Telekom

Transparenzbericht verschleiert ganzes Ausmaß der Überwachung

Der Telekom-Transparenzbericht vom 5. Mai gab sich auskunftsbereit. Kritiker merken nun an, dass das wahre Ausmaß der Überwachung eher verschleiert wird.

Der Telekom-Transparenzbericht verschleiere das Ausmaß der Überwachung.

© Deutsche Telekom

Der Telekom-Transparenzbericht verschleiere das Ausmaß der Überwachung.

Besonders neugierig schienen die deutschen Behörden gar nicht zu sein. Beispielsweise machen die 436.331 sogenannten Verkehrsdatensätze, die die Deutsche Telekom laut ihres Transparenzberichtes vom 5. Mai an die Behörden weitergegeben hat, bezogen auf die enorme Gesamtanzahl aller Kommunikationsvorgänge, nur einen winzigen Anteil aus.

Allerdings sind die Zahlen zur Überwachung, welche die Telekom in ihrem "Jahresbericht - Auskunft an Sicherheitsbehörden" veröffentlicht hat, alles andere als transparent. Darauf hat der grüne Oppositionspolitiker Malte Spitz auf seinem Blog hingewiesen. Er bedankt sich zunächst dafür, dass die Telekom - nachdem der kleine Anbieter Posteo vorangegangen war - überhaupt Zahlen veröffentlicht hat.

Allerdings sei "der Staat [...] um ein Vielfaches neugieriger, als es der Transparenzbericht der Telekom suggeriert", so Malte Spitz. Er sei über den Begriff des "Verkehrsdatensatzes" gestolpert. Man würde als unbefangener Mensch darunter die  Dokumentation eines Kommunikationsvorganges wie eines einzelnen Telefonats, Internet Log-Ins, einer SMS usw. verstehen.

Tatsächlich werden von der Telekom auch sogenannte Funkzellenabfragen als jeweils ein Verkehrsdatensatz gezählt. So kann eine einzige dieser bei den Sicherheitsbehörden immer beliebter werdenden Funkzellenabfragen eine sehr hohe Anzahl von Verkehrsdatensätzen, die dann jeweils eine Einwahl dokumentieren, enthalten.

Als Beispiel nennt Spitz eine Statistik des Landes Berlin, wo etwa 50 Millionen Verkehrsdatensätze bei 305 solcher Funkzellenabfragen dokumentiert wurden. Als "Spitzenwert" einer einzigen Funkzellenabfage wurden dort fast 36 Millionen Datensätze genannt. Somit möge die Zahl von 436.331 in Wirklichkeit Dateien mit einer jeweils unbekannter Anzahl von Datensätzen betreffen. Deshalb sei, wie der Politiker folgert, der Transparenzbericht der Telekom "wenig aussagekräftig".

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