Netzausbau zu teuer

Telekom und Vodafone verdienen nicht genug Geld

Die Telekom und Vodafone können nach eigener Aussage die Kosten für den Netzausbau nicht alleine tragen und fordern eine Beteiligung der Inhalte-Anbieter.

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Laut der Deutschen Telekom seien die Kosten für den geplanten Netzausbau zu hoch, um alleine von den Providern bezahlt zu werden. Auch Vodafone klagt über den teuren Ausbau und fordert, dass die Inhalte-Anbieter an den Kosten beteiligt werden sollen.

Laut Wolfgang Kopf, Leiter Politik und Regulierung der Telekom, verdient das Unternehmen nicht genug, um den riesigen Netzausbau zu finanzieren. Wie Kopf auf den Medientagen München erklärte, sei der Umsatz in der Telekommunikationsbranche innerhalb von sechs Jahren von 66,3 Milliarden Euro auf nur noch 60 Milliarden Euro geschrumpft.

Im Gegensatz zum Umsatz stieg das Datenvolumen im selben Zeitraum rapide an: Statt 1,8 Milliarden Gigabyte sind im Jahr 2013 5,2 Milliarden Gigabyte an Daten durchgeleitet worden.

Auch Christoph Clement, Director Legal und Regulatory bei Vodafone Deutschland, ist derselben Meinung wie Kopf. Clement zufolge investiere das Unternehmen bereits Milliarden in den Netzausbau.

Sollen diese Kosten nicht beim Endverbraucher landen, müssen sich die Inhalteanbieter finanziell am Ausbau beteiligen, so Clement. Schließlich würde vor allem diese Branche vom verbesserten Netz profitieren.

Diese Forderung wies Conrad Albert, der Vorstand Legal Distribution Regulatory Affairs bei ProsiebenSat.1 Media, zurück. "Das ist ja so, als ob der Händler am Obststand nicht nur vom Käufer Geld verlangt, sondern auch vom Obstbauern." 

Für Albert sind die Inhalteanbieter der falsche Ansprechpartner in dieser Angelegenheit. Stattdessen müsse die Bundesregierung Steuergelder einsetzen, um den Netzausbau zu finanzieren.

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