diese sind zwar in der Farbdarstellung und vor allem in der Bildqualität bei größeren Blickwinkeln den kostspieligeren MVA- oder PVA-Panels klar unterlegen, punkten aber bei den Reaktionszeiten. Denn die können zwar mit Hilfe der Overdrive-Technnik genauso schnell schalten und damit ein schlierenfreies Bild liefern. Dafür leiden die Panels dann oft unter dem so genannten Input-Lag, denn das Bild wird in einem Puffer zwischengespeichert und daher mit Verzögerung dargestellt. Bei Rennspielen oder 3D-Shootern kann diese Verzögerung zu einem schnellen virtuellem Ableben führen.

Auflösung bei Spielen: Weniger ist mehr

Die fünf Testkandidaten mit 22-Zoll-Widescreen-Panel arbeiten mit einer nativen Auflösung von 1680 x 1050 Bildpunkten, die drei 24-Zoll-Widescreen-Monitore gar mit einer Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln. Will man mit derartig hohen Auflösungen flüssig spielen, dann ist schon absolute High-End-Hardware im PC notwendig. Wer nun keine zwei GeForce-8800-Ultras als SLI-Kombination im Rechner stecken hat, muss daher im Spiel eine niedrigere Auflösung wählen, der Monitor muss dann die Darstellung interpolieren. Dabei leidet zwar die Bildschärfe, aber der Qualitätsverlust hält sich bei modernen Displays wie denen im Test in Grenzen und fällt bei Spielen nicht auf.

Komplizierter ist der Fall bei älteren Spielen, die nur 4:3-Auflösungen unterstützen. Beherrscht der Monitor hier keinen 4:3-Anzeigemodus mit einer zentrierten Darstellung, dann wird das Bild auf dem Display verzerrt. Ein Kreis wird zum Beispiel oval dargestellt. Die 4:3-Darstellung beherrschen unter den Testgeräten nur die Monitore von Asus, Benq und Hyundai.

Anschlüsse: Gerüstet für die Zukunft

Erfreulicherweise sind alle acht Testkandidaten mit einem digitalen DVI-Engang mit HDCP-Unterstützung ausgestattet. Denn üblicherweise kauft man neue Monitore nicht im Jahresrhythmus und so sind die Displays auch für die HD-Zukunft gerüstet, wenn Blu-Ray- oder HD-DVD-Laufwerke im Preis fallen und eine größere Verbreitung finden. Denn HD-Filme kommen ohne HDCP nicht oder nur mit verminderter Qualität auf den Bildschirm.

Die drei 24-Zöller von Hyundai, Belinea und Benq können zudem bereits mit HDMI-Buchsen aufwarten und eignen sich so auch gut als Displays für die Sony PS3 und die kommenden XBox-360-Versionen. Die aktuelle XBox 360 findet am besten am Asus PG221 oder dem W240D von Hyundai Anschluss, denn diese beiden Monitore sind mit einem Komponenten-Anschluss ausgestattet.

Fazit: Durchaus spieletauglich

Unter den getesteten Monitoren gibt es Modelle, die auch passionierte Spieler endgültig CRT-abstinentmachen können. Denn hier stimmen Reaktionszeit, Bildqualität und die korrekte Darstellung der 4:3-Anzeigemodi. Wirklich schlecht hat bei den Probespielen keiner der Testkandidaten ausgesehen. Und einen Vorteil haben die Flachmänner auf jeden Fall: Um einen 22-Zoll-Röhrenmonitor auf eine LAN-Party zu transportieren, benötigt man fast schon einen Gabelstapler.

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An die in den Spezifikationen aufgeführten Reaktionszeiten kommen nur Asus, Samsung und Belinea heran.
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Musikalisch: Auf dem massiven Standfuß des Asus PG221 sitzt ein 15-Watt-Subwoofer.
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Anschlussvielfalt: Der 24-Zoll-Monitor D240W von Hyundai nimmt Videosignale über D-Sub, DVI, HDMI und Komponentenbuchsen entgegen.

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